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zur Chronik


Maßangaben:

Gewicht: 290g

Breite: 5,6 cm

Tiefe: 8,5 cm

Höhe: 4,3 cm


Ein einfacher Gegenstand ruft mit seiner Existenz das Jahr 1943 in unsere Erinnerung. Ein Prisma mit der Aufschrift: "Kriegs Weihnachten 1943". Der Gegenstand sagt nichts darüber aus, an welchem Ort und unter welchen Umständen er hergestellt wurde. Aber man kann aus ihm schließen, dass er dem Zweck der Freude dienen sollte. Vermutlich war es ein Weihnachtsgeschenk. Für wen der Gegenstand bestimmt war, darüber sagt er nichts aus, genauso wenig darüber, in welcher Stadt der oder die Beschenkte gewohnt hat. Für mich ist der Gegenstand ein besonderes "Denk-mal" für eine gute Geste eines oder mehrer Menschen innerhalb einer Episode der deutschen Geschichte, die durch ihre Grausamkeiten bekannt ist. Die Existenz dieses Prismas führt mir andere Perspektiven vor Augen. Genau, wie dieser Gegenstand im physikalischen Sinne optische Effekte erzielt, so lädt er ein, dies auch im idealistischen Sinn einmal zu versuchen. Er zeigt mir, dass gute moralische Werte und das Bedürfnis einem Menschen eine Freude zu bereiten selbst in den dunkelsten Phasen der Geschichte vorhanden waren. Dieser Gegenstand verdeutlicht, dass in Zeiten, in denen Not und Schrecken dominieren, es gerade die kleinen Gesten sind, die das Gute bewahren helfen.
Um die Ereignisse dieses Jahres individuell nachvollziehbar zu machen, habe ich eine Chronik des Jahres 1943 angefügt. Diese soll dazu einladen, sich mit tagesgeschichtlichen Ereignissen des Jahres 1943 auseinander zu setzen. Wer sich intensiver mit Bildmaterial und weitergehenden Informationen zu dieser Chronik beschäftigen möchte, dem empfehle ich die "Chronik 1943", herausgegeben von Bodo Harenberg im Chronik Verlag - Dortmund 1989 (ISBN 3-611-00078-7). Aus diesem Buch sind die tagesgeschichtlichen Ereignisse zitiert.

Das Jahr 1943 war ein sehr ereignisreiches. Die unter General Paulus in Stalingrad eingeschlossene deutsche 6. Armee hörte auf zu kämpfen. Etwa 90 000 deutsche Soldaten gingen in russische Gefangenschaft und ca. 146 000 waren bereits in und um Stalingrad gefallen. General Paulus und andere deutsche Kriegsgefangene sowie kommunistische Emigranten bildeten in Moskau das "Nationalkomitee freies Deutschland" zum Zweck der antifaschistischen Propaganda in der deutschen Wehrmacht. Auf der Casablanca-Konferenz zwischen Roosevelt und Churchill wurde die bedingungslose Übergabe Deutschlands gefordert. Die Nationalsozialisten nutzten dies propagandistisch, um gegen die wachsende Kriegsmüdigkeit der deutschen Bevölkerung anzukämpfen. Sowjetische Truppen öffneten einen Zugang zu dem seit 17 Monaten belagerten Leningrad. Die Sowjets eroberten die Ukraine zurück und drangen bis Kiew vor. Hitler befahl den deutschen Soldaten beim Rückzug aus der Sowjetunion die "Politik der verbrannten Erde". Die Hamburger Außenbezirke wurden durch die britische Luftwaffe weitgehend zerstört. Die Bombenangriffe auf Berlin begannen. Es wurden zunehmend Gefangene, Frauen und Kinder zur deutschen Heimatflak gerufen. Der U-Boot Krieg hatte seinen Höhepunkt überschritten. Das britische Radar erwies sich als wirksame Waffe gegen die deutschen U-Boote. Im Jahr 1943 wurden 267 U-Boote versenkt. Von Tunis aus verließen letzte deutsche und italienische Truppen Afrika. Die Alliierten landeten auf Sizilien und in Italien, worauf der italienische Faschismus zusammenbrach. Italien kapitulierte erst und erklärte danach Deutschland den Krieg. Im Warschauer Ghetto brach ein Aufstand aus. Bei der Niederschlagung des Aufstandes durch die Nationalsozialisten wurden ca.
40 000 Einwohner getötet. In München verteilten Hans und Sophie Scholl Flugblätter der "Weißen Rose".



Chronik des Jahres 1943

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
Anfang


1. Januar 1943, Neujahr

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wendet sich mit einem Aufruf zum Jahreswechsel an die Bevölkerung des deutschen Reiches.

Bei der deutschen Heeresgruppe A im Südabschnitt der Ostfront beginnt die 1. Panzerarmee ihren Rückzug von der Terek-Front und aus dem Hochkaukasus. Die 4. Panzerarmee gibt Elista auf.

Enrico Celio wird als Nachfolger von Philipp Etter neuer schweizerischer Bundespräsident für das Jahr 1943.

In einem bei Stalingrad (Wolgograd) erscheinenden Flugblatt, das die Unterschriften der deutschen Exilanten Walter Ulbricht, Erich Weinert und Willi Bredel trägt, werden die deutschen Soldaten zur Kapitulation vor den Sowjets aufgefordert.

In Santiago de Chile erscheint die erste Ausgabe der Exilzeitschrift "Deutsche Blätter".

2. Januar 1943, Sonnabend

US-amerikanische Truppen besetzen Buna auf Neuguinea.

Die Bremer Werft Dechimag erhält den Auftrag, sechs U-Boote des Typs IX C zu bauen.

Gustaf Gründgens spielt den Grast in Johann Wolfgang von Goethes "lphigenie auf Tauris" am Deutschen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin.

3. Januar 1943, Sonntag

Albert Speer, Reichsminister für Bewaffnung und Munition, erhält den Auftrag zur Anlage von U-Boot-Bunkern für die deutsche Kriegsmarine in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille.

In der Nacht zum 4. Januar 1943 bombardieren deutsche Kampfflugzeuge die britische Hafenstadt Hull.

Die US-amerikanische Luftwaffe greift Saint-Nazaire (Frankreich) an.

Die deutsch-italienischen Truppen in Nordafrika beginnen mit dem Rückzug aus der Buerat-Stellung.

4. Januar 1943, Montag

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels weist die Presse an, zur Stärkung der Moral in der deutschen Bevölkerung den "totalen Einsatz" der "gesamten Kräfte und Reserven" zu fördern.

Die Rote Armee nimmt ihre Angriffe gegen die 6. deutsche Armee bei Stalingrad (Wolgograd) wieder auf.

Die französischen Zahnärzte können das für die Behandlung ihrer Patienten nötige Gold und Silber künftig nicht mehr ankaufon; es muss ihnen von ihren Kunden zur Verfügung gestellt werden.

5. Januar 1943, Dienstag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt den bulgarischen Kriegsminister Nikolaus Michow zu einer Unterredung; dieser sagt ihm zu, dass Bulgarien bereit sei, im Falle eines alliierten Angriffs auf den Balkanraum an der Seite der Achsenmächte (Deutsches Reich, Italien, Japan u. a.) zu kämpfen.

Reichsführer SS Heinrich Himmler ordnet in einem Brief an den Höheren SS- und Polizeiführer im besetzten Frankreich, Carl-Albrecht Oberg, die Einrichtung von Bordellen an allen Standorten der Waffen-SS an.

ln den Niederlanden wird das Konzentrationslager Herzogenbusch errichtet.

Im Deutschen Reich werden Kautschuk und Kautschukerzeugnisse, Altgummi, Gummiabfälle u. ä. beschlagnahmt.

Schwere Überschwemmungen des Mississippi-Nebenflusaes Ohio haben Zehntausende von Menschen in den USA obdachlos gemacht und bisher einen Sachschaden in Höhe von rund 4,5 Millionen US-Dollar angerichtet.

6. Januar 1943, Mittwoch

Adolf Hitler befiehlt die Einstellung des Baus von Großschiffen und die Erhöhung der U-Boot-Produktion von 30 auf 40 Einheiten monatlich. Daraufhin bittet Großadmiral Erich Raeder um seine Entlassung als Oberbefehlsheber der Kriegsmarine.

Reichsführer SS Heinrich Himmler erläßt eine "Durchführungsbestimmung für Exekutionen" in Konzentrationslagern. Auf einer Kundgebung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Breslau betont Reichsjustizminister Otto Georg Thierack die ideologische Bindung der deutschen Rechtsprechung.

Der am 3. November 1942 neugewählte US-amerikanische Kongress tritt in der Hauptstadt Washington zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Über dem Golf von Huon beginnt eine Luftschlacht zwischen US-Amerikanern und Japanern; das bis zum 9. Januar dauernde Gefecht ist die bisher schwerste Luftschlacht im Südpazifik.

Aus Protest gegen eine staatliche Verfügung, nach der bestimmte Nachrichten nicht mehr veröffentlicht werden dürfen, stellen rund 100 indische Tageszeitungen ihr Erscheinen ein.

7. Januar 1943, Donnerstag

Franz Huber, bisher Unterstaatssekretär im Reichsjustizministerium, wird neuer Präsident des Reichsverwaltungsgerichts.

Die deutsche Zucker- und Süßwarenwirtschaft wird per Verordnung zusammengeschlossen.

8. Januar 1943, Freitag

Generaloberst Friedrich Paulus, Oberbefehlshaber der bei Stalingrad (Wolgograd) eingeschlossenen 6. deutschen Armee, lehnt eine sowjetische Kapitulationsaufforderung ab.

US-Präsident Franklin D. Roosevelt gibt bekannt, dass sich innerhalb eines Jahres die Zahl der US-Soldaten von zwei auf sieben Millionen erhöht hat.

Italien dehnt seine 1939 erlassenen Juden-Gesetze auf Libyen aus.

Im Deutschen Reich werden an alle Bezugsberechtigten über 18 Jahre 125 g schokoladen- oder marzipanhaltige Erzeugnisse abgegeben.

9. Januar 1943, Sonnabend

Die am 30. März 1940 von Japan errichtete chinesische Nationalregierung unter Wang Ching-wei mit Sitz in Nanking erklärt den Vereinigten Staaten und Großbritannien den Krieg.

In der Nacht zum 10. Januar werfen 35 Bomber der Royal Air Force 114 t Bomben auf die Stadt Essen.

Die Befürwortung und Weiterleitung von Gesuchen von Ostarbeitern auf Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Betriebe und Arbeitsämter im Deutschen Reich wird verboten.

Die "Lockheed Constellation", das größte bisher gebaute Landtransportflugzeug, legt vor einer technischen Kommission der US-amerikanischen Armee erfolgreiche Probeflüge zurück, 500 Flugzeuge dieses Typs sollen zunächst gebaut werden.

10. Januar 1943, Sonntag

Adolf Hitler empfängt im Hauptquartier "Wolfsschanze" den rumänischen Staatsführer Marschall Ion Antonescu zu Gesprächen über den Neuaufbau der rumänischen Wehrmacht.

Die Rote Armee beginnt ihre Offensive zur Zerschlagung des Kessels von Stalingrad (Wolgograd).

Die Bestrafung kriegswirtchaftlicher Vergehen, z. B. illegaler Lebensmittelhandel, wird in Italien verschärft.

In einem Erlass des Reichserziehungsministeriums werden der Schulbesuch und die Ablegung von Prüfungen durch "jüdische Mischlinge ersten Grades" im Deutschen Reich beschränkt.

Die Presse im Deutschen Reich gibt den Hausfrauen den Spartipp: "Zeit und Gas sparst Du Dir ein, wenn Du entfernst den Kesselstein."

In Koblenz wird am Landestheater Moselland das Drama "Michael Kohlhaas" von Wolfgang Friedebach uraufgeführt; es münzt den Stoff der Novelle von Heinrich von Kleist auf die nationalsozialistische Weltanschauung um.

Die Wienerin Mizzi Musilek wird in Hamburg Deutsche Meisterin im Eiskunstlauf.

11. Januar 1943, Montag

In einem Vertrag mit der chinesischen Regierung von Chiang Kai-shek in Tschungking verzichten die USA und Großbritannien auf exterritoriale Rechte im Reich der Mitte.

Die US-amerikanische Luftwaffe greift die süditalienische Stadt Neapel an.

US-Präsident Franklin Delano Roosevelt unterbreitet dem Kongress in Washington den Haushalt für das am 1. Juli beginnende Haushaltsjahr.

In Newcastle upon Tyne betont der britische Innenminister Herbert Stanley Morrison die Bedeutung der Kolonien für Großbritannien auch nach Kriegsende.

Spanien und die Schweiz schließen ein Abkommen über den gegenseitigen Warenaustausch.

Géza Anda, ein nach dem Krieg international gefeierter schweizerischer Pianist ungarischer Herkunft, tritt in Berlin erstmals als Solist der Philharmonischen Konzerte auf.

12. Januar 1943, Dienstag

Beiderseits des Ortes Soboda am oberen Don treten Einheiten der Roten Armee zum Angriff gegen die 2. ungarische Armee an.

König Gustav V. eröffnet den schwedischen Reichstag in Stockholm mit einer Thronrede, in der er die Neutralität des Landes betont.

Der Film "lm Schatten des Zweifels" ("Shadow of a doubt") des britischen Regisseurs Alfred Hitchcock wird uraufgeführt.

13. Januar 1943, Mittwoch

Mit dem Erlass des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler über den Einsatz der Männer und Frauen für die Aufgaben der Reichsverteidigung beginnt die "totale Mobilisierung" der Bevölkerung des Deutschen Reiches.

Auf der 470-Jahr-Feier der Münchner Universität kommt es zu stürmischen Protesten, als NSDAP-Gauleiter Paul Giesler in seiner Rede fordert, künftig solle jede Studentin in jedem Universitätsjahr dem Führer ein Kind schenken.

14. Januar 1943, Donnerstag

In der marokkanischen Stadt Casablanca beginnt eine Konferenz zwischen US-Präsident Fränklin Delano Roosevelt und dem britischen Premierminister Winston Churchill über das weitere gemeinsame Vorgehen der Alliierten. Das Gipfeltreffen dauert bis zum 26. Januar.

Erich Kästner wird erneut mit einem Schreibverbot belegt.

Karl Böhm wird neuer Direktor der Wiener Staatsoper.

In Japan wird jegliche Musik US-amerikanischer oder britischer Herkunft verboten. Der Erlass richtet sich vor allem gegen die Jazzmusik.

15. Januar 1943, Freitag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler beauftragt Generalfeldmarschall Erhard Milch mit der Luftversorgung der bei Stalingrad (Wolgograd) eingeschlossenen 6. deutschen Armee.

Die Rote Armee erobert die Stadt Welikije Luki nördlich von Witebsk.

In Libyen tritt die 8. britische Armee zum Angriff auf die deutsch-italienische Buerat-Stellung an.

16. Januar 1943, Sonnabend

In der Nacht zum 17. Januar greifen britische Bomber Berlin an; 88 Menschen verlieren ihr Leben.

Der Irak erklärt dem Deutschen Reich, Italien und Japan den Krieg.

In Düsseldorf verteidigen Gerda Strauch und Günther Noack aus Berlin ihren Deutschen Meistertitel im Eiskunstlauf der Paare.

17. Januar 1943, Sonntag

In der Nacht zum 18. Januar greifen 118 deutsche Bomber London an.

Die Erziehungskommission des 775 000 Mitglieder umfassenden US-amerikanischen Lehrerverbandes beschließt, in den Schulen des Landes keine Hassgefühle gegen den Kriegsgegner zu vermitteln.

18. Januar 1943, Montag

Die Rote Armee nimmt das südlich des Ladogasees gelegene Schlüsselburg (Petrokrepost) ein und stellt damit erstmals wieder eine Landverbindung mit dem seit dem 8. September 1941 von Deutschen belagerten Leningrad her.

Im Warschauer Juden-Getto kommt es zum Widerstand gegen die Deportationen.

Der Entwurf für ein Volksgesetzbuch des Deutschen Reiches wird vorgelegt.

Die Legion tricolore, die französische Freiwillige für die deutsche Wehrmacht geworben hat, wird aufgelöst.

"Geheimnis Tibet", der Filmbericht der deutschen Tibet-Expedition von Ernst Schäfer 1938/39, wird in München uraufgeführt.

19. Januar 1943, Dienstag

Der rumänische Außenminister Mihai Antonescu schlägt dem italienischen Ministerpräsidenten und Duce Benito Mussolini vor, im Namen aller europäischen Verbündeten des Deutschen Reiches Kontakt mit den Westalliierten aufzunehmen.

20. Januar 1943, Mittwoch

Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und der japanische Botschafter Hiroshi Oshima unterzeichnen im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" ein Abkommen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder.

In Bosnien beginnt die Operation "Weiß", eine deutsch-italienisch-kroatische Gemeinschaftsaktion gegen die Partisanen unter Josip Tito.

Die ersten Deportationen aus dem Juden-Getto Theresienstadt (Terezin) ins Konzentrationslager Auschwitz beginnen.

Der zuvor von den Nationalsozialisten gepriesene österreichische Dichter Hermann Heinz Ortner wird wegen Heirat einer Jüdin aus der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und der Schutzstaffel ausgeschlossen. Seine Stücke werden aber weiter aufgeführt.

21. Januar 1943, Donnerstag

Die deutsch-italienischen Streitkräfte in Nordafrika ziehen sich auf eine Schutzstellung vor der Stadt Tripolis zurück.

Im Rahmen der vom 14. bis zum 26. Januar tagenden Konferenz in der marokkanischen Stadt Casablanca setzen die Alliierten den Sieg über die deutschen U-Boote an die Spitze der Prioritätenliste ihrer Kriegführung.

22. Januar 1943, Freitag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler entlässt Hjalmar Schacht, bisher Reichsminister ohne Geschäftsbereich.

Die deutsch-italienischen Truppen in Nordafrika räumen die Orte Misurata und Al Chums östlich von Tripolis.

In den Vereinigten Staaten läuft mit der "Yorktown" der achte Flugzeugträger der US-Marine seit dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 vom Stapel.

In Spearfish (USA) steigt die Lufttemperatur zwischen 7.30 Uhr und 7.32 Uhr, d. h. binnen zwei Minuten, um 27,20 Grad Celsius von -20 Grad Celsius auf +7.2 Grad Celsius.

23. Januar 1943, Sonnabend

Adolf Hitler verbietet der eingeschlossenen 6. deutschen Armee bei Stalingrad (Wolgograd) die von den Sowjets geforderte Kapitulation.

Die deutsch-italienische Panzerarmee räumt Tripolis und zieht sich auf die libysch-tunesische Grenze zurück.

In der Nacht zum 24. Januar versuchen sieben britische Schnellboote, an der norwegischen Küste Truppen abzusetzen. Die deutsche Küstenverteidigung zwingt die Boote jedoch zum Abdrehen.

Das Gebiet um die portugiesische Hauptstadt Lissabon erlebt die größte Überschwemmung seit 1876. Durch den Anstieg der Flüsse Douro und Tejo werden Häuser und Brücken eingerissen und ganze Straßen zerstört.

Der Film "Casablanca" mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman, uraufgeführt am 26. November 1942, hat allgemeine Kinopremiere.

In der New Yorker Carnegie Hall wird die Jazz-Suite "Black, Brown and Beige" von Duke Ellington uraufgeführt.

24. Januar 1943, Sonntag

Im Rahmen der vom 14. bis zum 26. Januar tagenden Konferenz von Casablanca fordern die Alliierten die bedingungslose Kapitulation der Achsenmächte als Voraussetzung für eine Beendigung des Krieges.

Die deutsche Wehrmacht verliert ihren letzten Flugplatz bei Stalingrad (Wolgograd).

Der Irak tritt der Atlantikcharta vom 14. August 1941 bei.

25. Januar 1943, Montag

Reichskanzler Adolf Hitler verlängert per Gesetz die Legislaturperiode des bestehenden deutschen Reichstages bis zum 30. Januar 1947.

Der deutsche Kessel von Stalingrad (Wolgograd) wird in eine Nord- und eine Südgruppe gespalten.


Die 2. deutsche Armee muss die Stadt Woronesch, 12 km vor der Mündung des gleichnamigen Flusses in den Don gelegen, räumen.

Im alten Hafenviertel der französischen Stadt Marseille findet eine Polizeirazzia statt, in deren Verlauf rund 40 000 Menschen deportiert werden.

Indien beschließt eine beträchtliche Steigerung seiner Weizeneinfuhr, die Aufhebung der Höchstpreise für das Getreide und die Errichtung staatlicher Einkaufsstellen. Die Maßnahmen sollen zur Behebung der in einigen Landesteilen herrschenden Weizenknappheit beitragen.

26. Januar 1943, Dienstag

Die deutschen Truppen müssen Minina, eine Vorstadt von Stalingrad (Wolgograd), räumen.

27. Januar 1943, Mittwoch

Fritz Sauckel, Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz im Deutschen Reich, ordnet die Meldung aller Männer zwischen dem 16. und dem 65. und aller Frauen zwischen dem 17. und dem 45. Lebensjahr zum Arbeitseinsatz an.

Die US-amerikanische Luftwaffe führt ihren ersten Tagesangriff gegen das Deutsche Reich durch; 55 Bomber werfen ihre tödliche Fracht auf Wilhelmshaven.

Die japanische Regierung beschließt die Heranziehung aller Arbeitsreserven des Landes zur Kriegsarbeit.

28. Januar 1943, Donnerstag

Im Raum von Woronesch vereinigen sich die von Norden und Süden angreifenden Verbände der Roten Armee und schließen dadurch sieben Divisionen der 2. deutschen Armee ein.

Die australische Regierung gibt bekannt, dass ein japanischer Angriff unmittelbar bevorstehe.

29. Januar 1943, Freitag

In Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, findet ein Kongress der deutschen Exilorganisationen in Lateinamerika statt, bei dem unüberbrückbare politische Gegensätze der Gruppen deutlich werden.

30. Januar 1943, Sonnabend

Admiral Karl Dönitz löst den am 6. Januar zurückgetretenen Großadmiral Erich Raeder als Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine ab.

SS-Gruppenführer Ernst Kaltenbrunner wird als Nachfolger des am 4. Juni 1942 an den Folgen eines Attentats gestorbenen Reinhard Heydrich Chef des Reichssicherheitshauptamtes, des Sicherheitsdienstes und der Sicherheitspolizei.

Bei einem Luftangriff auf Hamburg setzen die britischen Bomber erstmals das 9-cm-Radar-Bordgerät "H 2 S" ("Rotterdam-Gerät"), ein Gerät zur Navigation auf Fernsehbasis, ein.

Der Bau des einzigen deutschen Flugzeugträgers, "Graf Zeppelin", wird endgültig gestoppt.

In der türkischen Stadt Adana treffen der britische Premierminister Winston Churchill und der türkische Staatspräsident Ismet lnönü zu zweitägigen Beratungen zusammen.

31. Januar 1943, Sonntag

Die Südgruppe der bei Stalingrad (Wolgograd) eingeschlossenen 6. deutschen Armee beendet ihre Kämpfe und begibt sich in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Die Quotenregelungen der Kartelle und Syndikate im Deutschen Reich werden aufgehoben.

Unter der musikalischen Leitung von Clemens Krauss findet in Wien die Uraufführung der "Couperin-Suite" für kleines Orchester op. 86 von Richard Strauss statt.


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1. Februar 1943, Montag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erteilt die Genehmigung zur Räumung des Frontbogens von Demjansk südlich des Ilmensees im Norden der UdSSR durch die deutschen Truppen.

Der Frontabschnitt der auseinander gefallenen 8. italienischen Armee im Donezgebiet wird von der deutschen Armeeabteilung Lanz übernommen.

In den Niederlanden wird ein Kabinett unter der Leitung des Nationalsozialisten Anton Adriaan Mussert eingesetzt.

Der Taxiverkehr in Berlin wird auf militärisch erforderliche Gründe und den Transport von Kranken beschränkt.

Der britische Werkstofffachmann Henry Barron spricht in einem Vortrag in London über das bevorstehende Zeitalter der "plastics".

Im Deutschen.Reich erscheint die erste Ausgabe der illegalen Zeitung "Deutsches Volksecho".

2. Februar 1943, Dienstag

Die Nordgruppe der bei Stalingrad (Wolgograd) eingeschlossenen 6. deutschen Armee beendet ihre Kämpfe und begibt sich in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Die Vereinigten Staaten und Kuba schließen ein Abkommen über die enge Zusammenarbeit der Heere und Flotten beider Länder.

Das Deutsche Reich und Rumänien treffen neue Vereinbarungen über den gegenseitigen Waren- und Zahlungsverkehr; sie sehen eine weitere Intensivierung der kriegswirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder vor.

Mit der "Caritas I" sticht das erste vom Internationalen Roten Kreuz erworbene Schiff von Lissabon aus in See, um aus den Vereinigten Staaten Hilfssendungen für Kriegsgefangene und Zivilinternierte in Europa zu holen.

3. Februar 1943, Mittwoch

In der Nacht zum 4. Februar werfen britische Flugzeuge 344 t Bomben auf die Hansestadt Hamburg.

Der finnische Marschall Carl Gustaf Emil Freiherr von Mannerheim erzielt in einer Aussprache mit Staatspräsident Risto Heikki Ryti Einigkeit darüber, dass das Land bei der ersten möglichen Gelegenheit aus dem Krieg gegen die Sowjetunion ausscheiden müsse.

Als erste Maschine dieser Art im Deutschen Reich wird in der Presse ein Einachsschlepper mit Holzgasantrieb für die Landwirtschaft vorgestellt; eine Holzfüllung reicht für rund anderthalb Betriebsstunden.

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels ordnet angesichts der Niederlage der deutschen Truppen bei Stalingrad (Wolgograd) die Schließung aller Theater, Filmtheater. Varietés u. ä. bis einschließlich 6. Februar an.

4. Februar 1943, Donnerstag

Verbände der Roten Armee landen an der Schwarzmeerküste südlich von Noworossisk.

Britische Flugzeuge werfen in der Nacht zum 5. Februar 258 t Bomben auf die norditalienische Stadt Turin.

Auf Anweisung des Reichswirtschaftsministers Walther Funk werden im Deutschen Reich alle nicht kriegswichtigen Betriebe des Handels, des Handwerks und des Gaststättengewerbes geschlossen.

In der Nacht werden an der Münchner Universität die Schriftzüge "Nieder mit Hitler" und "Freiheit" angebracht.

In Zürich wird das Stück "Der gute Mensch von Sezuan" des im US-Exil lebenden deutschen Schriftstellers Bertolt Brecht uraufgeführt.

5. Februar, Freitag

In Berlin beginnt eine zweitägige Konferenz der Reichsleiter, Gauleiter und Verbändeführer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei über Maßnahmen zur totalen Kriegsmobilisierung.

Die italienische Regierung wird umgebildet: Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini übernimmt selbst das Außenministerium; der bisherige Außenminister Galeazzo Ciano Graf von Cortellazzo, der Schwiegersohn Mussolinis, wird Botschafter im Vatikan.

In Algier treffen sich der britische Premierminister Winston Churchill, Generalleutnant Dwight D. Eisenhower, der alliierte Oberbefehlshaber in Nordafrika, sowie die beiden französischen Generäle Henri-Honoré Giraud und Charles de Gaulle zu einer Unterredung über die allgemeine Kriegslage.

Der japanische Reichstag berät zwei Vorlagen, durch die Ministerpräsident Hideki Todscho angesichts der angespannten militärischen Lage diktatorische Vollmachten eingeräumt werden sollen.

In Mexiko beginnt der Prozess gegen Ramon del Rio Mercader alias Jacques Mornard, den mutmaßlichen Mörder des sowjetischen Revolutionärs und Politikers Leo Trotzki.

6. Februar 1943, Sonnabend

In einem Gespräch mit Generalfeldmarschall Erich von Manstein erklärt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler: "Für Stalingrad trage ich allein die Verantwortung".

Adolf Hitler genehmigt die Pläne für den Bau eines Bunkers unter der Berliner Reichskanzlei.

Im Wiener Künstlerhaus findet die Ausstellung "Junge Kunst im Deutschen Reich" statt.

7. Februar 1943, Sonntag

Die Rote Armee besetzt Bataisk im Mündungsgebiet des Don.

Peru tritt der Atlantikcharta vom 14. August 1941 über die zukünftige Politik der USA und Großbritanniens bei.

Im Bergbau und in der Rüstungsindustrie des Deutschen Reiches werden besondere "Panzerschichten" gefahren.

Die Oper "Das Urteil des Paris" von Cesar Bresgen kommt in Göttingen zur Uraufführung.

8. Februar 1943, Montag

Die Rote Armee erobert die mittelrussische Stadt Kursk.

Die japanischen Truppen räumen die Salomoninsel Guadalcanal, auf der am 7. August 1942 US-amerikanische Einheiten gelandet waren.

Brasilien tritt der Atlantikcharta über die Grundsätze der zukünftigen Politik der USA und Großbritanniens vom 14. August 1941 bei.

9. Februar 1943, Dienstag

Die Rote Armee nimmt Belgorod (am oberen Donez) ein.

Kanada stellt in Zukunft einen Teil seiner Rüstungsproduktion den Vereinigten Staaten zur Verfügung, die sie ihrerseits im Rahmen des Leib- und Pachtgesetzes vom 11. März 1941 weiterleiten.

In einem Schreiben des Reichssicherheitshauptamtes wird über die "fahrlässige Verbreitung" im Deutschen Reich verbotener ausländischer Zeitungen geklagt; ein Berliner Blumenhändler hatte Exemplare der "Neuen Zürcher Zeitung" und der britischen "Times" als Einwickelpapier benutzt.

10. Februar 1943, Mittwoch

Die 8. britische Armee erreicht die Grenze von Tunesien.

Der indische Freiheitskämpfer Mohandas Karamchand Gandhi, genannt Mahatma, tritt aus Protest gegen seine Haft in einen Hungerstreik.

Ferhat Abbas veröffentlicht in Algerien das "Manifest des algerischen Volkes", in dem die koloniale Ausbeutung des Landes verurteilt und seine Unabhängigkeit von Frankreich verlangt wird.

Der US-amerikanische Präsident Franklin Delano Roosevelt führt die 48-Stunden-Woche in allen Industriebetrieben ein, die für den Staat arbeiten.

Der Börsenverkehr im Deutschen Reich wird auf das Notwendigste beschränkt. In München wird der Film "Der dunkle Tag" des ungarischen Regisseurs Géza von Bolváry mit Marte Harell, Willy Birgel und Ewald Balser uraufgeführt.

11. Februar 1943, Donnerstag

In den Abendstunden greifen britische Bomber Wilhelmshaven an. 137 Flugzeuge werfen insgesamt 421 t Bomben auf die Stadt.

Im Deutschen Reich beginnt die Einberufung von Schülern der höheren Schulen, die das 15. Lebensjahr vollendet haben, zum Dienst als Luftwaffenhelfer. Die Schüler sollen vor allem in den bombengefährdeten Gebieten in oder nahe bei ihrem Heimatort eingesetzt werden.

Rund 1000 Juden, darunter mehrere hundert Kinder und alte Menschen, werden von Frankreich aus ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert.

12. Februar 1943, Freitag

Die deutschen Truppen an der Ostfront räumen Krasnodar am Kuban.

Das Deutsche Reich und Spanien schließen ein Geheimabkommen, das Spanien zum Widerstand gegen eine eventuelle alliierte Besatzung verpflichtet.

Der Film "Ein Walzer mit Dir" von Hubert Marischka wird in Dresden uraufgeführt.

"Von Agenten gejagt" (Journey into Fear), ein Film mit Orson Welles und Joseph Cotton, die auch das Drehbuch geschrieben haben, wird uraufgeführt.

13. Februar 1943, Sonnabend

Adolf Hitler ordnet an, dass bei Familien mit fünf und mehr wehrpflichtigen Söhnen ein männlicher Erbe aus dem Wehrdienst entlassen oder vom Wehrdienst zurückgestellt wird, wenn seine Arbeitskraft zur Existenzsicherung der Familie benötigt wird.

Das Singspiel "Die schlaue Müllerin" von Cesar Bresgen wird in Essen uraufgeführt.

14. Februar 1943, Sonntag

Für den Rückzug der deutschen Truppen von der Ostfront befiehlt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Zerstörung sämtlicher Anlagen, Einrichtungen u. Ä., die dem sowjetischen Gegner nützen könnten.

Die Rote Armee erobert die Städte Rostow und Woroschilowgrad.

Die deutschen Truppen in Nordafrika beginnen mit dem Unternehmen "Frühlingswind", einer Angriffsoperation gegen das II. US-Korps unter Generalmajor Lloyd K. Fredendall westlich des in Tunesien gelegenen Faidpasses.

Nach einem Bericht der Wochenzeitung "Das Reich" stehen weitere Einschränkungen des Angebots auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt bevor.

15. Februar 1943, Montag

Der finnische Staatspräsident Risto Heikki Ryti wird bei Wahlen in seinem Amt bestätigt.

In Frankreich wird die Arbeitsdienstpflicht für die Geburtsjahrgänge 1920 bis 1922 eingeführt; ihre Dauer beträgt zwei Jahre.

16. Februar 1943, Dienstag

Panzerverbände der Roten Armee dringen in den Südost- und den Nordwestteil der Stadt Charkow ein.

Herbert Backe, kommissarischer Reichsernährungsminister ordnet die Ausgabe von 100 g Trockengemüse je Verbraucher im Deutschen Reich auf die Konservenkarte ab 1. März an.

Das dramatische Schauspiel "Das unsterbliche Antlitz" des österreichischen Filmregisseurs Géza von Cziffra wird in Coburg uraufgeführt.

17. Februar 1943, Mittwoch

In Begleitung der Generäle Alfred Jodl und Kurt Zeitzler fliegt Adolf Hitler in das Hauptquartier der Heeresgruppe Süd nach Saporoschje. In den dreitägigen Besprechungen drängt er vor allem auf die Rückeroberung des gesamten Donezgebietes und der Stadt Charkow.

Die deutschen Truppen an der Ostfront beginnen mit der Räumung des Frontbogens von Demjansk.

SS-Hauptsturmführer Sigmund Rascher berichtet Reichsführer SS Heinrich Himmler über von ihm durchgeführte Menschenversuche.

18. Februar 1943, Donnerstag

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels verkündet im Berliner Sportpalast den "totalen Krieg".

Die russische Stadt Pawlograd wird von deutschen Truppen geräumt.

Die Geschwister Hans und Sophie Scholl von der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" werfen Flugblätter in den Lichthof der Münchner Universität, in denen sie zum "Kampf gegen die Partei" aufrufen; daraufhin werden sie von der Gestapo verhaftet.

Der Nationalsozialistische Lehrerbund wird "stillgelegt".

19. Februar 1943, Freitag

Hitler fliegt von dem bereits durch Sowjets bedrohten Hauptquartier der Heeresgruppe Süd in Saporoschje in das Führerhauptquartier "Werwolf" bei Winniza, wo er bis zum 13. März bleibt.

Wilhelmshaven wird in der Nacht zum 20. Februar von britischen Bombern angegriffen.

Das Pentagon in Washington, der Sitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums, wird eingeweiht. Die spanische Regierung stellt Kredite in Höhe von 213 Millionen Peseten bereit, um Kasernen und Militärflugplätze zu bauen und Kriegsmaterial anzuschaffen.

Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten erlässt eine Verordnung zur Einordnung des Sports im Deutschen Reich in die Aufgaben des "totalen Krieges".

20. Februar 1943, Sonnabend

Die deutsch-italienische Panzerarmee in Nordafrika wird von der 8. britischen Armee auf die Mareth-Linie an der südtunesischen Grenze zurückgedrängt.

Ein US-amerikanischer Luftangriff auf die süditalienische Stadt Neapel fordert 119 Tote und 332 Verletzte unter der Zivilbevölkerung.

Im Rahmen der Konzentration der Wirtschaft des Deutschen Reiches werden weitere Stilllegungen in der Zementindustrie vorgenommen.

Die Oper "Die Kluge" des deutschen Komponisten Carl Orff nach einem Märchen der Brüder Grimm wird in Frankfurt am Main uraufgeführt.

21. Februar 1943, Sonntag

Generaloberst Heinz Guderian wird zum Generalinspekteur der deutschen Panzerwaffe ernannt.

Die deutschen Truppen in Nordafrika nehmen die Passstellungen nordwestlich von Kasserine ein und stoßen weiter auf Tébessa vor.

Die Rote Armee startet eine Offensive am Ilmensee.

Die christlichen Kirchen in den Niederlanden beschweren sich bei Reichskommissar Arthur Seyß-Inquart über das deutsche Okkupationsregime im Land.

22. Februar 1943, Montag

Die deutsche Heeresgruppe Süd tritt zwischen Dnjepr und Donez zu einer Offensive gegen die Verbände der Roten Armee an.

Das SS-Panzerkorps erobert die Stadt Pawlograd zurück; sie war erst am 18. Februar aufgegeben worden.

Der Volksgerichtshof in München verurteilt Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst zum Tode.

In einem Schreiben an seinen Vater Friedrich Flick berichtet Otto Ernst Flick über Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme der von dessen Unternehmen übernommenen französischen Munitionsfabriken infolge mangelnder Arbeitskräfte.

23. Februar 1943, Dienstag

Die deutschen und italienischen Truppen in Tunesien werden unter Leitung von Generalfeldmarschall Erwin Rommel zur Heeresgruppe Afrika zusammengefasst.

Die Rote Armee begeht den 25. Jahrestag ihrer Gründung.

Der sowjetische Staatschef Josef W. StaIin erklärt, dass die Sowjetunion die Hauptlast des Krieges trage, da eine zweite Front fehle.

Der norwegische Ministerpräsident Vidkun Abraham Lauritz Quisling lässt alle nicht kriegswichtigen Betriebe schließen und zieht alle Männer zwischen 18 und 55 Jahren und alle Frauen zwischen 21 und 40 Jahren zum Kriegseinsatz heran.

Die Vereinigten Staaten von Amerika stellen das 45 000-t-Schlachtschiff "Iowa" in Dienst; es ist das größte Kriegsschiff der US-amerikanischen Flotte.

24. Februar 1943, Mittwoch

Westlich des Mius an der Ostfront wird das IV. motorisierte Gardekorps der Roten Armee von der 1. deutschen Panzerarmee aufgerieben.

Südöstlich des Ilmensees tritt die Rote Armee zu einem neuen Angriff gegen die 16. deutsche Armee an.

Das deutsche Unternehmen "Frühlingswind" in Nordafrika wird von Generalfeldmarschall Erwin Rommel abgebrochen; die eingesetzten Truppenverbände ziehen sich auf ihre Ausgangsstellungen zurück.

Adolf Hitler erlässt einen Befehl, nach dem ein militärischer Vorgesetzter in der Wehrmacht "Ungehorsame auf der Stelle zu erschießen" hat.

In Griechenland kommt es zu heftigen Protesten gegen die vom deutschen Besatzungsregime geplante Zivilmobilisierung.

Die Deutsche Reichspost wirbt in der Presse um weibliche Hilfskräfte im Zustelldienst: "Frauen und Mädel! Meldet Euch beim nächsten Postamt!".

25. Februar 1943, Donnerstag

Die deutsche Offensive im Südabschnitt der Ostfront führt zur Niederlage der sowjetischen VII. Gardekavallerie.

In der Nacht zum 26. Februar greifen britische Bomber Nürnberg an und werfen 749 t ihrer tödlichen Fracht auf die Stadt.

An die Einzelhandelsfirmen im Deutschen Reich ergeht die Empfehlung, Kriegsgemeinschaften zu bilden.

"Um Arbeitskräfte für Aufgaben der Reichsverteidigung freizumachen", werden alle deutschen Galopp- und Trabrenntage gestrichen.

26. Februar 1943, Freitag

Britische Flugzeuge werfen 1014 t Bomben auf Köln.

Der Abschluss einer schweren Geleitzugschlacht im Atlantik wird gemeldet. Deutsche U-Boote versenkten allein aus dem alliierten Geleitzug "ON 166" 14 Schiffe.

In Berlin wird der Film "Sophienlund" uraufgeführt. Die Regie in diesem mit dem Prädikat "künstlerisch besonders wertvoll" versehenen Streifen führte Heinz Rühmann.

27. Februar 1943, Sonnabend

Die 16. deutsche Armee beendet die Räumung des Frontbogens von Demjansk.

Norwegische Widerstandskämpfer und britische Agenten verüben einen schweren Sprengstoffanschlag auf das Norsk Hydro-Werk bei Rjukan, in dem schweres Wasser zur Herstellung von Atombomben produziert wird.

Die in Berlin beschäftigten jüdischen Rüstungsarbeiter werden ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert.

Bei der Zuteilung von Wohnungen im Deutschen Reich werden ab sofort solche Personen bevorzugt, die sich im Krieg ausgezeichnet haben. Außerdem werden Wohnungsinhaber verpflichtet, freien Wohnraum unaufgefordert zu melden.

Die "Deutsche Bergwerkszeitung", das Organ der Schwerindustrie des Deutschen Reiches, plädiert für die uneingeschränkte Fortsetzung des Krieges.

28. Februar 1943, Sonntag

Ein US-amerikanischer Luftangriff auf die sardinische Stadt Cagliari fordert 200 Tote und zahlreiche Verletzte unter der Zivilbevölkerung.

In der Nacht zum 1. März werfen 409 britische Flugzeuge bei fünf Verlusten 1120 t Bomben auf die französische Hafenstadt Saint-Nazaire.

Die türkische Nationalversammlung in Ankara wählt erneut Ismet lnönü zum Staatspräsidenten.

Die italienischen Faschisten haben nach einer aktuellen Zählung 2,65 Millionen Mitglieder in den Kampfbünden, 2,7 Millionen in den Jugend-, 360 000 in den Frauen-, 60 000 in den Studenten- und 2,8 Millionen in den Arbeiterorganisationen. Weitere Organisationen umfassen knapp 1,8 Millionen Mitglieder.

Der Jemen bricht die diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reich sowie zu Italien und Japan ab.

Das Deutsche Frauenwerk fordert die Frauen im Reich zur Verbesserung ihrer Kraftfahrkenntnisse für den Einsatz in der Lebensmittelversorgung auf.

Die "Berliner Zeitung am Mittag" stellt ihr Erscheinen ein.


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1. März 1943, Montag

Die deutsche Heeresgruppe Mitte an der Ostfront beginnt mit der Räumung des Frontbogens von Rschew, die zu einer Verkürzung der Front um 230 km führt.

In der Nacht zum 2. März werfen britische Flugzeuge 610 t Bomben auf Berlin; 711 Menschen sterben, 35 000 werden obdachlos, 875 Häuser werden zerstört, 570 schwer beschädigt.

Die USA legen den inoffiziellen Entwurf eines Friedensvertrages mit dem Deutschen Reich vor.

In der sowjetischen Hauptstadt Moskau wird der Bund polnischer Patrioten gegründet; er soll unabhängig von der polnischen Exilregierung in London den Kern einer künftigen kommunistischen Regierung bilden.

Im Elsass und in Lothringen wird der französische Code civil außer Kraft gesetzt; statt dessen werden das Bürgerliche Gesetzbuch und das deutsche Handelsrecht eingeführt.

In Mexiko tritt zum ersten Mal in der Geschichte des Landes die allgemeine Wehrpflicht in Kraft.

Ein Dokumentarfilm über das Berlin der Vorkriegszeit, "Symphonie einer Weltstadt", wird im Deutschen Reich zugelassen, jedoch aufgrund eines später erlassenen Verbotes nicht uraufgeführt.

2. März 1943, Dienstag

Die deutschen Truppen im Südabschnitt der Ostfront nehmen Slawjansk und Bogoroditschno ein und bilden einen Brückenkopf über den Donez.

In einer Note an die polnische Exilregierung in London stellt die Sowjetunion fest, dass Polen keinen Anspruch auf von ihr besetzte Gebiete habe.

3. März 1943, Mittwoch

Sämtliche ostthrakischen Juden werden von deutschen Stellen festgenommen und fünf Tage später ins Konzentrationslager Treblinka deportiert.

Großbritannien erklärt sich zur Aufnahme von 29 000 jüdischen Kindern in Palästina bereit.

Ein Unglück in einem als Bombenschutzraum genutzten Londoner U-Bahnhof fordert 170 Menschenleben.

Zarah Leander spielt unter der Regie von Rolf Hansen die Hauptrolle in dem Film "Damals", der in Berlin uraufgeführt wird. Die Musik zu dem Kriminalfilm stammt von Ralph Benatzky und Lothar Brühne.

4. März 1943, Donnerstag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ermächtigt "den zur Bestätigung eines kriegsgerichtlichen Todesurteils berufenen Befehlshaber zu entscheiden, ob die Strafe durch Erschießen, Enthaupten oder Erhängen vollzogen werden soll".

In der Bismarcksee im Pazifischen Ozean geht eine dreitägige Schlacht zwischen Japanern und US-Amerikanern zu Ende.

Im Deutschen Reich wird ein Sonderbeauftragter für Energieeinsparung berufen.

Chile wird in das US-amerikanische Leib- und Pachthilfegesetz vom 11. März 1641 einbezogen.

5. März 1943, Freitag

In der Nacht zum 6. März startet die britische Luftwaffe eine Großoffensive gegen das Ruhrgebiet.

Anläßlich der 25-Jahr-Feier der Universum Film AG (Ufa) wird in Berlin der Abenteuerfilm "Münchhausen" mit Hans Albers u. a. uraufgeführt. Regie führte Josef von Baky.

6. März 1943, Sonnabend

Die deutschen Truppen im Raum westlich von Charkow treten zum Angriff gegen die Rote Armee an und bringen die sowjetische Offensive zum Stehen.

In Tunesien startet die deutsch-italienische Heeresgruppe Afrika eine Offensive gegen die vor der Mareth-Linie aufmarschierte 8. britische Armee.

Der deutsche Sozialdemokrat Kurt Schumacher wird wegen seines schlechten Gesundheitszustandes aus dem Konzentrationslager Dachau entlassen. Die Stadt Hannover wird ihm als Zwangsaufenthalt zugewiesen.

Die Reichsstelle Chemie verbietet die Herstellung von Filmen, Platten und Fotopapier sowie das Entwickeln und Kopieren von Filmen für Fotoamateure im Deutschen Reich.

7. März 1943, Sonntag

In einem Gespräch mit Albert Speer, dem Reichsminister für Bewaffnung und Munition im Führerhauptquartier "Werwolf" bei Winniza, beschwert sich Führer und Reichskanzler Adolf Hitler über den "Mangel an führenden Köpfen" in der deutschen Wehrmacht.

Der sowjetische Partei- und Staatschef Josef W. Stalin wird vom Obersten Sowjet in Moskau zum Marschall ernannt.

8. März 1943, Montag

In der Nacht zum 9. März werfen britische Flugzeuge 782 t Bomben auf Nürnberg.

US-Vizepräsident Henry Agard Wallace warnt vor einem neuen, dritten Weltkrieg.

Der schweizerische Bundespräsident Enrico Celio weist in einer Rede auf die Gefährdung der Neutralität seines Landes hin.

Der Urlaub für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst des Deutschen Reiches wird auf 14 Tage im Jahr herabgesetzt.

9. März 1943, Dienstag

Generaloberst Hans-Jürgen von Arnim wird von Adolf Hitler zum Nachfolger von Generalfeldmarschall Erwin Rommel als Oberbefehlshaber der deutsch-italienischen Heeresgruppe Afrika ernannt.

In Bremen treten verschiedene Behördenleiter zu einer Beratung über die "Leistungssteigerung der ausländischen Arbeitskräfte und Kriegsgefangenen" zusammen.

In Berlin findet eine Konferenz des Widerstandskreises Brüderliche Vereinigung der Kriegsgefangenen statt.

Italien beschließt, alle im Krieg gefallenen Soldaten nach dem Todesdatum ein Jahr lang als lebend zu betrachten, damit die Angehörigen so lange noch die vollen Bezüge erhalten können.

Bei einem Partisanenüberfall auf das deutsche Offizierskasino in der französischen Stadt Lille werden 22 Wehrmachtsangehörige getötet.

Im KZ Lublin-Majdanek wird der deutsche Maler, Grafiker und Bildhauer Otto Freundlich umgebracht.

10. März 1943, Mittwoch

Die deutsche Heeresgruppe Mitte räumt die sowjetische Stadt Bjeloi.

Generalfeldmarschall Erwin Rommel versucht vergeblich, Adolf Hitler dazu zu bewegen, einer Räumung des größten Teils von Tunesien durch die deutschen Truppen zuzustimmen.

Die Arbeitszeit für Beamten im Deutschen Reich wird auf 53 bzw. 56 Stunden pro Woche heraufgesetzt.

In Rotenburg/Wümme stirbt im Alter von 78 Jahren der deutsche Maler Otto Modersohn.

11. März 1943, Donnerstag

Bei einem britischen Bombenangriff auf Stuttgart in der Nacht zum 12. März kommen 112 Menschen ums Leben; 386 Zivilisten werden verletzt.

Angehörige des Kreises um den jugoslawischen Partisanenführer Josip Broz Tito, darunter Milovan Djilas, nehmen Kontakt zur deutschen Wehrmacht auf, um über einen Gefangenenaustausch zu verhandeln.

12. März 1943, Freitag

An der Ostfront räumt die deutsche Heeresgruppe Mitte die Stadt Wjasma, die von der Roten Armee besetzt wird.

Ein Streik der Turiner Rüstungsarbeiter, mit dem sie für "Frieden und Freiheit" demonstrieren wollen, führt nur zu schwachen Reaktionen der italienischen Behörden.

Das US-amerikanische Leib- und Pachtgesetz vom 11. März 1941 wird um ein weiteres Jahr verlängert.

Das SS-Unternehmen Ostindustrie GmbH wird gegründet. Jüdische Häftlinge sollen dort Zwangsarbeit leisten.

Der Film "Paracelsus" mit Werner Krauss in der Hauptrolle u. a. wird in Salzburg uraufgeführt.

13. März 1943, Sonnabend

In der Nacht zum 13. März greifen 384 britische Bomber abermals Essen, Bottrop und Duisburg an.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gibt den ersten Operationsbefehl für das Unternehmen "Zitadelle", eine deutsche Offensive an der Ostfront im Raum Kursk, heraus.

Ein Sprengstoffattentat des Widerstandskreises in der Heeresgruppe Mitte um Oberst Henning von Tresckow auf Adolf Hitler scheitert.

Das jüdische Getto in Krakau wird aufgelöst.

Im US-amerikanischen Boca Grande stirbt 75jährig der Bankier John Pierpont Morgan der Jüngere, Finanzier der Alliierten im Ersten Weltkrieg.

14. März 1943, Sonntag

SS-Truppen nehmen die Stadt Charkow, die erst am 16. Februar von der Roten Armee besetzt worden war, wieder ein.

Die mit 5440 kg bislang schwerste Bombe des Krieges zerstört einen Viadukt bei Bielefeld.

15. März 1943, Montag

Nach Gerüchten über eine geplante Flucht des französischen Marschalls Philippe Pétain nach Nordafrika lässt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler alle Flugplätze in der Umgebung von Vichy unbrauchbar machen.

Der südafrikanische Ministerpräsident Jan Christiaan Smuts setzt sich in einem Interview für die Entwaffnung der Achsenmächte nach dem Krieg, zugleich aber für ihre Gleichstellung mit den Alliierten in anderen Bereichen, z. B. in wirtschaftlicher Hinsicht, ein.

Die Deportation der Juden aus der griechischen Stadt Saloniki beginnt.

Belgien muss 28 000 Metallfacharbeiter für den Arbeitseinsatz im Deutschen Reich stellen; weitere 22 000 müssen die Niederlande aufbringen.

Die neue Arbeitsparole der Deutschen Arbeitsfront lautet: "Keine Stunde Leistungsverlust durch Unfall."

Laut Anordnung der Reichsstelle KIeidung dürfen bis zum 15. August im Deutschen Reich keine Filzhüte mehr verkauft werden; ausgenommen sind nur Trachtenhüte der einheimischen Bevölkerung.

16. März 1943, Dienstag

Die deutschen Truppen an der Ostfront beenden die Räumung der Region um Rschew, Ghatsk und Wjasma.

Wegen zunehmender Widerstandstätigkeit verhängt das deutsche Besatzungsregime über Savoyen (Frankreich) das Kriegsrecht.

Die von Diktator General Francisco Franco Bahamonde 1942 neu geschaffene Volksvertretung Cortes de España tritt zu ihrer ersten Sitzung zusammen.

Im Deutschen Reich wird eine Verordnung über die Normung von Särgen erlassen; für einen Erdsarg der Kategorie 1 darf höchstens 0,11 Kubikmeter Holz verbraucht werden.

17. März 1943, Mittwoch

In Frankreich wird die Entfernung aller Halbjuden aus dem kulturellen Bereich angeordnet.

Das bulgarische Parlament spricht sich einstimmig gegen die Deportation der Juden des Landes aus.

Im Deutschen Reich wird die Festkraftstoffkarte eingeführt.

Der Film "This Land is mine" ("Dies ist mein Land") des französischen Regisseurs Jean Renoir wird uraufgeführt.

18. März 1943, Donnerstag

Ernst Freiherr von Weizsäcker wird neuer deutscher Botschafter beim Vatikan.

Aufgrund von Gerüchten über einen bevorstehenden deutschen Angriff werden alle Stäbe der schweizerischen Heereseinheiten auf ihre Kriegsstandards festgelegt. Dieser "Märzalarm" wird am 27. März wieder aufgehoben.


In Klagenfurt wird der Film "Kohlhiesels Töchter" mit Heli Finkenzeller u. a. uraufgeführt.

19. März 1943, Freitag

US-amerikanische Bomber greifen Bremen an.

Die 8. britische Armee in Südtunesien greift die 1. italienische Armee in der Mareth-Stellung an.

20. März 1943, Sonnabend

Vom Atlantik wird die größte Geleitzugschlacht des Krieges gemeldet, bei der deutsche U-Boote 140 842 Bruttoregistertonnen an gegnerischen Schiffen versenkt haben.

Gegenüber dem Reichspropagandaminister Joseph Goebbels gibt Adolf Hitler seiner Genugtuung darüber Ausdruck, dass die meisten Berliner Juden bereits deportiert worden sind. Goebbels notiert dazu in seinem Tagebuch: "Jedenfalls werden die Juden die Verlierer dieses Krieges sein, so oder so."

Die polnische Exilregierung in London berichtet über Morde an Juden im Zuge der Räumung von Gettos.

In Spanien muss infolge der enormen Treibstoffknappheit der Passagierdienst auf den inländischen Flugrouten eingestellt werden.

21. März 1943, Heidengedenktag

Nach der Einnahme Belgorods klingt die Offensive der deutschen Heeresgruppe Süd an der Ostfront ab.

Ein Attentat von Oberst Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff auf Adolf Hitler schlägt fehl.

In einer langen Rede an das britische Volk setzt sich Premierminister Winston Churchill mit der Ordnung der Welt nach Kriegsende auseinander.

Im Deutschen Reich wird die Schließung von Einzelhandelsgeschäften wegen Urlaub des Personals untersagt.

22. März 1943, Montag

Großadmiral Karl Dönitz ordnet die Erhöhung der monatlichen U-Boot-Produktion für die deutsche Kriegsmarine auf 30 Boote des Typs VII an.

Unter bulgarischer Mithilfe beginnt die Deportation von rund 12 000 Juden aus Thrakien und Makedonien.

Im Konzentrationslager Auschwitz wird ein weiteres Krematorium in Betrieb genommen.

Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Bernhard Rust, erlässt eine Verordnung über den stärkeren Einsatz der deutschen Studenten im "totalen Krieg".

In Breslau wird der Film "Gefährtin meines Sommers" mit Anna Dammann u. a. uraufgeführt.

23. März 1943, Dienstag

Großadmiral Karl Dönitz fordert die Gleichrangigkeit von U-Boot-Programm und Panzerprogramm. Er einigt sich mit dem Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Albert Speer, auf eine zusätzliche monatliche Stahlzuteilung in Höhe von 40 000 t für den deutschen Schiffbau.

Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Fritz Sauckel, fordert den verstärkten Einsatz von Frauen im Werksluftschutz.

Aus den Wahlen zum dänischen Parlament gehen die Sozialdemokraten mit 66 von 149 Mandaten als Sieger hervor.

24. März 1943, Mittwoch

In einer Rede vor dem britischen Oberhaus fordert William Temple, der Erzbischof von Canterbury, die Regierung zu Maßnahmen gegen die Judenvernichtung im Deutschen Reich und in den von ihm besetzten Gebieten auf.

In Hessen-Nassau wird ein Aufruf erlassen, den Rüstungsarbeitern Fahrräder zur Verfügung zu stellen, damit sie schneller zur Arbeit kommen.

Das Schauspiel "Das heilige Experiment" des Österreichers Fritz Hochwälder wird in Biel uraufgeführt.

25. März 1943, Donnerstag

Die britische Luftwaffe bombardiert die Vororte von Rom.

Das Befreiungskomitee des früheren Sowjetgenerals Andrei A. Wlassow, der sich in deutscher Kriegsgefangenschaft befindet, fordert das russische Volk zum Sturz seiner Regierung auf.

Die UdSSR und Japan verlängern das 1928 zwischen beiden Ländern abgeschlossene Fischereiabkommen.

In Berlin stirbt im Alter von 55 Jahren Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten.

26. März 1943, Freitag

Bei den Kommandanteninseln kommt es zu einer schweren Kreuzerschlacht zwischen US-amerikanischen und japanischen Geschwadern.

Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop fordert die finnische Regierung in Helsinki vergeblich auf, eine verbindliche Erklärung darüber abzugeben, dass das Land nicht ohne deutsche Zustimmung Waffenstillstands- oder Friedensverhandlungen mit der Sowjetunion aufnehmen werde.

In einer geheimen Denkschrift an die deutschen Generale fordert Widerstandskämpfer Carl Friedrich Goerdeler einen Staatsstreich.

In den Vereinigten Staaten wird eine oberste Verwaltungsbehörde für die Produktion und Verteilung von Lebensmitteln eingerichtet.

Die jüdische Lyrikerin Gertrud Kolmar wird aus Berlin deportiert und ist seitdem verschollen.

Der Film "Hangmen Also Die" ("Auch Henker sterben") des österreichisch-US-amerikanischen Regisseurs Fritz Lang, an dessen Drehbuch Bertolt Brecht mitgewirkt hat, wird uraufgeführt.

27. März 1943, Sonnabend

Die 8. britische Armee in Südtunesien erzielt einen Durchbruch durch die Stellungen der 1. italienischen Armee.

Das Kriegswinterhilfswerk im Deutschen Reich führt Sammlungen unter dem Motto "Schaffende sammeln -Schaffende geben" durch.

In Göttingen werden zwei Jugendliche, die aus der Weser mehr als einen Zentner Fische unter Einsatz gestohlener Handgranaten gefischt hatten, zu Gefängnisstrafen verurteilt.

28. März 1943, Sonntag

Niederländische Widerstandskämpfer verüben einen Brandanschlag auf das Bevölkerungsregister von Amsterdam.

Der 1873 geborene russisch-US-amerikanische Komponist, Pianist und Dirigent Sergei W. Rachmaninow stirbt in Beverly Hills bei Los Angeles.

29. März 1943, Montag

Reichsführer SS Heinrich Himmler befiehlt die Deportation aller niederländischen Sinti ins Konzentrationslager Auschwitz.

Im Deutschen Reich tritt die Sommerzeit in Kraft.

30. März 1943, Dienstag

Als Gegenleistung für den Kriegseintritt an der Seite Japans am 9. Januar erhält die chinesische Regierung mit Sitz in Nanking entschädigungslos die japanischen Konzessionen in Hankow, Tientsin, Shasi, Sütschou, Hangtschou und Amoy sowie die Polizei- und Verwaltungsrechte in diesen Küsten- und Binnenhäfen.

Die Geheime Staatspolizei erlässt eine Anweisung zur Überführung sozialdemokratischer und kommunistischer Funktionäre aus der Justiz-Haft in Konzentrationslager.

In der Schweiz gehen wieder mehrere Gerichtsverfahren wegen Landesverrat zu Ende; zwei der 13 Verurteilten werden mit dem Tode bestraft.

Laut Pressemeldungen wird die Anfertigung von Dauerwellen im Deutschen Reich einheitlich gestattet. Ihr Verbot hatte den Berichten zufolge unter den Frauen "mürrische Unzufriedenheit" ausgelöst.

31. März 1943, Mittwoch

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt in Berlin den bulgarischen König Boris III. zu einer "langen und herzlichen Aussprache" (Deutsches Nachrichten-Büro).

Ein US-amerikanischer Bombenangriff auf die niederländische Stadt Rotterdam fordert 180 Menschenleben; 20 000 Einwohner werden obdachhos.

In New York wird das Musical "Oklahoma!" von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein uraufgeführt.


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1. April 1943, Donnerstag

Der ungarische Ministerpräsident Nikolaus Kállay von Nagy-Kálló trifft zu einem dreitägigen Besuch in Rom ein, wo er den italienischen Ministerpräsidenten und Duce Benito Mussolini für einen Separatfrieden gewinnen will.

Der "Münchner Laienbrief" verurteilt die Judenvernichtung durch das nationalsozialistische Regime.

Das Orchester der Staatsoper Dresden wird neben den Berliner Philharmonikern und der Preußischen Staatskapelle als drittes Orchester in die "Sonderklasse der Klangkörper" im Deutschen Reich aufgenommen.

Die Oper "Das Schloss Dürande" von Othmar Schoeck nach der gleichnamigen Novelle von Joseph Freiherr von Eichendorff wird in Berlin uraufgeführt.

Der Film "Karneval der Liebe" mit Johannes Heesters u. a. wird in Königsberg uraufgeführt.

2. April 1943, Freitag

Die britische Luftwaffe bombardiert in der Nacht zum 3. April die französischen Städte Saint-Nazaire und Lorient.

In München wird der Film "Ich vertraue dir meine Frau an" mit Heinz Rühmann u. a. uraufgeführt.

3. April 1943, Sonnabend

Bei Krymskaja tritt die Rote Armee zu einem neuen Angriff gegen den von deutschen Truppen gehaltenen Kuban-Brückenkopf an.

Britische Bomber greifen in der Nacht zum 4. April Essen - unter anderem die dortigen Krupp-Werke - an; 118 Menschen finden den Tod.

Für die Volksdeutschen in Kroatien wird der "totale Kriegseinsatz" angeordnet; alle wehrfähigen Männer der Jahrgänge 1908 bis 1925 werden eingezogen.

Die japanische Hauptstadt Tokio geht in die Verwaltung des Innenministeriums über; in der Metropole wohnen zur Zeit 7.4 Millionen Menschen.

Für gewerbliche Verbraucher von Brennstoffen im Deutschen Reich werden für die Zukunft Verbrauchshöchstmengen festgesetzt.

In Hollywood stirbt 50jährig der deutsche Filmschauspieler Conrad Veidt.

4. April 1943, Sonntag

Ein britischer Angriff auf die Renault-Werke in Billancourt bei Paris fordert 228 Menschenleben; 590 Personen werden verletzt.

Die US-Luftwaffe greift die süditalienische Stadt Neapel an; 221 Menschen kommen ums Leben.

Der Chef der Regierung in Vichy, Philippe Pétain, greift die USA und Großbritannien wegen der Bombardierung französischer Städte an.

Die Betriebsführer im Deutschen Reich werden aufgefordert, die meisten Akten und Geschäftsunterlagen, die älter als fünf Jahre sind, der Altpapierverwertung zuzuführen.

5. April 1943, Montag

Angesichts sehr hoher Verluste stellt die Rote Armee ihre Angriffe gegen den von deutschen Truppen gehaltenen Kuban-Brückenkopf ein.

Ein schwerer Bombenangriff der US-Luftwaffe auf die belgische Stadt Antwerpen fordert 2130 Menschenleben, 600 Zivilisten werden verletzt.

Um zu verhindern, dass sie das Land verlassen und eine Exilregierung bilden, werden mehrere inhaftierte französische Politiker von Frankreich ins Deutsche Reich gebracht.

Die deutschen Widerstandskämpfer Hans von Dohnanyi, Dietrich Bonhoeffer und Joseph Müller sowie deren Frauen werden von der Geheimen Staatspolizei verhaftet.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erklärt die Arbeiten an einer Breitspureisenbahn für kriegswichtig.

Der deutsche Kunsthandwerker, Maler, Grafiker und Architekt Bernhard Pankok stirbt 70jährig in Baiersbrunn (Isartal).

6. April 1943, Dienstag

Die 8. britische Armee unter Montgomery tritt zum Angriff gegen die 1. italienische Armee am Wadi Akarit in Südtunesien an.

Die deutschen Truppen an der Ostfront beginnen mit dem Unternehmen "Neptun", einem Angriff auf den sowjetischen Landestützpunkt am Myschako-Berg südlich von Noworossisk.

Die Planungen für den "sozialen Wohnungsbau" nach dem Krieg im Deutschen Reich werden eingestellt.

Fünf Millionen Menschen in der chinesischen Provinz Honan sind von einer Hungersnot betroffen.

7. April 1943, Mittwoch

Mit dem Zusammentreffen von Teilen der 8. britischen Armee unter Generalleutnant Bernard Law Montgomery und des II. US-Korps unter General George S. Patton in Tunesien beginnt die Einschließung der deutsch-italienischen Heeresgruppe Afrika.

Der italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini trifft zu einem viertägigen Besuch bei Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in Schloss Kleßheim bei Salzburg ein. Mussolini drängt vergeblich auf einen Separatfrieden im Osten.

Bolivien erklärt dem Deutschen Reich und seinen Verbündeten den Krieg.

John Maynard Baron Keynes of Tilton, Finanzberater der britischen Regierung, legt ein Weißbuch über die Schaffung einer internationalen Clearing-Union nach dem Krieg vor.

8. April 1943, Donnerstag

In der Nacht zum 9. April bombardieren britische Flugzeuge Duisburg.

Die 8. britische Armee erobert die tunesische Hafenstadt Sfax.

Eine Rationalisierungsschau in Berlin zeigt Einheitszahnbürsten, -bleistifte und -kinderwagen.

Die Gemeinschaft Schuhe im Deutschen Reich gibt Bezugsscheine für Großverbraucher und öffentliche Stellen für Schuhwerk aller Art heraus.

9. April 1943, Freitag

Das bisherige Gefangenenlager Lublin-Majdanek wird in ein Konzentrationslager umgewandelt.

Kriegsgefangenen im Deutschen Reich, die einen Arbeitsvertrag unterzeichnen, wird ein Frankreichurlaub gewährt. Die Aktion wird später abgebrochen, als im Mai von 8000 beurlaubten Gefangenen 2000 nicht zurückkehren.

In den USA wird ein allgemeiner Lohn-und Preisstopp verhängt.

Nach blutigen Auseinandersetzungen zwischen sowjetischen und iranischen Truppen wird über die Volksrepublik Aserbaidschan der Ausnahmezustand verhängt.

10. April 1943, Sonnabend

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels besucht die besonders schwer bombengeschädigte Stadt Essen.

Die Rektoren und Gaustudentenführer im Deutschen Reich müssen in Zukunft alle Studierenden zum Arbeitseinsatz melden, die "nach Leistung und Haltung für ein Studium unter den erhöhten Anforderungen nicht geeignet erscheinen".

11. April 1943, Sonntag

In einer Unterredung mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler weist Großadmiral Karl Dönitz auf die wachsenden Verluste an deutschen U-Booten hin und fordert eine Steigerung der Werft-Kapazitäten für den U-Boot-Bau.

Der Personenzugverkehr zwischen Moskau und Stalingrad (Wolgograd) wird wieder aufgenommen.

Aus Ersparnisgründen spielen in der ersten Runde der Deutschen Fußballmeisterschaft die Meister benachbarter Gaue gegeneinander.

12. April 1943, Montag

Die 8. britische Armee erobert die tunesische Stadt Sousse.

In Salzburg trifft der rumänische Staatsführer Ion Antonescu zu zweitägigen Besprechungen mit Adolf Hitler über die Kriegslage ein.

Reichskanzleichef Hans Heinrich Lammers legt ein geheimes Gutachten über Korruption und Misswirtschaft im Generalgouvernement Polen vor.

In Dortmund kommt es bei dem Versuch eines Wehrmachtsoffiziers einen offenbar desertierten Soldaten zu verhaften, zu einer Protestkundgebung mehrerer hundert kriegsmüder Frauen.

Die finnische Stadtbevölkerung wird zum Arbeitsdienst in der Land- und Forstwirtschaft eingezogen.

In Wien wird ein 47jähriger Mann als "Rundfunkverbrecher" zum Tode verurteilt.

13. April 1943, Dienstag

Die 1. italienische Armee in Tunesien bezieht eine neue Verteidigungsstellung zwischen den Orten Enfidaville und Pont-du-Fahs.

Bei Katyn (westlich von Smolensk) haben deutsche Soldaten Massengräber mit den Leichen von mehr als 4000 polnischen Offizieren entdeckt, die im Frühjahr 1940 von der sowjetischen Staatspolizei ermordet worden sind.

In den sechs größten Kinos von Moskau wird der britische Kriegsfilm "Sieg in der Wüste" gezeigt; dies ist das erste Mal, dass ein britischer Dokumentarkriegsfilm in sowjetischen Kinos aufgeführt wird.

Der deutsche Maler und Bildhauer Oskar Schlemmer stirbt im Alter von 54 Jahren in Baden-Baden.

14. April 1943, Mittwoch

Die Rote Armee tritt zu einem neuen Angriff gegen die 17. deutsche Armee am Kuban-Brückenkopf an.

Ein britischer Bombenangriff auf Stuttgart in der Nacht zum 15. April fordert 619 Menschenleben; 703 Personen werden verletzt.

Deutsche Bomber greifen die britische Stadt Chelmsford (nordöstlich von London) an.

Der britische Außenminister Robert Anthony Eden und US-Präsident Franklin Delano Roosevelt vereinbaren in Washington, dass Polen nach Kriegsende Ostpreußen erhalten soll; Roosevelt schlägt die Aussiedlung der dortigen deutschen Bevölkerung vor.

US-General Douglas MacArthur warnt vor einer möglichen japanischen Invasion Australiens.

Im Konzentrationslager Sachsenhausen kommt Jakow J. Dschugaschwili, ein Sohn des sowjetischen Staatschefs Josef W. Stalin, ums Leben.

Der argentinische Außenminister Enrique Ruiz-Guiñazú weist in einer Rede auf den forcierten Ausbau der Panamerikastraße durch sein Land hin.

15. April 1943, Donnerstag

In seinem "Operationsbefehl Nr. 6" erklärt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler seinen Entschluss. "als ersten der diesjährigen Angriffsschläge den Angriff «Zitadelle» durchzuführen", eine Offensive der deutschen Truppen an der Ostfront bei Kursk.

Die Herstellung von Spielzeug im Deutschen Reich wird verboten, soweit dafür keine besonderen Herstellungsanweisungen vorliegen.

16. April 1943, Freitag

Deutsche Bomber greifen in der Nacht zum 17. April London an.

Auf Schloss Kleßheim bei Salzburg trifft der ungarische Reichsverweser Admiral Miklós Horthy zu zweitägigen Besprechungen mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ein.

Die französischen Departements Martinique und Guadeloupe erklären sich zur Zusammenarbeit mit den USA bereit, weigern sich jedoch, eine Rebellion gegen die Regierung in Vichy zu unternehmen.

In Köln werden 55 Mitglieder der Jugend-Widerstandsgruppe "Edelweißpiraten" verhaftet.

Der Ausschank und Verkauf von Bier an die italienische Bevölkerung wird ab sofort untersagt.

Der Film "Himmel, wir erben ein Schloss" mit Anny Ondra u. a. wird in München uraufgeführt.

17. April 1943, Sonnabend

Deutsche Truppen treten zum Angriff gegen den sowjetischen Landekopf am Myschako-Berg südlich der Stadt Noworossisk an.

Ein US-amerikanischer Bombenangriff auf Bremen trifft neben Wohnvierteln auch die Focke-Wulf-Werke.

18. April 1943, Sonntag

Die deutsche Heeresgruppe Mitte erhält den Befehl, den Rücktransport des II. italienischen Armeekorps in seine Heimat einzuleiten; damit ist der Einsatz italienischer Divisionen an der Ostfront beendet.

Alliierte Jäger vernichten aus einem deutschen Transportverband für Tunesien 24 Flugzeuge des Typs "Ju 52" und zehn Begleitflugzeuge.

Der Oberbefehlshaber der japanischen Flotte, Admiral Isoruku Jamamoto, wird während eines Fluges im Südpazifik von einem US-amerikanischen Jäger abgeschossen.

Zwischen der Türkei und dem Deutschen Reich wird ein neues Wirtschaftsabkommen unterzeichnet.

Der Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Albert Speer, errichtet eine zentrale Organisation für Energieplanung im Deutschen Reich, um den steigenden Bedarf der Rüstungsindustrie an elektrischer Energie und Gas steuern und decken zu können.

19. April 1943, Montag

Bei Enfidaville in Tunesien treten die alliierten Truppen zur Großoffensive gegen die deutsch-italienische Heeresgruppe Afrika an.

Im Berghof bei Berchtesgaden empfängt Adolf Hitler in Gegenwart des zuständigen Reichskommissars Josef Terboven den norwegischen Ministerpräsidenten Vidkun Abraham Lauritz Quisling.

Im Warschauer Getto, aus dem bereits über 300 000 Juden deportiert worden sind, kommt es vor dessen völliger Auflösung zu einem bis zum 18. Mai dauernden Aufstand.

Im Prozess gegen mehrere Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" verkündet der Volksgerichtehof Todesurteile gegen die Münchner Wilhelm Graf, Kurt Huber und Alexander Schmorell.

Auf den Bermudas beginnt eine Konferenz zwischen den USA und Großbritannien über Flüchtlingsfragen; sie dauert bis zum 29. April.

20. April 1943, Dienstag

Britische Flugzeuge werten 782 t Bomben auf Stettin (Szczecin).

Die sowjetische Luftwaffe fliegt einen Angriff auf Tilsit (Sowetsk), wo es 24 Tote gibt.

Die Unterstützung der USA nach dem Leib- und Pachthilfegesetz vom 11. März 1941 wird auf Saudi-Arabien ausgedehnt.

Vertreter der Essener Krupp-Werke sprechen bei Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß wegen der Errichtung eines Werkes auf dem Gelände des Konzentrationslagers vor.

21. April 1943, Mittwoch

Der Angriff der deutschen Truppen gegen den sowjetischen Landekopf südlich von Noworossisk am Schwarzen Meer wird eingestellt.

Reichsjustizminister Otto Georg Thierack weist alle Generalstaatsanwälte an, polnische und jüdische Gefangene, die zur Entlassung aus Strafvollzugsanstalten anstehen, der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) zur Einweisung in Konzentrationslager zu überstellen.

Mamoru Schigemitsu wird neuer japanischer Außenminister.

Der britische Außenminister Robert Anthony Eden beschwert sich in einer Rede vor dem Londoner Unterhaus über die Behandlung britischer Kriegsgefangener im Deutschen Reich.

Großbritannien warnt das Deutsche Reich vor einem Giftgaseinsatz.

Die USA gibt die Hinrichtung von US-amerikanischen Piloten durch Japan bekannt, die bei Luftangriffen auf Tokio abgeschossen worden waren.

In Berlin wird der Film "Symphonie eines Lebens" mit Harry Baur u. a. uraufgeführt.

22. April 1943, Donnerstag

Alliierte Jäger schießen über Tunis 16 deutsche Transportflugzeuge ab, darunter die letzten hier verfügbaren Großtransporter "Me 323".

Das Verwundetenabzeichen kann im Deutschen Reich ab sofort und rückwirkend vom 1. September 1939 auch an Zivilisten verliehen werden.

Die Lageberichte des Sicherheitsdienstes der Schutzstaffel (SS) melden einen verstärkten Besuch der deutschen Bevölkerung in den Kirchen.

In Frankfurt am Main wird der Film "Der kleine Grenzverkehr" mit Willy Fritsch u. a. uraufgeführt.

23. April 1943, Karfreitag

Der slowakische Staatspräsident Jozef Tiso trifft auf dem Berghof bei Berchtesgaden mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zusammen.

Thailand erkennt die deutschen Marionettenregierungen in Kroatien und der Slowakei "de iure" an.

Der Urlaubsanspruch für die in der deutschen Privatwirtschaft Beschäftigten wird auf 14 Tage begrenzt.

Der deutsche Physiker Max Planck vollendet sein 85. Lebensjahr.

24. April 1943, Sonnabend

Die Alliierten treten in Tunesien zu einer Offensive an.

Die Japaner erneuern von Birma aus ihre Angriffe gegen Indien.

25. April 1943, Ostersonntag

Eine ergänzende Verordnung zum deutschen Reichsbürgergesetz bestimmt, dass Juden, "Mischlinge ersten Grades" und "Zigeuner" nicht deutsche Staatsangehörige sind.

Der Belgier Marcel Kint gewinnt die über 250 km führende Radfernfahrt Paris - Roubaix in der Rekordzeit von 6:01,32 h (41.822 km/h).

26. April. Ostermontag

Ein britischer Bombenangriff auf Duisburg in der Nacht zum 27. April fordert 80 Menschenleben.

Die UdSSR bricht ihre diplomatischen Beziehungen zur polnischen Exilregierung in London im Zusammenhang mit der Katyn-Affäre ab.

27. April 1943, Dienstag

In einer Besprechung mit dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), Robert Ley, lehnt Adolf Hitler eine Angleichung der Frauenlöhne an die Gehälter der Männer mit der Begründung ab, dass "grundsätzlich nur der Mann verdiene".

Der deutsche Plan einer Deportation aller Amsterdamer Juden wird als undurchführbar aufgegeben.

Die Euthanasie-Aktion "14 f 13" im Deutschen Reich wird eingeschränkt, um die dafür vorgesehenen Häftlinge in der Industrie einsetzen zu können.

28. April 1943, Mittwoch

Haushaltsgegenstände aus Metall werden im Deutschen Reich in Zukunft nur noch gegen Bezugsscheine abgegeben.

In München wird eine Frau wegen Beihilfe zum Fluchtversuch eines französischen Kriegsgefangenen zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt.

29. April 1943, Donnerstag

Die Rote Armee tritt erneut zum Angriff gegen den deutschen Kuban-Brückenkopf an.

Adolf Hitler empfängt auf dem Berghof den französischen Regierungschef Pierre Laval.

In den Niederlanden kommt es zu einem Generalstreik, nachdem Adolf Hitler befohlen hat, die im Mai 1940 entlassenen 300 000 Kriegagefangenen zum Arbeitseinsatz zu internieren.

Die Presse im Deutschen Reich wird angewiesen, in Zukunft verstärkt antisemitische Hetze zu betreiben.

Der Film "Die Wirtin zum weißen Rössl" von Karl Anton u. a. mit Leny Marenbach wird in München uraufgeführt.

30. April 1943, Freitag

In der Nacht zum 1. Mai werfen britische Flugzeuge 840 t Bomben auf Essen.

Reichskommissar Arthur Seyß-Inquart verhängt den Ausnahmezustand über mehrere niederländische Provinzen; am 1. Mai wird dieser auf das ganze Land ausgedehnt.

Das Konzentrationslager Bergen-Belsen wird errichtet.


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1. Mai 1943, Maifeiertag

In Stockholm findet eine internationale Maifeier aller Emigrantengruppen und der schwedischen Sozialdemokratischen Partei statt. Zu den Teilnehmern gehören u. a. der Deutsche Willy Brandt und der Österreicher Bruno Kreisky.

Nach Ablauf der Arbeitsabkommen zwischen den Kohlengrubenbesitzern und der Grubenarbeitergewerkschaft kommt es in den USA zu einer Ausweitung der bereits länger andauernden Bergarbeiterstreiks.

In den deutsch besetzten Gebieten werden Fahrräder beschlagnahmt, um deren Mangel im Reich zu beheben.

2. Mai 1943, Sonntag

Im westlichen Mittelmeer beginnt eine knapp zweimonatige, größere Operation britischer U-Boote.

3. Mai 1943, Montag

Die Alliierten besetzen die tunesische Stadt Mateur.

Bei den Parlamentswahlen auf den Färöerinseln, die zu Dänemark gehören, aber von Großbritannien besetzt sind, gewinnt die Partei, die die Unabhängigkeit von Dänemark anstrebt.

In Berlin findet anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Deutschen Arbeitsfront ein Reichsappell mit Delegationen aller Länder statt, die Arbeiter ins Deutsche Reich geschickt haben.

Liechtenstein führt die Arbeitsdienstpflicht für alle Personen zwischen 16 und 60 Jahren ein.

Die US-Amerikaner Upton Sinclair und Thornton Wilder werden mit Pulitzerpreisen ausgezeichnet.

4. Mai 1943, Dienstag

An der Ostfront räumt die 17. deutsche Armee den Frontbogen bei Krymskaja sowie die Stadt selbst.

Ein britischer Bombenangriff auf Dortmund in der Nacht zum 5. Mai fordert 693 Menschenleben und 1075 Verletzte.

Der sowjetische Staatschef Josef W. Stalin erklärt, die UdSSR wünsche nach Kriegsende ein enges Bündnis mit dem polnischen Staat.

Das ungarische Parlament wird auf unbestimmte Zeit vertagt.

Die am 27. August 1939 im Deutschen Reich errichteten Führungsstäbe Wirtschaft werden aufgelöst.

Hüte werden im Deutschen Reich auf die Liste der nicht versorgungswichtigen Waren gesetzt, was einem Herstellungsverbot gleichkommt.

5. Mai 1943, Mittwoch

Die 1. britische Armee eröffnet in Tunesien einen erfolgreichen Großangriff gegen die 5. deutsche Panzerarmee.

In den Niederlanden werden alle Personen zum Arbeitseinsatz herangezogen, die 1940 militärdienstpflichtig waren.

Der italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini erklärt in Rom, dass sein Land auch in Zukunft nach Kolonien in Afrika trachten werde.

6. Mai 1943, Donnerstag

Entgegen einer entsprechenden Zusage von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, für das deutsche Marinebauprogramm monatlich 30 000 t Stahl zur Verfügung zu stellen, legt die zuständige zentrale Planungsbehörde das Marinekontingent auf nur 17 900 t fest.

Der Bund polnischer Patrioten ersucht die Sowjetunion um Aufstellung einer polnischen Division in der UdSSR, was Staatschef Josef W. Stalin drei Tage später genehmigt.

7. Mai 1943, Freitag

Die Alliierten nehmen die tunesischen Städte Biserta und Tunis ein; dadurch wird die deutsch-italienische Heeresgruppe Afrika in zwei Kampfgruppen aufgespalten.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt die Reichs- und Gauleiter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei zu einer ausführlichen Lagebesprechung.

In einer Rede in Eskilstuna versichert der schwedische Außenminister Christian Günther das strikte Festhalten seines Landes an der Neutralität.

8. Mai 1943, Sonnabend

Frankreich erklärt sich bereit, bis zum 36. Juni weitere 400 000 Arbeiter für den Arbeitseinsatz zu stellen; davon sollen 220 000 im Deutschen Reich eingesetzt werden, der Rest unter deutscher Regie in Frankreich.

In der sowjetischen Presse wird die am 1. März erfolgte Gründung des Bundes polnischer Patrioten bekanntgegeben.

Der Film "The Ox-Bow Incident" ("Der Ritt zum Ox-Bow") des US-amerikanischen Regisseurs William A. Wellman wird uraufgeführt.

9. Mai 1943, Sonntag

Die 5. deutsche Panzerarmee ergibt sich südlich der tunesischen Stadt Biserta den Alliierten.

Ein US-Luftangriff auf die Stadt Palermo fordert 210 Menschenleben.

Die Bevölkerung des Deutschen Reichs wird aufgefordert, die Reisen Schaulustiger in die von Bombenangriffen betroffenen Städte sofort zu unterlassen.

Die deutsche Schwimmerin Gisela Graß aus Leipzig stellt in ihrer Heimatstadt mit 1:19,8 min einen Weltrekord über 100 m Brust auf.

10. Mai 1943, Montag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verlängert per Erlass das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933, das ansonsten mit dem heutigen Tag ausgelaufen wäre.

Auf Initiative des deutschen Schriftstellers Alfred Kantorowicz wird zum Gedächtnis an die zehnte Wiederkehr des Tages der Bücherverbrennung im Deutschen Reich an den 300 größten Büchereien der USA halbmast geflaggt.

Adolf Hitler ruft die Bevölkerung auf, zum 4. Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes zu spenden.

11. Mai 1943, Dienstag

Die deutsche Öffentlichkeit erfährt, dass Generalfeldmarschall Erwin Rommel bereits am 9. März als Oberbefehlshaber der deutsch-italienischen Heeresgruppe Afrika abgelöst worden ist.

Die Alliierten nehmen den tunesischen Ort Hammamet ein.

Die US-Luftwaffe bombardiert die sizilianische Hafenstadt Catania.

Die Sowjetunion weist alle Staaten darauf hin, dass Bürger der UdSSR massenweise zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich deportiert werden.

12. Mai 1943, Mittwoch

In der Nacht zum 13. Mai bombardieren britische Flugzeuge Duisburg; der Luftangriff fordert 272 Menschenleben.

In Washington beginnt die sog. Trident-Konferenz zwischen US-Präsident Franklin Delano Roosevelt und dem britischen Premierminister Winston Churchill; das Treffen der Regierungschefs dauert bis zum 25. Mai.

US-Präsident Fränklin Delano Roosevelt gibt dem tschechoslowakischen Exilpräsidenten Eduard Beneš seine Zustimmung zur Vertreibung der Sudetendeutschen nach Ende des Krieges.

Die deutsche Wehrmacht erhält 324 Panzer des Typs "Panther".

13. Mai 1943, Donnerstag

Die Reste der deutsch-italienischen Heeresgruppe Afrika in Tunesien kapitulieren.

US-Bomber greifen die französische Stadt Saint-Omer an.

In der Nacht zum 13. Mai greifen britische Flugzeuge Bochum an und werfen 1055 t Bomben auf die Stadt.

Mehere Mitglieder der Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" werden in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Laut einer im Deutschen Reich erlassenen Verordnung werden Reichsarbeitsdienst-Führerinnen bei der Anstellung im öffentlichen Dienst bevorzugt.

14. Mai 1943, Freitag

108 US-amerikanische Flugzeuge bombardieren den Kieler Hafen; drei U-Boote werden schwer beschädigt.

Der tunesische Bei Muhammad Munsif wird von den Alliierten abgesetzt; sie werfen ihm Kollaboration mit den Achsenmächten während der Besatzungszeit vor.

Der Budget-Ausschuss des US-amerikanischen Repräsentantenhauses in Washington genehmigt die größte Flottenvorlage in der Geschichte des Landes; sie sieht Mittel für den Bau von Kriegsschiffen in Höhe von fast 30 Milliarden US-Dollar vor.

15. Mai 1943, Sonnabend

US-amerikanische Bomber greifen die norddeutsche Stadt Emden an.

In Montenegro beginnt das Unternehmen "Schwarz" gegen die Partisanen unter Josip Broz Tito.

Die Kommunistische Internationale wird aufgelöst.

König Christian X. von Dänemark wendet sich in einem Aufruf gegen Versuche, "durch unbesonnenes Verhalten das Verhältnis zwischen dem Deutschen Reich und Dänemark zu gefährden."

Das SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt erlässt eine "Prämienordnung" für Häftlinge in Konzentrationslagern; Häftlinge mit besonders guter Führung oder besonders hoher Arbeitsleistung erhalten demnach in Zukunft Hafterleichterungen, Verpflegungszulagen, Geldprämien und Tabakwaren oder dürfen ein Bordell besuchen.

In Hamburg wird "Germania", ein Abenteuerfilm um den Kampf deutscher Wissenschaftler gegen die Schlafkrankheit mit Luis Trenker u. a. uraufgeführt.

16. Mai. Sonntag

Der am 19. April begonnene Aufstand im Warschauer Getto wird endgültig niedergeschlagen.

Alle rumänischen Juden müssen bis zum 1. September eine Kriegskontribution in Höhe von 4 Milliarden Lei aufbringen; wer sich dieser Anordnung widersetzt, wird nach Transnistrien verbannt. Insgesamt sind von dieser Maßnahme 400 000 Juden betroffen, d. h. auf jeden entfallen 1000 Lei.

Am Muttertag werden im Deutschen Reich 137 950 Mutterkreuze verliehen; 23 439 in Gold (ab dem achten Kind), 29 971 in Silber (für das sechste und siebte Kind) und 84 540 in Bronze (für das vierte und fünfte Kind).

Bei einem Fußball-Länderspiel vor 22 000 Zuschauern in Genf unterliegt die Nationalmannschaft der Schweiz dem Team Ungarns 1:3.

17. Mai 1943, Montag

In den frühen Morgenstunden greifen 18 britische Bomber Talsperren im Deutschen Reich an. Die Staudämme der Möhne- und der Edertalsperre brechen; im Möhne- und Ruhrtal werden 1284 Menschen getötet bzw. vermisst.

Im Deutschen Reich beginnt die diesjährige Geldlotterie des Deutschen Roten Kreuzes. Es werden 15 Millionen Doppellose zum Preis von einer Reichsmark (RM) angeboten; 179 840 Gewinne werden ausgeschüttet, darunter der Höchstgewinn mit 50 000 RM.

Die geheimen Lageberichte des Sicherheitsdienstes der Schutzstaffel (SS) vermerken einen zunehmenden Mangel an Weckeruhren im Deutschen Reich, was vor allem zu Verspätungen in Betrieben führe.

Der Film "Ossessione" (Besessenheit/Von Liebe besessen) des italienischen Regisseurs Luchino Visconti wird erstmals öffentlich uraufgeführt.

18. Mai 1943, Dienstag

Trotz der noch ungeklärten Frage einer ausreichenden Stahlzuteilung ordnet Großadmiral Karl Dönitz die Durchführung des deutschen Flottenbauprogramms an.

In Hot Springs im US-Bundesstaat Virginia wird die bis zum 7. Juni dauernde Ernährungskonferenz der Vereinten Nationen eröffnet.

In der Schweiz wird ein neues Ausbürgerungsgesetz erlassen.

Im Deutschen Reich werden Forstverbände und Waldwirtschaftsgenossenschaften zur Steigerung der Erzeugung von Holz- und forstlichen Nebenerzeugnissen gebildet.

In der Nacht zum 19. Mai geht eine Flutwelle durch die US-Bundesstaaten Illinois und Indiana, als mehrere Flüsse über die Ufer treten. Dieses schwerste Hochwasser seit zehn Jahren verursacht Schäden in Millionenhöhe.

In Detroit (USA) schwimmt der US-Amerikaner Harry Holiday mit 2:22,9 min Weltrekord über 200 m Rücken.

19. Mai 1943, Mittwoch

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt in Berlin die Präsidentin der finnischen Frauenorgsnisation Lotta Svärd, Fanni Luukkonen, die sich dort auf Einladung von Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink aufhält.

Die Reichshauptstadt Berlin wird für "judenfrei" erklärt.

Großbritannien stellt offiziell klar, dass Rom keine offene Stadt sei und gegebenenfalls von den Alliierten bombardiert werde.

In einer Rundfunkrede kündigt Reichsstudentenführer Gustav Adolf Scheel eine allgemeine Überprüfung aller Studierenden im Deutschen Reich an, "ob sie nach Leistung und Haltung für ein Studium im Krieg würdig sind".

Wegen fehlender Briefumschläge dürfen Briefbogen und Drucksachen im Deutschen Reich künftig auch nur zusammengefaltet verschickt werden.

20. Mai 1943, Donnerstag

Das Reichswirtschaftsministerium erlässt eine Verordnung, nach der die aufgelösten Kartelle im Deutschen Reich an die Wirtschaftsgruppen (Reichsgruppe Industrie u. a.) übergeben werden sollen.

In den Chrysler-Werken in Detroit (USA) treten etwa 8 000 Arbeiter in einen mehrtägigen Streik.

21. Mai 1943, Freitag

Britische Bomber fliegen Tagesluftangriffe auf Wilhelmshaven und Emden.

Der britische Außenminister Robert Anthony Eden erklärt, dass die Regierung seines Landes davon überzeugt sei, "dass eines der wirksamsten Mittel, Deutschlands Willen, den Krieg fortzusetzen, zu brechen, darin besteht, das Dritte Reich unaufhörlich, Stunde um Stunde, Tag und Nacht aus der Luft zu bombardieren.

22. Mai 1943, Sonnabend

Jagdfliegergeneral Adolf Galland erprobt für die Luftwaffe die von Willy Messerschmitt entworfene "Me 262", den ersten Düsenjäger der Welt.

Im Pneuwerk Goodyear im US-amerikanischen Akron treten mehrere tausend Arbeiter in den Streik, um gegen eine ihrer Ansicht nach unzureichende Lohnerhöhung zu protestieren.

23. Mai 1943, Sonntag

20 deutsche Kampfflugzeuge greifen die britischen Stadte Hastings und Bournemouth an; in Bournemouth werden 127 Menschen getötet. In der Nacht zum 24. Mai greift die deutsche Luftwaffe auch Sunderland und South Shields an, wo insgesamt 108 Menschen ums Leben kommen.

In der Nacht zum 24. Mai fliegen britische Bomber einen schweren Luftangriff auf Dortmund; 2042 t Bomben richten großen Schaden in Wohnvierteln und Industrieanlagen an.

Im Deutschen Reich beginnt eine bis zum 12. Juni dauernde Spinnstoff- und Schuhsammlung.

24. Mai 1943, Montag

Großadmiral Karl Dönitz bricht aufgrund der hohen Verluste an deutschen U-Booten - allein im Mai gehen 43 Schiffe verloren - die Geleitzugbekämpfung im Nordatlantik ab.

Die britische Luftwaffe wirft die 100 000. Bombe auf das Deutsche Reich.

25. Mai 1943, Dienstag

Deutsche und italienische Bomber greifen tunesische und algerische Häfen an, um die Vorbereitungen der Alliierten für eine Landung in Europa zu stören.

Fernbomber der italienischen Luftwaffe fliegen Angriffe auf Port Sudan am Roten Meer und einen Flugplatz bei Asmara in dem von britischen Truppen besetzten Eritrea.

In der Nacht zum 26. Mai greift die britische Luftwaffe Düsseldorf an; ein Großteil der 1959 t Bomben fällt in den Rhein.

Nach einem Erlass von Hitler erhalten deutschstämmige Ausländer, die in die Verbände der deutschen Wehrmacht, der Waffen-SS, der deutschen Polizei oder der Organisation Todt eintreten, mit dem Tag ihrer Einstellung die deutsche Staatsangehörigkeit.

Der britische Premierminister Winston Churchill appelliert an die Bergarbeiter seines Landes, die Kohleproduktion zu erhöhen.

Im Deutschen Reich wird die Umstellung der Personenkraftwagen von Benzin auf sog. Ausweichkraftstoffe (Gas) angeordnet.

26. Mai 1943, Mittwoch

Die Rote Armee tritt zu einem Angriff gegen den Kuban-Brückenkopf an und erzielt nördlich von Moldawanskoje einen tiefen Einbruch.

Der norwegische Karikaturist Olaf Gulbransson erhält anlässlich seines 70. Geburtstags die Goethe-Medaille.

Die Neufassung der Operette "Wie einst im Mai" von Walter und Willi Kollo wird in Berlin uraufgeführt; sie hat nun acht anstelle der ursprünglichen vier Bilder.

27. Mai 1943, Donnerstag

In den Abendstunden greifen britische Bomber die Zeiss-Werke in Jena an.

In der Nacht zum 28. Mai werfen britische Flugzeuge 1442 t Bomben auf die Stadt Essen.

Jean Moulin, der Repräsentant von General Charles de Gaulle in Frankreich, bildet in Paris den nationalen Widerstandsrat Conseil National de la Résistance.

Der irische Ministerpräsident Eamon de Valera erklärt auf einer Wahlversammlung in Ennis, der britische Widerstand gegen die Wiedervereinigung der Republik Irland mit Nordirland bleibe das Haupthindernis für eine Verständigung seines Landes mit der Londoner Regierung.

In Paris findet eine Bilderverbrennung statt, der rund 500 Werke von Max Ernst, Paul Klee, Pablo Picasso u. a. zum Opfer fallen.

In Bremen wird die Oper "Paracelsus" von Marta Sillsfuchs und Hugo Herrmann uraufgeführt.

28. Mai 1943, Freitag

James Francis Byrnes wird zum Direktor eines neu eingerichteten Amtes zur Koordinierung der Kriegsmaßnahmen der US-amerikanischen Regierung in Washington ernannt.

Die UdSSR und die Exilregierung der Tschechoslowakei in London schließen ein Abkommen über die Gewährung von Geld, Material und Dienstleistungen für den Unterhalt der in der UdSSR stationierten tschechoslowakischen Brigade.

29. Mai 1943, Sonnabend

US-Truppen beginnen mit der Rückeroberung der Aleuteninseln.

Ein schwerer Bombenangriff der britischen Luftwaffe auf Wuppertal fordert 2450 Menschenleben.

Ab sofort werden alle italienischen Faschisten, die auch nur einmal vergessen, ihr Parteiabzeichen zu tragen, aus der Partei ausgeschlossen.

30. Mai 1943, Sonntag

Im Deutschen Reich wird eine Zusammenstellung der Zerstörungen durch alliierte Bombenangriffe veröffentlicht. Demnach sind bislang über 1 100 Schulen, über 300 Krankenhäuser und über 600 z. T. kunstgeschichtlich bedeutende Kirchen zerstört bzw. beschädigt worden.

Josef Mengele wird Lagerarzt im Konzentrationslager Auschwitz; zu seinen ersten Amtshandlungen gehört die Vergasung von mehreren hundert typhusverdächtigen Sinti und Roma.

Die Niederländerin Fanny Blankers-Koen stellt mit 1,71 m einen Weltrekord im Hochsprung auf.

31. Mai 1943, Montag

Die in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria liegenden französischen Kriegsschiffe schließen sich den alliierten Seestreitkräften an.

Nachdem sich der britische Premierminister Winston Churchill für die Unterstützung der Partisanen unter der Führung von Josip Broz Tito entschieden hat, begibt sich eine erste britische Militärmission zu Titos Stab nach Jugoslawien. Zugleich lassen die Hilfeleistungen für die serbischen Tschetniks unter der Führung von General Draza Mihailovic zunehmend nach.

Die Fleischrationen im Deutschen Reich werden pro Kopf und Woche um 100 g gekürzt.


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1. Juni 1943, Dienstag

Die Rote Armee greift erneut den von deutschen Truppen gehaltenen Kuban-Brückenkopf an.

Die Ernennung von General Mario Rostes zum Generalstabschef des italienischen Heeres verschärft die schon länger bestehenden Spannungen zwischen den Militärführungen des Deutschen Reichs und Italiens.

Zwölf chinesische Divisionen treten zu einer Großoffensive gegen die Japaner am Jangtsekiang an.

In der Slowakei wird das Wehrpflichtalter von 20 auf 19 Jahre herabgesetzt.

Die sog. Mob-Banken (Heeres-Rüstungskredit AG, Banken der deutschen Luftfahrt und Deutsche Industriebank) stellen neue Kredite zur Finanzierung von Rüstungsanlagen im Deutschen Reich zur Verfügung.

Wegen Papierknappheit tritt im Deutschen Reich ein weitgehendes Verbot der Versendung von Werbedrucksachen und der unaufgeforderten \"enteilung von Werbegaben in Kraft.

Reichspropagandsminister Joseph Goebbels beauftragt den Regisseur Veit Harlan mit der Produktion des Durchhaltefilms "Kolberg".

2. Juni 1943, Mittwoch

Im Platterhof auf dem Obersalzberg nimmt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler an einer Zusammenkunft führender Männer der deutschen Rüstungsindustrie teil, bei der über die weitere Steigerung der Produktion gesprochen wird.

In Hangö (Finnland) findet eine militärische Feier anlässlich des Eintreffens des finnischen Freiwilligenbataillons der Waffen-SS im Lande statt.

Der Gedichtband "Das ewige Dasein" von Hermann Kasack erscheint im Suhrkamp-Verlag.

3. Juni 1943, Christi Himmelfahrt

Die deutsche Luftwaffe beginnt in der Nacht zum 4. Juni mit einer Reihe von Angriffen auf das sowjetische Panzerwerk in Gorki. Bei dem ersten Angriff erreichen 149 Flugzeuge ihr Ziel; fünf werden abgeschossen.

Die Kriegsmarine des Deutschen Reichs meldet bis zum Herbst 1944 einen Personalbedarf von 272 726 Mann an.

Die Generäle Charles de Gaulle und Henri-Honoré Giraud bilden in Algier ein Komitee für die nationale Befreiung Frankreichs.

Zur Entlastung der Eisenbahnen werden Ferienreisen über die Pfingstfeiertage vom 11. bis zum 18. Juni im Deutschen Reich verboten.

In Kassel werden zwei Wahrsagerinnen wegen Zersetzung der Wehrkraft der "Heimatfront" zu jeweils mehrjährigen Zuchthausstrafen verurteilt.

In Paris wird das Drama "Les Mouches" ("Die Fliegen") von Jean-Paul Sartre uraufgeführt.

4. Juni 1943, Freitag

Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, gibt eine "Deklaration über das bäuerliche Eigentumsrecht im Osten" heraus, durch die das den einheimischen Bauern zur Nutzung überlassene Land in deren Eigentum übergehe.

In Argentinien kommt es zu einem Militärputsch. in dessen Verlauf Präsident Ramón S. Castillo gestürzt wird.

5. Juni 1943, Sonnabend

US-Bomber fliegen einen schweren Luftangriff auf den italienischen Hafen La Spezia, bei dem drei italienische Schlachtschiffe beschädigt werden.

Von den Niederlanden aus werden 1266 Kinder unter 16 Jahren ins Konzentrationslager Sobibór deportiert und bei ihrer Ankunft vergast.

Auf einer Großkundgebung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei im Berliner Sportpalast hält der Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Albert Speer. eine Rede zum derzeitigen Stand der Rüstungsproduktion.

In der Sowjetunion wird eine zweite Kriegsanleihe in Höhe von 12 Milliarden Rubel aufgelegt. Die Anleihe ist bereits am 10. Juni um 8,12 Milliarden Rubel überzeichnet.

Das deutsche Reichswohnungskommissariat regt einen Einheitstyp für Kriegswohnungen an.

6. Juni 1943, Sonntag

Die Alliierten verstärken ihre Angriffe auf die italienische Mittelmeerinsel Pantelleria.

Arturo Rawson w-ird als Nachfolger von Ramón S. Castillo neuer argentinischer Staatspräsident, jedoch schon zwei Tage später durch Pedro Pablo Ramirez abgelöst.

7. Juni 1943, Montag

Das deutsche Flottenbauprogramm für 1943 wird endgültig festgelegt; es umfaßt u. a. den Bau von acht Zerstörern, 100 Minensuchbooeen und 480 U-Booten.

SS-Brigadeführer Carl Clauberg teilt Reichsführer SS Heinrich Himmler mit, dass er durch Menschenversuche eine Methode zur nichtoperativen Sterilisation von Frauen entwickelt habe.

Zu seinem 100. Geburtstag wird der deutsche Schriftsteller Johann Christian Friedrich Hölderlin von den Nationalsozialisten als "Dichter der letzten Opferbereitschaft" gerühmt.

8. Juni, Dienstag

Großadmiral Karl Dönitz legt eine Denkschrift vor, in der Mißerfolge im U-Boot-Krieg als Folge der alliierten Luftherrschaft im Atlantik bezeichnet.

Die italienische Mittelmeerinsel Pantelleria lehnt eine Aufforderung der Alliierten zur Kapitulation ab.

9. Juni 1943, Mittwoch

Die deutsche Luftwaffe greift in der Nacht zum 10. Juni mit 109 von 132 gestarteten Bombern das sowjetische Gummikombinat Jaroslawl an.

Die Alliierten geben den Abschluss ihrer Vorbereitungen für eine Invasion Italiens bekannt.

Das Präsidium der Kommunistischen Internationale (Komintern) gibt die Zustimmung aller kommunistischen Parteien zur Auflösung der Komintern bekannt.

10. Juni 1943, Donnerstag

Die Alliierten beginnen mit ihrer auf der Konferenz von Casablanca beschlossenen kombinierten Bomberoffensive mit Tagesangriffen der US-Luftflotte und Nachtbombardements durch britische Flugzeuge.

Die Alliierten setzen die Bekämpfung der deutschen Jägerstützpunkte und -werke an die Spitze der Prioritätenliste ihrer Luftkriegführung.

Das Oberkommando der Wehrmacht meldet den Abschluss einer Aktion gegen Partisanen im mittleren Abschnitt der Ostfront; demnach wurden 3152 Widerstandskämpfer getötet.

Die Vereinigten Staaten unterbreiten allen mit ihnen verbündeten Staaten den Vorschlag, ein Amt der Vereinten Nationen für den Wiederaufbau nach dem Krieg einzurichten.

Laut den geheimen Lageberichten des Sicherheitsdienstes der Schutzstaffel (SS) suchen deutsche Frauen zunehmend privaten Kontakt zu ausländischen Zwangsarbeitern.

Der Film "Die kluge Marianne" unter der Regie von Hans Thimig mit Paula Wessely u. a. wird in Wien uraufgeführt.

11. Juni 1943, Freitag

Die Alliierten nehmen die italienische Mittelmeerinsel Pantelleria ein.

Ein Bombenangriff auf Düsseldorf in der Nacht zum 12. Juni macht 120 000 Menschen obdachlos.

Reichsführer SS Heinrich Himmler ordnet die Liquidierung aller polnischen Juden-Ghettos an.

Der deutsche Ingenieur Henning Schreyer meldet ein Patent für ein vollelektronisches Speicher- und Rechenwerk unter Verwendung von Glimmröhren an; infolge des Krieges fehlen ihm allerdings die Mittel zur Realisierung seiner Idee.

12. Juni 1943, Sonnabend

Die Alliierten erobern die Mittelmeerinsel Lampedusa zwischen Tunesien und Sizilien.

Britische Flugzeuge werfen 1507 t Bomben auf Bochum und richten schwere Schäden in den Industrie- und Wohnvierteln der Stadt an.

Unter der Leitung von Fritz Weidlich nimmt das Orchester der Deutschen Philharmonischen Gesellschaft in Preßburg seine Tätigkeit auf.

13. Juni 1943, Pfingstsonntag

US-amerikanische Bomber greifen Kiel und Bremen an.

In der Nacht zum 14. Juni greifen deutsche Jagdbomber die britische Stadt Grimsby an.

In seiner Pfingstansprsche vor 25 000 Arbeitern auf dem Petersplatz in Rom wendet sich Papst Pius XII. gegen einen revolutionären Umsturz der Gesellschaft und spricht sich für eine harmonische Weiterentwicklung aus.

14. Juni 1943, Pfingstmontag

In der Nacht zum 15. Juni greifen 165 britische Bomber bei 17 Verlusten Oberhausen an; 1000 Wohnhäuser werden zerstört 25 Industrieanlagen und 5000 Wohnhäuser beschädigt.

Die faschistische Partei Italiens faßt in einer Denkschrift ihr Kampfprogramm für den "Endsieg" zusammen.

In Estland, Lettland und Litauen findet ein "Trauertag zum Gedenken an die Opfer der bolschewistischen Gewaltherrschaft" statt.

Bei einem Länderspiel in Stockholm unterliegt die Fußballnationalmannschaft der Schweiz vor 35 000 Zuschauern dem Team von Schweden 0:1.

15. Juni 1943, Dienstag

Die britische Labour Party lehnt es ab, die Mitglieder der kommunistischen Partei Großbritanniens in ihren Reihen aufzunehmen.

Die deutsche Arado "Ar 234", der erste Strahlbomber der Welt, startet zu ihrem ersten Probeflug.

Die Schulen des Deutschen Reiches können in Zukunft geschlossen verlegt werden, wenn die Luftkriegsgefahr einen geregelten Unterrichtsbetrieb nicht mehr zuläßt.

Im Deutschen Reich wird ein Aufruf zur Sammlung gebrauchter wissenschaftlicher Literatur erlassen, um den eklatanten Mangel an Fachbüchern für die Studenten zu beheben.

16. Juni 1943, Mittwoch

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler entschließt sich endgültig zur Durchführung des Unternehmens "Zitadelle", des deutschen Angriffs auf die sowjetischen Kräfte im Raum Kursk.

In der Nacht zum 17. Juni greifen britische Bomber Köln an.

Über der Salomoninsel Guadalcanal liefern sich US-amerikanische und japanische Verbände eine Luftschlacht.

Die schwedische Tageszeitung "Nya Dagligt Allehanda" berichtet über geheime deutsch-sowjetische Friedensverhandlungen hei Stockholm.

17. Juni 1943, Donnerstag

Die am 15. Mai begonnene Operation "Schwarz" der Achsenmächte gegen Partisanen in Montenegro wird abgeschlossen; 5697 Tote werden gezählt, doch belaufen sich die Gesamtverluste vermutlich auf 12 000 Mann.

Im Westen Venezuelas treten zahlreiche Zuflüsse des Orinoko über die Ufer und verursachen eine schwere Hochwasserkatastrophe.

18. Juni 1943, Freitag

Die süditalienischen Provinzen Kalabrien, Apulien und Lukanien werden zum Kriegsgebiet erklärt.

Reichspropogandaminister Joseph Goebbels besucht die vom Bombenkrieg besonders schwer heimgesuchten Städte Düsseldorf und Wuppertal.

Feldmarschall Sir Archibald Percival Wavell wird zum Vizekönig von Indien ernannt.

Der indische Nationalistenführer Subhas Chandra Bose, der am 7. Februar an Bord eines deutschen U-Bootes Kiel verlassen hatte, trifft in Japan ein.

Die Produktion im Klöcknerwerk Georgsmarienhütte wird durch Sabotage für fünf Stunden lahmgelegt.

19. Juni 1943, Sonnabend

In einem Brief an Adolf Hitler versucht Generalgouverneur Hans Frank, diesen für eine mildere Besatzungspolitik in Polen zu gewinnen.

In Italien wird die Arbeitsdienstpflicht eingeführt; ab 1. Juli unterliegen ihr alle Männer der Jahrgänge 1907 bis 1925 und alle Frauen der Jahrgänge 1919 bis 1925.

Schwere Regenfälle führen in Nordschweden zu den schlimmsten Überschwemmungen seit über fünf Jahren.

20. Juni 1943, Sonntag

Großadmiral Karl Dönitz und der Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Albert Speer, einigen sich über die Kompetenzen bei der Durchführung des deutschen Marinebauprogramms.

Die Militärbefehlshaber in Belgien und Nordfrankreich untersagen alle nicht unbedingt notwendigen Hoch- und Tiefbauarbeiten.

In Detroit im US-Bundesstaat Michigan kommt es zu Rassenunruhen zwischen Weißen und Schwarzen; bei den Auseinandersetzungen kommen 34 Menschen ums Leben.

Ein Erdbeben in der Türkei fordert 346 Menschenleben.

In Nürnberg wird die Oper "Signor Furmica" des NS-Dichters Hans Grimm uraufgeführt.

21. Juni 1943, Montag

Adolf Hitler ordnet die Bildung eines zentralen Standgenichts der deutschen Wehrmacht an.

US-amerikanische Bomber greifen die süditalienische Stadt Neapel an.

In der Nacht zum 22. Juni wird Krefeld von den Briten bombordiert. Dies ist der erste Angriff der Royal Air Force nach der sog. Weberschiffchen-Taktik, wonach die Flugzeuge nach dem Angriff zum Auftanken nach Nordafrika fliegen, um auf dem Rückflug weitere Gebiete zu bombardieren.

Reichsführer SS Heinrich Himmler befiehlt die Liquidierung aller jüdischen Ghettos in den besetzten sowjetischen Gebieten.

22. Juni 1943, Dienstag

Ein Luftangriff auf Hüls fordert über 100 Menschenleben.

In der Nacht zum 23. Juni werfen britische Flugzeuge 1643 t Bomben auf Mülheim an der Ruhr und Oberhausen.

Bei den Wahlen zum irischen Parlament stellt die Partei von Ministerpräsident Eamon de Valera (Fisons Fáil) erneut die stärkste Fraktion.

Die finnische Regierung beschließt die Umsiediung von rund 10 000 Finnen aus dem östlich von Estland gelegenen Ingermanland in ihre Heimat.

Zum zweiten Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion beginnt in Moskau eine Ausstellung mit von der Roten Armee erbeuteten Waffen.

23. Juni 1943, Mittwoch

Albert Hoffmann. bisher stellvereretender Gauleiter, wird neuer Gauleiter der NSDAP von Westfalen-Süd.

General Sir Claude John Eyre Auchinbeck wird als Nachfolger von Sir Archibald Percival Wavell neuer britischer Oberbefehlshaber in Indien.

24. Juni 1943, Donnerstag

In der Nacht zum 25. Juni greifen britische Bomber Wuppertal-Elberfeld an.

Der US-amerikanische Präsident Franklin Delano Roosevelt erklärt seine Absicht, die Wehrdienstpflicht bis zum 65. Lebensjahr heraufzusetzen, um Streikführer eventuell zum Militär einziehen zu können.

25. Juni 1943, Freitag

Der Beginn der deutschen Offensive im Raum Kursk (Zitadelle) wird auf den 5. Juli festgesetzt.

Nach einem Aufstand wird das Getto Tschenstochau vernichtet.

In der Nacht zum 26. Juni greifen britische Bomber Gelsenkirchen an.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erlässt eine Verordnung über die Versorgung für die ehemaligen Angehörigen der Polizei und des Sicherheitsdienstes der Schutzstaffel und ihre Hinterbliebenen; der Erlass tritt rückwirkend zum 26. August 1939 in Kraft.

Den US-amerikanische Kongreß nimmt ein Antistreikgesetz an, durch das alle Streiks in Regierungsbetrieben (d. h. in allen kriegswichtigen Betrieben) verboten wenden.

Der Film "Romanze in Moll" wird in Berlin uraufgeführt. Unter der Regie von Helmut Käutner spielen u. a. Marianne Hoppe, Paul Dahlke, Ferdinand Marion, Siegfried Breuer und Elisabeth Flickenschildt die Hauptrollen.

26. Juni 1943, Sonnabend

Den Reichsminiseer für Bewaffnung und Munition, Albert Speer, übernimmt die Kontrolle über die Marinerüstung und lenkt nun die gesamte deutsche Rüstungsproduktion bis auf die Luftwaffenrüstung.

Reichskanzleichef Hans Heinrich Lammers fordert die deutschen Reichsbehörden zur konsequenteren Handhabung den Bezeichnung "Führer" auf.

Die Jagdzielfernrohre den deutschen Jägenschaft werden für den Einsatz in der Wehrmacht eingezogen.

Joseph Goebbels eröffnet die siebte Große Deutsche Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst in München. 1141 Werke von 660 Künstlern sind zu sehen.

27. Juni 1943, Sonntag

Die Presse im Deutschen Reich beschwört den Widerstandswillen der Bevölkerung; "An dem durch einen unbändigen Haß gestählten Willen der westdeutschen Gebiete wird der britische Terror zerbrechen."

Die US-amerikanische Luftwaffe beziffert ihre Verluste während der Tagesangriffe ihrer Bomber auf das Deutsche Reich auf durchschnittlich 6%. Darüber hinaus erklärt sie, der Angriff einer "fliegenden Festung", des Langstreckenbombers "B 17", von Nordafrika aus auf den Hafen der süditalienischen Stadt Neapel verbrauche soviel Treibstoff, wie ein Auto benötige um fünfmal die Strecke New York - San Francisco zurückzulegen.

Der Dresdner SC wird durch einen 3:0-Sieg über den FV Saarbrücken von 80 000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion Deutscher Fußballmeister des Jahres 1943.

28. Juni 1943, Montag

Bei einem britischen Bombenangriff auf Köln in der Nacht zum 29. Juni wird das Wahrzeichen der Stadt, der Dom, schwer beschädigt.

Chinesische Truppen erobern Hangtschou, die Hauptstadt der Provinz Tschekiang, von den japanischen Besatzern zurück.

Der Bund polnischer Patrioten fordert die Abtretung Oberschlesiens, Danzigs und Westpreußens an Polen.

Aus Anlaß des 125jährigen Bestehens der Berliner Sparkasse erklärt Reichs-wirtschaftsminister Walther Funk, das Deutsche Reich könne etwa die Hälfte seiner Ausgaben durch direkte Einnahmen, vorwiegend Steuern, decken. Zugleich ruft er die Deutschen zum Kriegssparen auf; "Wer spart, hat Vertrauen in die Zukunft."

29. Juni 1943, Dienstag

103 "Ju-88"-Bomber der deutschen Luftflotte 2 greifen den nordafrikanischen Hafen Böne an.

Das sowjetische Staatskomitee für Verteidigung beschließt die Schaffung einer West- und Ostfront der Luftverteidigung des Landes.

In seinem Rundschreiben "Mystici Corporis" spricht sich Papst Pius XII. gegen die Euthanasie aus.

30. Juni 1943, Mittwoch

Mit den Landung US-amerikanischer Truppen auf Rendova und New Georgia (Salomoninseln) und auf Neuguinea beginnt eine Großoffensive den Alliierten im südlichen Pazifik.

Im zurückliegenden Monat hoben deutsche U-Boote im Atlantik, im Mittelmeer und im Indischen Ozean 20 alliierte Handelsschiffe mit insgesamt 86 807 Bruttoregistertonnen versenkt.

General Tadeusz Bór-Komorowski wird neuer Oberbefehlshaber der polnischen Heimatarmee.

Das Reichssicherheitshauptamt verfügt, wie in der Praxis bereits gehandhabt, die Erledigung anfallender Strafsachen im Deutschen Reich mit "staatspolizeilichen Zwangsmitteln wie Einweisung in ein Konzentrationslager.


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1. Juli 1943, Donnerstag

Die Juden im Deutschen Reich verlieren jeglichen Rechtsschutz durch die Justiz und unterstehen künftig nur noch der Polizei.

2 652 106 alliierte Soldaten, darunter 1 279 231 Rotarmisten, sind derzeit in deutscher Kriegsgefangenschaft.

Der stellvertretende rumänische Ministerpräsident Mihai Antonescu schlägt dem italienischen Ministerpräsidenten und Duce Benito Mussolini in Rom vor, Friedensgespräche mit den Alliierten aufzunehmen.

Alle Männer über 18 und alle Frauen zwischen 25 und 55 Jahren im Deutschen Reich erhalten die neue Raucherkarte.

In den ins Deutsche Reich eingegliederten Ostgebieten und im Memelland triett der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer in Kraft.

Italien plant für das kommende Jahr einen Militärhaushalt in Höhe von 15,2 Milliarden Lire.

Der Prototyp des in materialsparender Holzbauweise gefertigten Nachtjägers "Ta 154" des deutschen Flugzeugkonstrukteurs Kurt Tank absohiert seinen Erstflug.

In Göteborg läuft der Schwede Arne Andersson mit 4:02.6 min Weltrekord üben eine Meile.

2. Juli 1943, Freitag

Aus dem Mittelabschnitt der Ostfront wird der Abschluss eines weieenen großen deutschen "Säuberungsunternehmens" gemeldet. Die gegnerischen Verluste hätten 10 376 Mann betragen; 350 Bunker der Partisanen seien gesprengt und 194 befestigte Lager genommen worden.

Aufgrund von § 42 b des Strafgesetzbuches (Unzurechnungsfähigkeit) in der Psychiatrie im Deutschen Reich untergebrachte Patienten werden in Konzentrationslager deportiert.

3. Juli 1943, Sonnabend

In den Nacht zum 4. Juli werfen 589 britische Flugzeuge 1808 t Bomben auf Köln.

US-amerikanische und australische Truppen vereinigen sich in der Nassau-Bucht von Neuguinea.

In New York findet eine "Landeskonferenz deutschsprachiger Sozialdemokraten und Gewerkschafter in den USA" statt. Der Verbrauch von Energie im Deutschen Reich kann bei Bedarf in Zukunft rationiert werden.

4. Juli 1943, Sonntag

Am Vorabend der Operation "Zitadelle" erlässt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler einen Tagesbefehl an die beteiligten deutschen Armeen, in dem es heißt: "Der Schlag, den die deutschen Streitkräfte austeilen werden, muss von entscheidender Bedeutung sein und eine Wendung des Krieges mit sich bringen".

Die Rote Armee überschreitet im Rahmen ihrer Angriffsoperationen die polnische Grenze.

General Wladyslaw Eugeniusz Sikorski, der Ministerpräsident der polnischen Exilregierung in London, kommt bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Gibraltar ums Leben.

Die in der italienischen Industrie auf acht Stunden pro Tag begrenzte Arbeitszeit kann in Zukunft bei Bedarf vom Betriebsleiter um zwei Stunden verlängert werden; bei außergewöhnlichen Erfordernissen kann sogar eine Höchstarbeitszeit von zwölf Stunden täglich angeordnet werden.

5. Juli 1943, Montag

Die deutschen Truppen beginnen mit dem Unternehmen "Zitadelle", der letzten großen deutschen Offensive an der sowjetischen Front bis zum Ende des Krieges.

Japan gestehe Thailand Gebietserweiterungen auf Kosten seiner Nachbarländer Birma und Malaya zu.

Aus London wird die erstmalige Überquerung des Atlantiks mit einem Luftschleppzug der Royal Air Force gemeldet; die 4600 km lange Strecke sei in 28 Flugstunden zurückgelegt worden. Der Schleppzug habe aus einem zweimotorigen "Dakota"-Transporter bestanden, den in 4000 m Höhe ein Segelflugzeug mit einer Spannweite von 28 m geschleppt habe.

Die Befreiungsanmee der Griechischen Nationalen Front unterstellt sich dem Oberbefehl der Alliierten im Nahen Osten.

Die Ashar-Universität in Kairo, traditionelle Hochburg der islamischen Gelehrsamkeit, ruft zu einem islamischen Kongress zusammen. Jeder minderbemittelte islamische Student soll in Zukunft kostenlos in Kairo studieren dürfen.

6. Juli 1943, Dienstag

Die Exilregierungen von Belgien, Jugoslawien, Luxemburg, den Niederlanden und der Tschechoslowakei erkennen das französische Befreiungskomitee in Algier als rechtmäßige Regierung des Landes an.

Den Bundesrat den Schweiz verbietet das Rassemblement Fédéral und die Nationale Gemeinschaft Schaffhausen als Parteigänger der Nationalsozialisten.

Künstliche Gebisse, die vorrangig der Behebung kosmetischer Mängel und nicht dem Ersatz fehlenden Zähne oder der Verbesserung der Kaufähigkeit dienen, dürfen im Deutschen Reich künftig nicht mehr hergestellt werden.

7. Juli 1943, Mittwoch

Im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" in Ostpreußen hält der Physiker und Ingenieur Wernher von Braun einen Vortrag über die deutsche Fernraketen "V 2".

Zur Durchführung des erweiterten Eisen- und Stahlprogramms ordnet Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Sicherstellung der notwendigen Kohleförderung im Deutschen Reich an; dem Bergbau sollen 300 000 zusätzliche Arbeitskräfte zugeführt werden, darunter 200 000 sowjetische Kriegsgefangene.

Bei den Parlamentswahlen in Südafrika erringen die Regierungspsrteien 107, die Oppositionsparteien 43 Sitze.

Im Deutschen Reich wird die Beantwortung ungenehmigter statistischer o. ä. Fragebögen verboten.

8. Juli 1943, Donnerstag

An den Ostfront wird im Abschnitt nördlich von Kursk das Vordringen der deutschen 9. Armee teilweise zum Stehen gebracht; den beabsichtigte Durchbruch durch die sowjetischen Linien gelingt nicht.

In der Nacht zum 9. Juli greifen britische Bomber Köln an.

Bei einen Unterredung mit Adolf Hitler im Hauptquartier "Wolfsschanze" berichtet Großadmiral Karl Dönitz von erfolgreichen Entwürfen der deutschen Kriegsmarine für ein Elektro-U-Boot.

Der indische Freiheitskämpfer Subhas Chandra Bose stellt in Singapur Einheiten für eine indische Natiunalarmee auf.

9. Juli 1943, Freitag

In den Nacht zum 10. Juli werfen britische Flugzeuge 1304 t Bomben auf Gelsenkirchen.

Die Vereinigten Staaten und Großbritannien schränken die Berichterstattung über den U-Boot-Krieg auf einen gemeinsamen Bericht pro Monat ein, um eine bessere Geheimhaltung ihrer Operationen zu erzielen.

In der Heidelberger Stadthalle spricht Reichspropagandaminister Joseph Goebbels über Wissenschaft und Forschung im Deutschen Reich.

Bei wolkenbruchartigen Regenfällen in Nordchina, die zu einem Dammbruch in einer der Vorstädte Kalgans führen, kommen 60 Menschen ums Leben.

10. Juli 1943, Sonnabend

Britische und US-amerikanische Truppenverhände landen auf der Insel Sizilien.

Reichsführer SS Heinrich Himmler ordnet die völlige Räumung "bandenverseuchter" Gebiete in den Ukraine und in Mittelrußland an.

In Albanien formiert sich eine nationale Befreiungsarmee.

Der Industrielle Friedrich Flick wird 60 Jahre alt.

In London wird das Theater des "Freien Deutschen Kulturbundes" gegründet.

11. Juli 1943, Sonntag

Auf Sizilien trieb die deutsche Division "Hermann Göring" zum Angriff gegen den US-amerikanischen Landekopf bei Gela an; die übrigen Landeköpfe können sich konsolidieren.

In einer persönlichen und geheimen Botschaft an US-Präsident Franklin Delano Roosevelt klagt der sowjetische Staatschef Josef W. Stalin darüber, dass die Alliierten im Westen keine zweite Front zur Entlastung der UdSSR eröffnen.

Das französische Befreiungskomitee in Algier nimmt offiziell Kontakt zu der in der Heimat operierenden Widerstandsbewegung auf.

Die schweizerischen Sozialdemokraten lehnen eine kollektive Aufnahme der Kommunisten in ihre Partei ab.

Deutscher Wasserballmeister wird in Erfurt der Erste Wiener Amateur-Schwimm-Club durch ein 4:2 gegen den Luftwaffen-Sportverein Rerik.

12. Juli 1943, Montag

Die Städte Augusta und Syrakus auf Sizilien kapitulieren vor den alliierten Streitkräften.

In der Nacht zum 13. Juli bombardieren britische Flugzeuge die norditalienische Stadt Turin.

Auf Initiative der Sowjets und von Exilvertretern der Kommunistischen Partei Deutschlands wird bei einem zweitagigen Kongreß in Krasnogorsk bei Moskau das Nationalkomitee Freies Deutschland gegründet.

Reichsführen SS Heinrich Himmler und Reichsjustizminister Otto Georg Thierack kommen überein, "sicherungsverwahrte" Zuchthaushäftlinge und langjährig Vorbestrafte aus den Justizanstalten in Konzentrationslager zu überstellen.

13. Juli 1943, Dienstag

Adolf Hitler ordnet den Abbruch des Unternehmens "Zitadelle", der deutschen Offensive an der Ostfront bei Kursk, an, nachdem der Angriff steckengeblieben ist.

In der Nacht zum 14. Juli greifen britische Bomber Aachen an.

Kurz nach Mitternacht kommt es zu einer schweren Verletzung des schweizerischen Luftraums durch britische Flugzeuge.

Stanislaw Mikolajczyk wird Nachfolger des bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen polnischen Exilministerpräsidenten Wladyslaw Eugeiusz Sikorski.

In München-Stadelheim werden die deutschen Widerstandskämpfer Kurt Huber und Alexander Schmorell, beide Mitglieder der Gruppe "Weiße Rose", hingerichtet.

14. Juli 1943, Mittwoch

Der Führungsstab der deutschen Wehrmacht legt unter dem Stichwort "Alarich" einen Bericht üben den Stand der Vorbereitungen für die Besetzung Italiens bei dessen Ausscheiden aus dem Krieg vor.

Französisch-Westindien schließt sich dem französischen Befreiungskomitee in Algier an.

15. Juli 1943, Donnerstag

Die Alliierten einigen sich auf einen Operationsplan für die Invasion in Frankreich.

Das deutsche Besatzungsregime in Polen übt im Bezirk Bialystok blutige Vergeltung an der Zivilbevölkerung für Partisanenanschläge.

16. Juli 1943, Freitag

Die schwedische Regierung wendet sich mit einer Broschüre an die Bevölkerung des Landes, in der Verhaltensmaßregeln für den Fall einer Invasion gegeben werden.

Der württembergische Landesbischof Theophil Wurm protestiert in einem Schreiben an Führen und Reichskanzler Adolf Hitler gegen die nationalsozialistischen Massentötungen.

17. Juli 1943, Sonnabend

Die Rote Armee tritt am Mius und bei Isjum zu einer neuen Offensive gegen die 1. deutsche Panzerarmee und die 6. deutsche Armee an.

Generaloberst Hans Valentin Hube übernimmt im Einverständnis mit Italien das Oberkommando der Achsentruppen auf Sizilien, die mit der Räumung des Westteils der Mittelmeerinsel beginnen.

Bei der Salomoninsel Bougainville liefern sich US-amerikanische und japanische Streitkräfte eine schwere Luft-See-Schlacht.

18. Juli 1943, Sonntag

Die britischen Truppen auf Sizilien verstärken mit Unterstützung durch schwere Schiffsartillenie ihre Angriffe bei Catania.

Im sowjetischen Krasnodar werden acht russische Staatsbürger zum Tode verurteilt, die der Geheimen Staatspolizei im Kuban-Gebiet Informationen geliefert haben sollen, die zum Tod von 523 Menschen geführt haben. Der Prozess ist der erste dieser Art in der UdSSR.

19. Juli 1943, Montag

In der Nähe von Feltre treffen sich Adolf Hitler und Benito Mussolini zu einer Unterredung über die Lage nach der alliierten Landung auf Sizilien.

Der erste alliierte Lufeangniff auf Rom fordert 166 Menschenleben.

Das Deutsche Rote Kreuz setzt neuerdings fahrende Soldatenheime zur Frontbetreuung ein.

In den USA wird nach elfmonatiger Bauzeit die größte Pipeline den Welt in Betrieb genommen. Sie führt von Longview (Texas) nach Philadelphia (New Jersy) über eine Strecke von 2200 km und hat einen Durchmesser von 50 cm.

20. Juli 1943, Dienstag

Den italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini gibt den Streitkräften seines Landes den Befehl, Sizilien um jeden Preis zuhalten. Am selben Tag räumen die Achsentruppen Caltanissetta und Enna.

In einer Denkschrift der deutschen Seekriegsleitung zur Lage wird festgestellt, dass es "unter Abwägung den vorhandenen Kräfte und Möglichkeiten sehr zweifelhaft" erscheine, "ob Deutschland den Krieg mit militärischen Mitteln erfolgreich beenden" könne.

21. Juli 1943, Mittwoch

Generalfeldmarschall Erwin Rommel wird neuer Oberbefehlshaber der deutschen Heeresgruppe Südost mit Sitz in der griechischen Stade Saloniki.

Papst Pius XII. beklagt in einen Botschaft, dass Rom nicht zur offenen Stadt erklärt wurde und nun die ersten Zerstörungen von Kulturdenkmälern zu verzeichnen seien.

Der Volksgenchtshof verurteilt einen Bergarbeiter aus Kommern im Sudetengau zum Tode, weil er einem sowjetischen Kriegsgefangenen bei der Flucht geholfen habe.

22. Juli 1943, Donnerstag

Die 7. US-Armee besetzt die sizilianische Stadt Palermo.

Alliierte Bomber greifen die indonesische Stadt Surabaya an.

In der deutschen Wehrmacht wird der Dienstgrad Oberfähnrich eingeführt. Ihn tragen alle Fahnenjunkerfeldwebel, bevor der Beförderungsvorschlag zum Leutnant eingereicht wird.

Die Bauwirtschaft im Deutschen Reich wird der Lenkung durch einen sog. Hauptausschuß unterstellt.

Im Deutschen Reich wenden in Zukunft nur noch Einheitsomnibusse und ein stark vereinfachter Kriegsstraßenbahnwagen gebaut. Die Zahl der Sitzplätze ist stark reduziert, um möglichst viele Personen transportieren zu können.

23. Juli 1943, Freitag

Die Rote Armee eröffnet neue Offensiven gegen den Kuban-Brückenkopf und südlich des Ladogasees.

Reichsmarschall Hermann Göring wird der Düsenjäger "Me 262" vorgeführt; Führer und Reichskanzler Adolf Hitler untersagt jedoch die Serienproduktion des Flugzeugs.

In einer Düsseldorfer Fabrik wenden Geräte zur Herstellung von Granatrohranlagen durch Sabotage zerstört.

24. Juli 1943, Sonnabend

Die britische Luftwaffe beginnt in den Nacht zum 25. Juli mit einer Reihe von schwersten alliierten Bombenangriffen auf Hamburg. Bei dieser Operation "Gomorrha", die bis zum 3. August dauert, kommen über 30 000 Menschen ums Leben.

Im jüdischen Getto von Wilna kommt es zu einem Fluchtversuch von Bewohnern, der von deutscher Seite drakonisch bestraft wird.

Das Komitee vom Internationalen Roten Kreuz in Genf wendet sich mit einem Aufruf an die Regierungen aller kriegführenden Staaten.

Der Rundfunk im Deutschen Reich sendet ab sofort die ganze Nacht hindurch.

Im Berliner Olympiastadion beginnen die zweitägigen deutschen Leichtathletik-Kriegsmeisterschaften.

25. Juli 1943, Sonntag

In der Nacht zum 26. Juli greifen britische Bomber Essen an; der Angriff fordert 500 Menschenleben.

Der italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini wird auf Veranlassung von König Viktor Emanuel III. verhaftet.

In einem Schreiben an Generalfeldmarschall Hans Günther von Kluge versucht Carl Friedrich Goerdeler, diesen für den deutschen Widerstand gegen Hitler zu gewinnen.

26. Juli 1943, Montag

Adolf Hitler trifft Anordnungen für die Verteidigung der Südostfront durch die deutsche Wehrmacht, wo er "den baldigen Beginn von Landungsuntemehmungen gegen die Sperrfront der Ägäis ... und gegen die griechische Westküste" erwartet.

Marschall Pietro Badoglio bildet eine neue italienische Regierung ohne Beteiligung der Faschisten.

27. Juli 1943, Dienstag

Die italienische faschistische Partei wird aufgelöst, ebenso den Große Faschistische Rat. Die faschistische Miliz wird in die Wehrmacht eingeordnet; die Parteiabzeichen werden durch Militärabzeichen ersetzt.

Der Irak stellt den Alliierten seine Armeen auch für den Einsatz in Übersee zur Verfügung.

28. Juli 1943, Mittwoch

US-amerikanische Bomber greifen Kassel an. Am selben Tag beginnen sie mit dem Abwurf von Flugblättern mit Aufrufen der US-Regierung an die deutsche Bevölkerung.

Der italienische Ministerpräsident Pietro Badoglio erklärt, sein Land werde den Krieg an der Seite des Deutschen Reiches fortsetzen.

Eine US-amerikanische Landung auf der Aleuteninsel Kiska stößt ins Leere, nachdem die japanischen Truppen sie zuvor schon unbemerkt geräumt hatten.

29. Juli 1943, Donnerstag

US-amerikanische Bomber richten ihre Angriffe gegen Helgoland, Kiel, Rostock und Warnemünde.

In den Nacht zum 30. Juli greifen britische Flugzeuge Saarbrücken an.

30. Juli 1943, Freitag

Die Rote Armee beginnt mit einer neuen Offensive gegen den deutschen Kuban-Brückenkopf.

General Charles de Gaulle bildet ein französisches Exilkabinett mit Sitz in Algier.

In Italien wird für die Dauer des Krieges die Gründung neuer Parteien verboten.

31. Juli 1943, Sonnabend

An der Ostfront und im Deutschen Reich erscheint ein Manifest des neugegründeten Nationalkomitees Freies Deutschland.

Die neue italienische Regierung unter Ministerpräsident Pietro Badoglio entschließt sich Rom zur "offenen Stadt" zu erklären.

Die Alliierten warnen neutrale Staaten davon, geflohenen Faschisten Asyl zu gewähren.

Die deutschen Truppenbewegungen Richtung Italien erregen Besorgnis bei der neuen italienischen Regierung unter Ministerpräsident Pietro Badoglio.

Als dritten deutschen Farbfilm wird in Berlin "Das Bad auf der Tenne" mit Heli Finkenzeller in den Hauptrolle u. a. unter der Regie von Volker von Collande uraufgeführt.


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1. August 1943, Sonntag

Deutsche Truppen überqueren den Brenner in Südtirol und beziehen Positionen, von denen aus sie bei einem Abfall Italiens rasch gegen dessen Verbände vorgehen können.

Die US-Luftwaffe greift das rumänische Ölgebiet von Ploiesti an.

Reichspropagandsminister Joseph Goebbels fordert die Berliner Bevölkerung auf, die Stadt soweit wie möglich zu evakuieren.

Das von Japan besetzte Birma proklamiert seine Unsbhängigkeit von Großbritannien und erklärt den USA und Großbritannien den Krieg.

Japan übergibt seine Niederlassung in Schanghai an die chinesische Regierung mit Sitz in Nanking.

Im Schwarzenviertel Harlem in New York City kommt es zu Rassenunruhen, in deren Verlauf fünf Menschen sterben und 504 verletzt werden.

Im Rahmen der Neuordnung der Arbeitsverwaltung im Deutschen Reich werden Gsuarbeitsämter eingerichtet.

In Berlin formiert sich eine kommunistische Widerstandsgruppe unter der Leitung von Anton Saefkow.

Im Deutschen Reich beginnt ein zweimonatiges Verbot für die Neuanfertigung von Schneidereiwaren.

2. August 1943, Montag

Im Konzentrationslager Treblinka kommt es zu einem Aufstand unter den Häftlingen.

Sowjetische Partisanen beginnen mit einer zweitägigen Großaktion zur Zerstörung zahlreicher Bahnlinien im Rücken der deutschen Heeresgruppen Mitte und Süd.

3. August. Dienstag

Die Rote Armee tritt zu einer neuen Offensive gegen den Nordflügel der deutschen Heeresgruppe Süd an.

Der italienische Ministerpräsident Pietro Badoglio stellt über Emissäre in Portugals Hauptstadt Lissabon erste Kontakte zu den Alliierten her, um mit ihnen über einen Waffenstillstand zu verhandeln.

Das deutsche Reichsarbeitsgericht bestätigt in einem Revisionsurtell, dass wegen einer Spendenablehnung - im vorliegenden Fall für das Winterhilfssverk - eine fristlose Entlassung eines Beschäftigten rechtens ist, da er damit asoziale und staatsfeindliche Gesinnung zeige.

4. August 1943, Mittwoch

Die Offensive der Roten Armee am Mius bricht zusammen.

Der Irak schlägt Großbritannien vor, Syrien, den Libanon, Palästina und Transjordanien zu einem Staat zusammenzufassen, der darm mit dem Irak eine Arabische Union bilden soll.

Rumänien befreit jüdische Ingenieure, Architekten u. ä. von der Wirkung der Judengesetze.

In Salzburg werden die Festspiele, der bis zum 29. August dauernde "Theater- und Musiksommer", eröffnet.

5. August 1943, Donnerstag

Die Rote Armee erobert die Städte Orel und Belgorod.

Auf Sizilien gibt die deutsche Panzerdivision "Hermann Göring" Catania auf.

US-amerikanische Truppen erobern Munda auf New Georgia (Salomoninseln).

Schweden verweigert deutschen Truppentransporten von und nach Norwegen und Finnland die Durchfahrt.

Die Vereinigten Staaten verhängen scharfe Handelsbeschränkungen über Argentinien, um das lateinamerikanische Land zu einer Änderung seiner freundlichen Haltung gegenüber den Achsenmächten zu zwingen.

6. August 1943, Freitag

In der italienischen Stadt Tarvis treffen Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und sein italienischer Amtskollege Raffaele Guariglia zu einer Unterredung zusammen, die von äußerstem gegenseitigem Mißtrauen hinsichtlich der weiteren militärischen Zusammenarbeit geprägt ist.

Adolf Hitler ordnet zum "kriegswirtschaftlich zweckmäßigsten Einsatz der deutschen Elektrizitätsbetriebe" an.

Die am 15. Juli eröffneten diesjährigen Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele gehen zu Ende.

7. August 1943, Sonnabend

Die Rote Annee erzielt tiefe Einbrüche in die deutschen Linien bei Wjasma und Smolensk.

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels erlässt zwölf Luftschutzgebote, in denen es u. a. heißt: "Brandbomben sind Menschenwerk, daran denke, wenn Du sie bekämpfst! Ein tapferes Herz, entschlossener Sinn und kaltes Blut sind stärker als der Terror unserer Feinde."

Über 500 Patienten der Psychiatrie werden von den Alsterdorfer Anstalten in Hamburg in Euthanasieanstalten abtransportiert.

Regierungsvertreter des Deutschen Reiches und Ungarns schließen ein neues Wirtschaftsabkommen.

8. August 1943, Sonntag

Die Rote Armee erneuert ihre Angriffe gegen den deutschen Kuban-Brückenkopf.

Die Wienerin Hilde Doleschell wird in Braunschweig durch ein 6:1, 6:4 gegen die Breslauerin Inge Hartelt Deutsche Meisterin im Tennis.

9. August 1943, Montag

Aufgrund der Angriffe der Roten Armee müssen die deutschen Truppen ihre Front bis 15 km vor Charkow zurücknehmen.

In der Nacht zum 10. August greifen britische Bomber Mannheim und Ludwigshafen an.

Adolf Hitler und Großadmiral Karl Dönitz besprechen bei einer Unterredung im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" Pläne für eine baldige Befreiung des am 25. Juli verhafteten ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini.

Die deutsche Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis legt einen letzten Entwurf für die Neuordnung des Deutschen Reiches nach Ende der nationalsozialistischen Herrschaft vor.

Der österreichische Wehrdienstverweigerer Franz Jägerstätter wird in Berlin hingerichtet.

In Paris stirbt der 1893 im sowjetischen Smilowitsch (bei Minsk) geborene Maler Chaim Soutine.

Deutscher Tennismeister der Herren wird in Braunschweig der Kölner Kurt Gies durch einen Viersatzsieg über den Berliner Engelbert Koch.

10. August 1943, Dienstag

Die Rote Armee verstärkt ihre Angriffstätigkeit westlich von Orel und südwestlich bzw. westlich von Wjasma.

In der Nacht zum 11. August werten britische Flugzeuge 1608 t Bomben auf Nürnberg.

11. August 1943, Mittwoch

Ein alliierter Landungsversuch an der Nordküste von Sizilien wird von den deutsch-italienischen Streitkräften erfolgreich verhindert.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler richtet die Stelle eines Generalinspekteurs für das Kriegsgefangenenwesen in der deutschen Wehrmacht ein.

Boshidar Puric wird neuer Ministerpräsident der jugoslawischen Exilregierung; er löst Milos Trivunowitc ab.

12. August 1943, Donnerstag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler befiehlt den deutschen Wehrmachtsverbänden in der Sowjetunion die Errichtung eines Ostwalls ("Panther-Stellung") am Dnjepr und an der Desna.

Bomberstaffeln der US-amerikanischen Luftwaffe greifen Bonn, Bochum, Gelsenkirchen und Duisburg an.

Die britische Luftwaffe beginnt in der Nacht zum 13. August mit einer Reihe von Angriffen auf Mailand.

Eine italienische Militärmission trifft in Lissabon ein, um mit den Alliierten über einen Waffenstillstand zu verhandeln.

13. August 1943, Freitag

Die Offensive der Roten Armee beiderseits Isjum scheitert am Widerstand der 1. deutschen Panzerarmee.

61 US-Bomber fliegen einen Luftangriff gegen die Flugzeugwerke in Wiener Neustadt: dies; ist der erste alliierte Bombenangriff auf Ziele im österreichischen Territorium.

Der Ministerpräsident der polnischen Exilregierung in London. Stanislaw Mikolajczyk, wendet sich in einem Interview entschieden gegen die Errichtung eines kommunistischen Systems in Polen nach Ende des Krieges.

Der thailändische Ministerpräsident Luang Pibul Songgram und der japanische Botschafter in Bangkok, Teini Tsubkami, unterzeichnen ein Abkommen über die zwischen den Ministerpräsidenten beider Länder vereinbarte Einverleibung von vier Malayenstaaten und zwei Distrikten der südlichen Schaanstaaten durch Thailand.

In Argentinien beginnt eine große Kampagne gegen den Kommunismus.

14. August 1943, Sonnabend

Der bulgarische König Boris III. trifft zu einem zweitägigen Besuch bei Adolf Hitler im Hauptquartier "Wolfsschanze" ein; er lehnt in den Unterredungen den Einsatz weiterer bulgarischer Divisionen in Ostgriechenland ab.

Im kanadischen Quebec beginnt eine Konferenz zwischen dem britischen Premierminister Winston Churchill und dem US-amerikanischen Präsidenten Franklin Delano Roosevelt; das Treffen dauert bis zum 24. August.

Die italienische Regierung fordert die Alliierten auf, Rom als "offene Stadt" zu betrachten.

Die Deutsche Reichsbahn bittet darum, bei Fliegeralarm die Bahnhöfe zu meiden.

In der Nacht zum 15. August wird das weltberühmte Mailänder Teatro della Scala durch einen britischen Luftangriff zerstört.

15. August 1943, Sonntag

Im italienischen Bologna findet eine Besprechung zwischen deutschen und italienischen Militärs über die Verteidigung Italiens statt.

US-amerikanische Truppen landen auf Vella Lavella (Salomoninseln).

Die Münchner Volksschulen werden in den Landkreis verlegt; auch alte und gebrechliche Personen werden evakuiert.

16. August 1943, Montag

Die Sowjets treten ander Mius-Front mit fünf Armeen zu einem Angriff gegen die 6. deutsche Armee an. Im jüdischen Getto von Bialystok kommt es angesichts seiner bevorstehenden Liquidierung zu einem - vergeblichen - Aufstand.

Die Belegschaft den Kruppschen Kleineisenfabrik in Duisburg-Rheinhausen legt für rund eine Stunde ihre Arbeit nieder, um gegen eine Verschärfung des Akkords zu protestieren.

17. August 1943, Dienstag

Die letzten deutsch-italienischen Truppen räumen Sizilien.

Die US-Luftwaffe bombardiert Regensburg und Schweinfurt.

In der Nacht zum 18. August greifen britische Bomber die wissenschaftlichen Versuchsanstalten des deutschen Heeres für Gleitbomben und Raketenwaffen in Peenemünde an, die stark beschädigt werden.

Der norwegische Ministerpräsident Vidkun Abraham Lauritz Quisling verhängt den Ausnahmezustand über das Land.

Der Schwede Arne Andersson läuft in Göteborg mit 3:45,0 min Weltrekord über 1500 m.

18. August 1943, Mittwoch

Den Generalstabschef der deutschen Luftwaffe, Generaloberst Hans Jeschonnek, nimmt sich im Alten von 44 Jahren im Luftwaffenhauptquartier bei Goldap in Ostpreußen das Leben.

Adolf Hitler ernennt Withelm Schepmann zum vorläufigen Nachfolger des am 2. Mai ums Leben gekommenen SA-Stabschefs Viktor Lutze; am 9. November übernimmt Schepmann das Amt endgültig.

Das Oberkommando der Alliierten lässt über die britischen Sender und den Sender der Vereinten Nationen in Algier eine Botschaft an die Völker Europas ausstrahlen, dass sie sich für eine Invasion bereithalten sollten.

Schweden schließt ein neues Wirtschaftsabkommen mit dem Deutschen Reich.

US-Präsident Franklin Delano Roosevelt ermächtigt die zuständigen Stellen, diensttaugliche Arbeiten in der Rüstungsindustrie, die in einen Streik treten, zum Militärdienst einzuziehen.

19. August 1943, Donnerstag

Das katholische Episkopat im Deutschen Reich wendet sich in einem Hirtenbrief gegen die Tötung unschuldigen Lebens.

Der Film "Lady Takes a Chance" (Die Lady riskiert was) mit John Wayne u. a. wird uraufgeführt.

20. August 1943, Freitag

Die Alliierten erobern die nördlich von Sizilien gelegenen Liparischen Inseln.

Kopenhagen wird wieder von deutschen Truppen besetzt.

21. August 1943, Sonnabend

Der Bevollmächtigte des Deutschen Reichs in Dänemark, Werner Best, fordert die Regierung in Kopenhagen ohne Erfolg auf, Saboteure der Aburteilung durch deutsche Gerichte zuzuführen.

Die Sowjetunion beschließt Sofortmaßnahmen zur Wiederherstellung der Wirtschaft in den von deutscher Besetzung befreiten Gebieten.

Bei den Wahlen zum australischen Parlament erringt die Labour Party die absolute Mehrheit.

In Kopenhagen stirbt der dänische Schriftsteller Henrik Pontoppidan im Alten von 86 Jahren; 1917 war er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet worden.

22. August 1943, Sonntag

An der Mius-Front und am Donez erzielt die Rote Armee tiefe Einbrüche in die deutsche Front, die bei der 6. Armee zurückgenommen wird.

In der Nacht zum 23. August greifen britische Flugzeuge Leverkusen an und werfen 1690 t Bomben auf die Stadt.

Andrei A. Gromyko wird als Nachfolger von Maxim M. Litwinow Botschafter der Sowjetunion in den USA.

23. August 1943, Montag

Die Rote Armee erobert die Stadt Charkow, die bereits am 16. Februar von ihr eingenommen, aber am 14. März wieder von SS-Truppen besetzt worden war.

In der Nacht zum 24. August werfen britische Flugzeuge 1765 t Bomben auf Berlin.

In Rostock wird ein Mann wegen "Wehrkraftzersetzung" zum Tode verurteilt; er soll in der Straßenbahn den Rücktritt von Führen und Reichskanzler Adolf Hitler gefordert haben.

Konrad Meyer, Planungsbeauftragter für Besiedlung beim Reichsernährungsminister und Reichsbauernführer, legt Pläne für einen Umbau der Agrarstruktur im Deutschen Reich vor; die ländliche Neuordnung müsse ein festes Bauerntum begründen.

24. August 1943, Dienstag

Reichsführer SS Heinrich Himmler wird als Nachfolger von Wilhelm Frick Innenminister des Deutschen Reichs; Frick geht als Reichsprotektor für Böhmen und Mähren nach Prag.

Ein alliierter Bombenangriff auf die italienische Stadt Pompeji richtet beträchtliche Schäden an den dortigen antiken Stätten an.

Die USA und Großbritannien erkennen das französische Befreiungskomitee in Algier an, verweigern ihm aber den Status einer Regierung.

In Stuttgart wird den Film "Der unendliche Weg" mit Eugen Klöpfer u. a. uraufgeführt.

25. August 1943, Mittwoch

Maximilian Freiherr von Weichs wird Oberbefehlshaber der deutschen Heeresgruppe Südost mit Sitz in Belgrad.

Die Alliierten errichten ein Südostasienkommando unter der Leitung von Admiral Louis Mountbatten.

Zwei deutsche Minenleger beschießen zwei vor der Küste Jütlands fischende schwedische Boote; den Vorfall führt zu einer starken Belastung des deutsch-schwedischen Verhältnisses.

Im US-amerikanischen Detroit wird eine als besonders gefährlich eingestufte deutsche Spionageorganisation ausgehoben.

26. August 1943, Donnerstag

Im Mittelabschnitt der Ostfront beginnt eine neue Offensive der Roten Armee gegen die 2. deutsche Armee.

Das Oberkommando der Wehrmacht weist italienische Proteste gegen den Truppenaufmarsch im gemeinsamen Grenzgebiet zurück.

US-amerikanische Bomber greifen von Stützpunkten in China aus den Hafen von Hongkong an.

Der preußische Finanzminister Johannes Popitz versucht in einer Aussprache mit Reichsinnenminister Heinrich Himmler, diesen für den Widerstand gegen Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zu gewinnen.

27. August 1943, Freitag

Angesichts der aus deutscher Sicht bedrohlichen Entwicklung an der Ostfront fliegt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vom Hauptquartier "Wolfsschanze" zum Hauptquartier "Werwolf", wo er in einem Gespräch mit Generalfeldmarschall Erich von Manstein darauf beharrt, die Truppen überall Widerstand leisten zu lassen, "bis den Feind von der Nutzlosigkeit seiner Angriffe überzeugt" sei.

Deutsche Flugzeuge greifen bei Kap Fintsterne (Nordwestküste Spaniens) eine britische U-Boot-Jagdgruppe an; sie versenken das Führerschiff und beschädigen einen kanadischen Zerstörer schwer.

In der Nacht zum 28. August botmbardiert die britische Luftwaffe Nürnberg; über 3000 Menschen kommen ums Leben.

Die Geheime Staatspolizei verhaftet den ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Albert Lebrun.

28. August 1943, Sonnabend

In Anbetracht der Erfolge der Roten Armee gegen die deutschen Truppen an der Mius-Front erhält Großadmiral Karl Dönitz den Befehl, alle verfügbaren leichten Seestreitkrafte zur Unterstützung der Heeresgruppe Süd in das Asowsche Meer zu entsenden.

In Nordhausen wird ein neues Konzentrationslager eingerichtet; die Häftlinge beginnen mit dem Stollenbau für ein unterirdischen Werk zur Herstellung von "Vergeltungs"-Waffen.

In Sofia stirbt überraschend und unter ungeklärten Umständen der bulgarische König Boris III.

29. August 1943, Sonntag

Der deutsche Militärbefehlshaber in Dänemark, General Hermann von Hanneken, verhängt den Ausnahmezustand über das Land.

30. August 1943, Montag

Die 6. deutsche Armee räumt die sowjetische Stadt Taganrog (Donezgebiet).

In der Nacht zum 31. August greifen britische Bomber Mönchengladbach an.

Die Alliierten geben bekannt, dass Polen, insbesondere die Provinz Lublin, durch das deutsche Besatzungsregime systematisch entvölkert werde.

31. August 1943, Dienstag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gibt seine Einwilligung zur schrittweisen Räumung des Donezgebiets durch die deutschen Truppen.

Fliegergeneral Günther Korten wird als Nachfolger von Hans Jeschonnek Generalstabschef der deutschen Luftwaffe.

Die letzte Ausgabe der traditionsreichen "Frankfurter Zeitung" erscheint.


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1. September 1943, Mittwoch

Reichsinnenminister Heinrich Himmler beauftragt SS-Brigadeführer Hans Kammler mit den Durchführung des Konstruktionsprogramms für die "A-4"-("V 2"-)Rakete.

Die deutsche Wehrmacht nimmt Freiwillige ab sechzehneinhalb Jahren auf. Eine Einwilligung der Eltern ist nicht mehr erforderlich.

Zum vierten Jahrestag des Kriegsausbruchs wendet sich Papst Pius XII. mit einer Friedensbotschaft an die Völker den Welt.

Syrien schließt ein Abkommen mit den USA über die Ausdehnung des Leih- und Pachthilfegesetzes zum 11. März 1941 auf das arabische Land.

2. September 1943, Donnerstag

Der rumänische Staatsführer Marschall Ion Antonescu trifft zu zweitägigen Beratungen mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" ein; er stimmt der von deutscher Seite geplanten Räumung des Kuban-Brückenkopfes an der Ostfront zu.

Adolf Hitler erlässt eine Verordnung über die Konzentration der Kriegswirtschaft im Deutschen Reich.

3. September 1943, Freitag

In einer Aussprache mit den Generalfeldmarschällen Hans Günther von Kluge und Erich von Manstein im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" in Ostpreußen stimmt Adolf Hitler der Zurücknahme der deutschen Heeresgruppe Süd über die Desna zu.

Britische Verbände landen an den Südspitze des italienischen "Stiefels" in Kalabrien.

In Cassibile auf Sizilien unterzeichnen Italien und die Alliierten einen zunächst noch geheimgehaltenen Waffenstillstand.

In der Nacht zum 4. September greifen 295 britische Bomber Berlin an und werfen 906 t Bomben ab.

4. September 1943, Sonnabend

"Um Verbände für andere Aufgaben freizubekommen", ordnet Adolf Hitler die Räumung des Kuban-Brückenkopfes an der Ostfront durch die deutsche Wehrmacht und die Zurücknahme der 17. deutschen Armee über die Enge von Kertsch auf die Krim an.

Starke US-amerikanische Truppenverbände landen auf Neuguinea.

Der sowjetische Staatschef Josef W. Stalin empfängt Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche und erklärt sein Einverständnis mit der Wahl eines Patriarchen von Moskau.

In Hamburg werden zwei Personen wegen Plünderns in bombengeschädigten Häusern zum Tode verurteilt.

5. September 1943, Sonntag

Die 8. britische Armee erweitert ihren Brückenkopf in Kalabrien bis zum Aspromonte.

In der Nacht zum 6. September greifen britische Flugzeuge Mannheim und Ludwigshafen an; 3357 Spreng- und 307 250 Brandbomben bringen über 2000 Menschen den Tod, 127 000 Personen werden obdachlos.

Karl Brandt wird Reichskommissar für das Sanitäts- und Gesundheitswesen im Deutschen Reich.

Bei den deutschen Turn- und Spielmeisterschaften in Augsburg gewinnt Erich Wied den Zwölfkampf der Männer vor seinem Zwillingsbruder Theo. Den Achtkampf der Frauen gewinnt zum vierten Mal Irma Walther-Dumbsky.

6. September 1943, Montag

Verbände der Roten Armee durchstoßen am Südflügel der deutschen Heeresgruppe Süd die "Schildkröten-Stellung" und dringen bis in die Gegend südlich von Pawlograd vor.

In der Nacht zum 7. September werfen britische Flugreuge 1020 t Bomben auf München.

Der britische Premierminister Winston Churchill nimmt die Ehrendoktorwürde der US-amerikanischen Harvard University entgegen.

Bei einem Eisenbahnunglück in den USA auf der Linie Washington - New York kommen annähernd 200 Menschen ums Leben.

7. September 1943, Dienstag

Die 17. deutsche Armee beginnt mit der Räumung des Kuban-Brückenkopfes an der Ostfront.

Ein deutscher Flottenverband mit den Schlachtschiffen "Scharnhonst" und "Tirpitz" sowie neun Zerstörern läuft zu einer dreitägigen Unternehmung gegen Spitzbergen aus, wo militärische Einrichtungen und Kohlengruben zerstört werden sollen.

US-amerikanische Verbände liefern sich bei Lae (Neuguinea) eine Schlacht mit japanischen Truppen.

In Benlin-Plötzensee beginnt eine Serie von 294 Hinrichtungen in nur fünf Tagen ("Plötzenseer Blutnächte").

8. September 1943, Mittwoch

Die deutschen Truppen an der Ostfront geben Stalino (Donezk) und damit das Donezbecken auf.

US-General Dwight D. Eisenhower gibt den Waffenstillstand der Alliierten mit Italien bekannt.

Nach einem deutschen Luftangriff kapituliert die italienische Besatzung der griechischen Insel Rhodos.

Die deutsch-italienische Grenze wird für den zivilen Reiseverkehr gesperrt.

Die Alliierten fliegen Luftangriffe gegen den Sitz des Stabes des deutschen Oberbefehlshabers Süd in Frascati.

9. September 1943, Donnerstag

Die 5. US-Armee landet bei Salerno in Süditalien: britische Truppen landen bei Tarent.

Bei der Kapitulation der 2. italienischen Armee in Dalmatien erbeuten die Partisanen unter den Führung von Josip Tito große Mengen an Waffen und Munition.

Kroatien nimmt die am 18. Mai 1941 an Italien abgetretenen Gebiete in Dalmatien wieder in seinen Besitz.

Die deutsche Luftwaffe greift die italienische Schlachtflotte an, die den Waffenstillstandsbedingungen mit den Alliierten gemäß von La Spezia nach Malta ausgelaufen ist, und versenkt das Schlachtschiff "Roma".

Im deutschen Machtbereich in Italien wird unter der Führung von Alessandro Pavolini eine faschistische Gegenregierung zum Kabinett von Ministerpräsident Pietro Badoglio gebildet.

Die Alliierten und Ungarn treffen geheime Abmachungen, einen formellen Waffenstillstand abzuschließen, sobald alliierte Truppen die Grenzen Ungarns erreicht haben.

Der Iran erklärt dem Deutschen Reich den Krieg.

Sergius wird zum Patriarchen von Moskau gewählt.

In Zürich wird das Stück "Leben des Galilei" des im US-Exil lebenden Bertolt Brecht uraufgeführt.

10. September 1943, Freitag

Verbände der Roten Armee landen im Hafen von Noworussisk.

Truppen der deutschen Wehrmacht besetzen die italienische Hauptstadt Rom.

Deutsche Truppen nehmen von Italien aus sämtliche Alpenpässe an den Grenzen nach Frankreich und zum Deutschen Reich in Besitz.

In der Nacht zum 11. September greifen britische Bomber Düsseldorf an.

In Berlin wird den Film "Zirkus Renz" mit René Deltgen u. a. uraufgeführt.

11. September 1943, Sonnabend

Die 8. britische Armee nimmt die italienische Stadt Brindisi ein.

Im sowjetischen Kriegsgefangenenlager Lunjowo wird der Bund deutscher Offiziere gegründet.

Die finnische Regierung nimmt Stellung zu Spekulationen über ein Ausscheiden des Landes aus dem Krieg.

Im Raum um die französische Stadt Nizza beginnt eine Großrazzia gegen die jüdische Bevölkerung.

Die bis zum 14. September dauernde Liquidierung der jüdischen Ghettos in Minsk und Lida beginnt.

Vom Konzentrationslager Theresienstadt (Terezin) aus beginnen einwöchige "Familientransporte" ins Vernichtungslager Auschwitz.

12. September 1943, Sonntag

Eine deutsche Fallschirmjägereinheit befreit den auf dem Gran-Sasso-Massiv in den Abruzzen gefangengehaltenen ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini.

Der erste "Opfersonntag" des deutschen Kriegswinterhilfswerks 1943 bringt nach offiziellen Angaben mehr als 55 Millionen Reichsmark ein.

13. September 1943, Montag

Deutsche Panzenverbände treten zu einer erfolglosen Offensive gegen den alliierten Brückenkopf bei Salerno (Italien) an.

Freifranzösische Truppen landen auf Korsika.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erteilt dem Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktiun, Albert Speer, alle Vollmachten zur Fortsetzung der Kriegswirtschaft in Italien.

Marschall Chiang Kai-shek wird zum Präsidenten von Tschungking-China ernannt.

Heinz Drewes, Leiter der Abteilung Musik im Reichspropagandaministerium, betont die Wichtigkeit der Aufrechterhaltung des Musiklebens auch in den bombengeschädigten Gebieten.

14. September 1943, Dienstag

Benito Mussolini trifft auf dem Flugplatz von Rastenburg mit Adolf Hitler zusammen.

Britische Truppen nehmen die bisher von italienischen Verbänden besetzte Ägäis-Insel Leros ein.

Marschall Chiang Kai-shek, der Präsident von Tschungking-China, fordert die Kommunisten unten der Führung von Mau Tse-tung zur Unterordnung unter seine Regierung auf.

Es wird bekannt, dass die japanische Regierung der chinesischen Regierung mit Sitz in Tschungking mehrfach Friedensangebote gemacht hat.

Der Iran wird in die Reihe den Vereinten Nationen aufgenommen.

15. September 1943, Mittwoch

Adolf Hitler genehmigt den Rückzug der Heeresgruppen Mitte und Süd an der Ostfront in die "Panther-Stellung".

Benito Mussolini bildet in Saló am Gardasee eine "republikanisch-faschistische Regierung" Italiens.

Die Scherenproduktion im Deutschen Reich in Höhe von 4,4 Millionen Stück pro Jahr wird von der Wehrmacht beschlagnahmt.

16. September 1943, Donnerstag

Britische Truppen besetzen die Ägäis-Insel Samos.

Jugoslawische Partisanen besetzen vorübergehend Split und greifen Fiume (Rijeka) an.

Mit der Einnahme von Lae durch US-Verbände wird der japanische Vorstoß auf Neuguinea gestoppt.

Die Mitglieder der NSDAP werden zu mehr Linientreue aufgefordert; für die Duldung gegnerischer Äußerungen, das Nichttragen des Parteiabzeichens und das Unterlassen des Hitlergrußes wird der Ausschluß angedroht.

17. September 1943, Freitag

Die Deutschen beginnen mit der Räumung Sardiniens.

Die in Italien von Tarent und aus Kalabrien vordringenden Verbände der 8. britischen Armee vereinigen sich mit der bei Salerno gelandeten 5. US-Armee.

Das Reichspropagandaministerium verbietet dem österreichischen Dirigenten Clemens Krauss alle Auslandsreisen, da sein "Benehmen in Devisenangelegenheiten ... Proteste verursacht" habe.

Im italienischen Sorrent wird Benedetto Croce, einer der geistigen Führer des antifaschistischen Italiens, von britischen Soldaten befreit.

18. September 1943, Sonnabend

Die Rote Armee erobert die Stadt Pawlograd.

Von München aus hält der Ministerpräsident der neuen faschistischen italienischen Gegenregierung, Benito Mussolini, eine Rundfunkansprache an das italienische Volk.

19. September. Sonntag

Die sowjetischen Partisanen beginnen mit der zweiten Phase ihrer Angriffe gegen die Eisenbahnverbindungen hinter der deutschen Front.

Die Niederländerin Fanny Blankers-Koen springt in Leiden mit 6,25 m Weltrekord im Weitsprung der Frauen.

20. September 1943, Montag

Die 8. britische Armee in Süditalien nimmt Potenza und Bari ein.

Die deutschen Truppen schließen die Räumung Sardiniens ab.

Die Deutsche Werft AG in Hamburg-Finkenwerder erhält den Auftrag zum Bau von 50 U-Booten des Typs XXIII für die deutsche Kriegsmarine.

Die deutsche Kriegsmarine bringt im Atlantik erstmals Geräusch-Torpedos gegen alliierte Schiffe zum Einsatz.

Der britische Düsenjägerprototyp De Havilland "Vampir" absolviert seinen Probeflug.

21. September 1943, Dienstag

Die Rote Armee erzwingt beiderseits der Pripjet-Mündung in 80 km Breite den Übergang über den Dnjepr und erzielt damit einen tiefen Einbruch in die noch kaum ausgebaute deutsche -"Panther-Stellung".

Sowjetische Truppen erobern die Stadt Tschernigow.

Die deutsche Heeresgruppe B legt ihren Abschlußbericht über die Entwaffnungsaktion in Norditalien vor; demnach wurden 13 000 italienische Offiziere und 402 600 Unteroffiziere und Mannschaften entwaffnet.

Auf der griechischen Insel Kefallinia ermordet die deutsche Wehrmacht 4000 italienische Kriegsgefangene.

Die französische Fremdenlegion wird aufgelöst; ihre Angehörigen werden in ihre Heimatländer zurückgeschickt.

Das japanische Kabinett beschließt weitreichende Maßnahmen zur "Stärkung der Heimatfront".

22. September 1943, Mittwoch

Die Rote Armee überschreitet den Dnjepr bei Perejaslaw-Chmelnizki.

Die deutschen Truppen auf Korsika beginnen mit dem Rückzug in den Nondteil der Insel.

Britische Klein-U-Boote greifen das im norwegischen Alta-Fjord liegende deutsche Schlachtschiff "Tirpitz" an; die Reparatur des Schiffes dauert bis 1944.

In den Nacht zum 23. September werfen britische Flugzeuge 2357 t Bomben auf Hannover.

In Frankreich werden 19 Personen von den deutschen Besatzungsbehörden standrechtlich erschossen; 16 von ihnen werden zahlreiche Sabotageakte gegen die deutschen Truppen zur Last gelegt.

Wilhelm Kube, deutscher Generalkommissar für Weißruthenien, kommt 55jährig durch ein Attentat seines mit den sowjetischen Partisanen zusammenarbeitenden russischen Dienstmädchens in Minsk ums Leben.

23. September 1943, Donnerstag

In der Nacht zum 24. September bombardieren britische Flugzeuge Mannheim und Ludwigshafen.

In seinem Tagebuch vermerkt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, dass Adolf Hitler Gespräche über einen Waffenstillstand mit dem britischen Premierminister Winston Churchill als sinnlos betrachte, mit dem sowjetischen Staatschef Josef W. Stalin aber "schon eher zu verhandeln bereit" wäre.

Die faschistische Gegenregierung in Italien unter Führung von Benito Mussolini wird umgebildet.

Das jüdische Getto in Wilna (Vilnius) wird liquidiert.

Der deutsche Schriftsteller und Publizist Theodor Wolff stirbt im Alter von 75 Jahren im Israelitischen Krankenhaus in Berlin; er war in diesem Jahr in Nizza verhaftet, der Geheimen Staatspolizei übergeben und in ein Konzentrationslager gebracht worden.

24. September 1943, Freitag

Die deutsche Heeresgruppe Mitte gibt die sowjetische Stadt Smolensk auf.

Deutsche U-Buote greifen einen alliierten Geleitzug im Nordallantik an und versenken 38 422 Bruttoregistertonnen.

Deutsche Truppen landen auf der griechischen Insel Korfu.

Seit der Bekanntgabe des Waffenstillstands zwischen Italien und den Alliierten am 8. September sind rund 20 000 Italiener in die Schweiz geflüchtet.

In München wird den Film "Tolle Nacht" von Theo Lingen uraufgeführt.

Den Berliner Obersturmführer Ernst Jachtmann stellt mit 55:52:50 h einen Weltrekord im Dauersegelfliegen der Einsitzer auf.

25. September 1943, Sonnabend

Die Rote Armee bildet einen Brückenkopf auf dem westlichen Dnjeprufer südlich von Dnjepropetrowsk.

Bei den ersten Parlamentswahlen in Neuseeland seit Kriegsausbruch erhält die regierende Labour Party die absolute Mehrheit.

In London wird die Freie deutsche Bewegung gegründet.

In einem Brief an Reichspropagandaminister Joseph Goebbels beklagen sich Rundfunkhörer über die "undeutsche"Aussprache von Fremdwörtern.

26. September 1943, Sonntag

Die Rote Armee tritt zu einer Großoffensive gegen die 6. deutsche Armee an.

Die deutschen Bischöfe verurteilen in einem Hirtenbrief die Euthanasie.

27. September 1943, Montag

Die Alliierten besetzen den süditalienschen Flugplatz Foggia, der die Hauptoperationsbasis ihrer Luftwaffe wird.

599 britische Flugzeuge bombardieren bei 37 Verlosten in der Nacht zum 28. September Hannover und werfen 2196 t Bomben ab. Außerdem wird Braunschweig angegriffen.

In einer Denkschrift fordert der britische Außenminister Robert Anthony Eden, das Deutsche Reich nach einem Sieg der Alliierten als "reformiertes Deutschland wieder am Leben Europas teilnehmen zu lassen".

Vier Tage vor dem Einmarsch den Alliierten beginnen die Widerstandsgruppen in der süditalenischen Stadt Neapel mit einem Aufstand.

Laut Pressemeldungen hat die Zahl der Bausparer im Deutschen Reich im ersten Halbjahr 1943 erheblich zugenommen.

28. September 1943, Dienstag

Die deutschen Truppen im Kuban-Brückenkopf räumen die Stadt Temrjuk.

Adolf Hitler erlässt eine Weisung über die Vorbereitung einen Rückführung von Truppen der deutschen Wehrmacht nach Nordnorwegen für den Fall eines Ausscheidens Finnlands aus dem Krieg.

Die deutsche Presse mahnt die Bevölkerung mit einem Wort des Reichspropagandaministers: "In allem, was Du tust und unterläßt, was Du sagst und was verschweigst, bedenke, dass Du ein Deutscher bist!"

Der Film "Le Corbeau" (Der Rabe) des französischen Regisseurs Henri-Georges Clouzot wird uraufgeführt.

29. September 1943, Mittwoch

In der Nacht zum 30. September bombardieren 312 britische Flugzeuge bei sieben Verlusten Bochum.

Der italienische König Viktor Emanuel III. und die Regierung unter Pietro Badoglio richten sich in Bari ein.

30. September 1943, Donnerstag

Die deutsche Wehrmachtsführung legt einen Plan für die Besetzung Ungarns im Falle eines Ausscheidens des Landes aus dem Krieg vor.

Die japanischen Truppen verlegen ihre Hauptverteidigungslinie auf die Marianen und Westkarolinen zurück.

Wilhelm Furtwängler dirigiert die Münchner Philhanmoniker im Deutschen Museum anlässlich des 50jährigen Jahnestages ihrer Gründung.


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1. Oktober 1943, Freitag

Truppen der Alliierten marschieren in die süditalienische Stadt Neapel ein.

In der Nacht zum 2. Oktober bombardiert die britische Luftwaffe Hagen.

In einer Großaktion in der Nacht zum 2. Oktober versucht das deutsche Besatzungsregime in Dänemark, die mehr als 8000 dänischen Juden zu verhaften.

Die Schweiz und das Deutsche Reich schließen ein neues Wirtschaftsabkommen.

William Averell Harriman wird neuer US-Botschafter in Moskau.

Im Deutschen Reich tritt eine neue Verordnung über die Gültigkeit von Soldatentestamenten in Kraft.

In Fritzlar startet den Prototyp der neuen "Ju 352" der Dessauer Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG.

2. Oktober 1943, Sonnabend

Australische Truppen erobern Finchhafen auf Neuguinea.

In den Nacht zum 3. Oktober wird München von britischen Bombern angegriffen.

Der japanische Kabinettsrat beschließt die Mobilisierung aller Wissenschaftler des Lendes für die Rüstungsproduktion.

3. Oktober 1943, Sonntag

Deutsche Einheiten landen auf der von italienischen und britischen Truppen besetzten Ägäisinsel Kos und beginnen damit die Einnahme des Dodekanes.

In den Nacht zum 4. Oktober wind Kassel von britischen Flugzeugen angegriffen.

Auf einer Veranstaltung im BerlIner Sportpalast anlässlich des Erntedanktages gibt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels bekannt, dass die Ernte ungewöhnlich gut gewesen sei und daher die Brotration um 400 g auf 9600 g pro Monat erhöht werde. Die Weinernte in diesem Jahr bringt im Deutschen Reich wie auch in den anderen europäischen Ländern den besten Kriegsjahrgang ein.

4. Oktober 1943, Montag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler weist die deutschen Truppen in Italien an, die Linie Gaeta - Ortona zu halten.

Sir Andrew Browne Cunningham wird Nachfolger von Sir Dudley Pound als Oberkommandierender der britischen Flotte.

Reichsinnenminister und Reichsführer SS Heinrich Himmler betont vor SS-Führern in Posen, dass die "innere Front" "brutal und gnadenlos" gehalten werden müsse.

Der frühere britische Kriegsminister Hore Belisha warnt in einen Rede in Plymouth vor einer künftigen Ost-West-Spaltung Europas.

In Linz wird als "Reichsuniversität" die 19. Technische Hochschule des Deutschen Reiches eröffnet.

Der Film "Großstadtmelodie" mit Hilde Krahl in der Hauptrolle u. a. wird in Berlin uraufgeführt.

5. Oktober 1943, Dienstag

Die deutschen Truppen schließen die Räumung der Mittelmeerinsel Korsika ab.

Der nicaraguanische Präsident Anastasio Somoza Garcia erklärt die Bereitschaft seines Landes, den Vereinigten Staaten das Besitzrecht an einem Teil des Staatsgebietes einzuräumen, wenn diese dafür auf nicaraguanischem Territorium einen neuen Kanal vom Atlantik zum Pazifik bauen.

6. Oktober 1943, Mittwoch

Die Rote Armee beginnt eine Offensive im Raum südlich von Welikije Luki, die zur Eroberung der Stadt Newel führt.

Bei Vella Lavella (Salomoninseln) kommt es zu einem Seegefecht zwischen US-amerikanischen und japanischen Verbänden.

Der am 29. August über Dänemark verhängte Ausnahmezustand wird wieder aufgehoben.

Durch Spätzündung einer deutschen Bombe im Postamt von Neapel kommen 100 Menschen ums Leben.

7. Oktober 1943, Donnerstag

In der Ägäis wird ein für die Insel Kos bestimmter deutscher Geleitzug von einem britischen Flottensverband zusammengeschossen; deutsche Schiffe und Flugzeuge retten 1027 Schiffbrüchige.

Auf Malta geht ein Streik von rund 5000 Werftarbeitern für eine höhere Kriegszulage zu Ende.

In New York wird das Musical "One Touch of Venus" von Kurt Weill uraufgeführt.

8. Oktober 1943, Freitag

Spanien fordert die Rückkehr der seit Juni 1941 an der Ostfront eingesetzten Blauen Division des Landes in ihre Heimat. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt die Einheit nach längeren Verhandlungen frei; zurück bleibt nur noch eine Legion von Freiwilligen.

In der Nacht zum 9. Oktober werfen britische Bomber 1667 t ihner tödlichen Fracht auf Hannover, wo 250 000 Menschen obdachlos werden.

Robert Ley, Leiten der Deutschen Arbeitsfront, gibt Pläne zur Errichtung von Notunterkünften für Bombengeschädigte bekannt.

9. Oktober 1943, Sonnabend

Die deutschen Truppen an der Ostfront beenden die Räumung des Kuban-Brückenkopfes.

US-amerikanische Bomber greifen Gotenhafen (Gdynia) und Danzig (Gdansk) sowie Flugzeugfabriken in Marienburg (Malbork) an.

In der Sowjetunion wird eine besondere Stelle für den Kontakt der Regierung zur russisch-orthodoxen Kirche eingerichtet.

10. Oktober 1943, Sonntag

Die US-Luftwaffe greift Münster und das Umland an.

In Griechenland bricht ein Krieg zwischen den beiden größten Widerstandsorganisationen aus.

Im Deutschen Reich findet eine Personenstandsaufnahme statt; jeder Haushaltsvorstand muss eine Haushaltsliste ausfüllen.

11. Oktober 1943, Montag

Die 3. deutsche Panzerarmee erreicht nach Abschluss ihres Rückzugs an der Ostfront die "Panther-Stellung" östlich von Witebsk.

Ein Orkan, der über die mexikanische Pazifikküste hinwegfegt, legt die Stadt Mazatlán in Trümmer und richtet auch in anderen Städten große Schäden an.

In Paris wird am Théatre Hébertot das Theaterstück "Sodome et Gomorrhe" (Sodom und Gomorrha) von Jean Giraudoux uraufgeführt.

12. Oktober 1943, Dienstag

Die 5. US-Armee in Süditalien beginnt mit einen Offensive am Volturno.

Portugal räumt den Alliierten Stützpunkte auf den Azoren ein.

Die 1. Polnische Division "Tadeusz Kosciuszko" wird bei Lenino eingesetzt (Gründungstag der Polnischen Volksarmee).

Generalarzt Ferdinand Sauerbruch erhält das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern.

In München wird der deutsche Widerstandskämpfer Wilhelm Graf, ein Mitglied der "Weißen Rose", hingerichtet.

13. Oktober 1943, Mittwoch

Die italienische Regierung unten Ministerpräsident Pietro Badoglio erklärt dem Deutschen Reich den Krieg und wird von den Alliierten als "mitkriegführende Macht" anerkannt.

In der indischen Hauptstadt Delhi wird eine allindische Nahrungsmittelkonferenz eröffnet, die sich mit der Linderung der schweren Hungersnot in der Provinz Bengalen befaßt.

14. Oktober 1943, Donnerstag

Bei einem US-amerikanischen Angriff auf Schweinfurt kommt es zu einer schweren Luftschlacht mit deutschen Jagd und Zerstörergeschwadern. Von den 291 angreifenden US-Maschinen werden 60 abgeschossen, 17 gehen über See und über Großbritannien verloren. 121 werden schwer beschädigt; angesichts dieser Verluste geraten die US-Angriffe auf das Deutsche Reich in eine Krise.

Die Rote Armee erobert den von deutschen Truppen gehaltenen Brückenkopf bei Saporoschje.

Im Konzentrationslager Sobibór kommt es zu einem Aufstand des Arbeitskommandos.

Die von japanischen Truppen besetzten Philippinen erklären ihre Unabhängigkeit, Staatspräsident wird José Laurel.

In Polen beginnt eine mehrwöchige Massenhinrichtungsaktion durch das deutsche Besatzungsregime unter der einheimischen Bevölkerung.

Der deutsche katholische Geistliche Max Josef Metzger wird wegen Erstellung eines Memorandums für eine neue, demokratische Regierung im Deutschen Reich zum Tode verurteilt.

15. Oktober 1943, Freitag

Die Rote Armee tritt aus dem Dnjepr-Brückenkopf bei Krementschug heraus zum Angriff in Richtung Kriwoi Rog an, wird jedoch von der 1. deutschen Panzerarmee gebremst.

Die alliierten Verbände in Italien bilden Brückenköpfe nördlich des Flusses Volturno.

In Wiener Neustadt läuft die Produktion der "A-4"-("V 2"-)Rakete an.

Im Deutschen Reich wird eine Lebensmittelkarte an Jugendliche, die sich an einem neuen Wohnort anmelden, in Zukunft nur noch dann ausgegeben, wenn sie gleichzeitig ihre Anmeldungskarte für die Hitlerjugend einreichen.

In den Kinos von Berlin wird der Film "Ein glücklicher Mensch" mit Ewald Balser, Gustav Knuth, Viktor De Kowa, Curd Jürgens u. a. uraufgeführt. Die Regie in dem Tobis-FiIm führte Paul Verhoeven.

16. Oktober 1943, Sonnabend

Die in Breslau tagende Synode den Evangelischen Kirche der altpreußischen Union verurteilt einhellig die Euthanasie.

In Tirana beginnt Unter deutschem "Schutz" die Tagung einer albanischen Nationalversammlung, die die Unabhängigkeit des Landes von Italien beschließt; die Tagung dauert bis zum 25. Oktober 1943.

17. Oktober 1943, Sonntag

Die Rote Armee nimmt ihre Angriffe gegen die 3. deutsche Panzerarmee an der Straße nach Witebsk wieder auf.

Das Deutsche Reich und die Alliierten tauschen erstmals in diesem Krieg verletzte Kriegsgefangene aus.

18. Oktober 1943, Montag

Die Alliierten fliegen einen Bombenangriff gegen die makedonische Stadt Skopje.

In der Nacht zum 19. Oktober greifen britische Bomber Hannover an und werfen fast 1700 t Bomben auf die Stadt.

Großadmiral Karl Dönitz fordert eine bessere Unterrichtung der deutschen Kriegsmarine durch das Oberkommando der Wehrmacht.

Die ersten rund 1000 italienischen Juden werden von Rom aus ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert.

Im Deutschen Reich werden Schlafwagen der ersten und zweiten Klasse ab sofort nur noch solchen Reisenden zugewiesen, die in kriegswichtigen Angelegenheiten unterwegs sind.

19. Oktober 1943, Dienstag

Die US-amerikanische Offensive in Italien am Volturno kommt bei Montecassino zum Stehen.

In Moskau wird eine Konferenz der Außenminister der Sowjetunion, der Vereinigten Staaten und Großbritanniens eröffnet; das Treffen dauert bis zum 30. Oktober 1943.

Die Regierungen Großbritanniens, der USA und Kanadas auf der einen und der UdSSR auf den anderen Seite schließen ein neues Abkommen über Warenlieferungen an die Sowjetunion; die Lieferungen umfassen Kriegsmaterial sowie Getreide und Nahrungsmittel.

In Berlin wird der Film "Ich werde Dich auf Händen tragen", ein Ehelustspiel von Kurt Hoffmann mit Heli Finkenzeller, Hans Nielsen, Wolfgang Lukschy, Hans Leibelt u. a., uraufgeführt.

20. Oktober 1943, Mittwoch

In der Nacht zum 21. Oktober greifen britische Flugzeuge Leipzig an und werfen 1085 t Bomben auf die Stadt.

Aus Nordgriechenland wird der Abschluss eines größeren deutschen "Säuberungsunternehmens" gegen Partisanen im Ossa-Gebiet gemeldet.

Nikita S. Chruschtschow wird als Generalleutnant Chef der Politabteilung der 1. Ukrainischen Front der Roten Armee.

In München wird der Film "Die schwache Stunde" mit Hannelore Schroth u. a. uraufgeführt.

21. Oktober 1943, Donnerstag

Der indische Freiheitskämpfer Subhas Chandra Bose proklamiert eine "Regierung Freies Indien".

Die Sparguthaben im Deutschen Reich belaufen sich derzeit auf rund 60 Milliarden Reichsmark.

Die "Ju 390 V-1" der Junkers Flugzeug-und Motorenwerke AG in Dessau absolviert ihren Erstflug.

22. Oktober 1943, Freitag

In Italien wird eine strategische Luftkriegsgruppe der United States Amencan Air Force für Einsätze gegen Süddeutschland und Südosteuropa gebildet.

In den Nacht zum 23. Oktober bombardieren britische Flugzeuge Kassel.

Die 4. deutsche Torpedo-Flottille versenkt aus einem britischen Flottenverband vor der nordbretonischen Küste einen Kreuzer und einen Zerstörer.

Die Presse im Deutschen Reich mahnt: "Weg mit alten Knochen? Nein! Denn aus ihrem Fett gewinnen wir Stearin, Ölein, Seife und Glyzerin, die Grundstoffe für viele chemische und kosmetische Präparate!"

23. Oktober 1943, Sonnabend

Die Rote Armee tritt zu einer Offensive gegen die 6. deutsche Armee zwischen Melitopol und dem Dnjepr bei Saporoschje an.

Die provisorische indische Regierung unter Subhas Chandra Bose erklärt den USA und Großbritannien den Krieg.

Die australische Regierung stellt das Kimberley-Gebiet im Nordwesten des Landes für die Masseneinwanderung von Juden zur Verfügung.

Die schwedische Regierung beschließt, in diesem Jahr keine Nobelpreise zu vergeben.

24. Oktober 1943, Sonntag

Der Roten Armee gelingt beiderseits von Dnjepropetrowsk der Durchbruch durch die deutsche Front.

Die sowjetischen Truppen nehmen endgültig die Stadt Melitopol ein.

Der britische Propagandasender "Soldatensender Calais" nimmt seinen Betrieb auf.

25. Oktober 1943, Montag

Die Rote Armee erobert Dnjepropetrowsk.

Die deutsche Wehrmacht lässt im Westen eine zweite Stellung hinter dem Atlantikwall anlegen; für die Bauarbeiten werden rund 35 000 Franzosen rekrutiert.

26. Oktober 1943, Dienstag

Der rumänische Staatsführer Marschall Ion Antonescu erklärt in einer Lagebeurteilung die Situation der 6. deutschen Armee an der Ostfront für so ungünstig, dass er eine Abschnürung der Krim durch die Rote Armee für sicher hält.

Das sowjetische Staatskomitee für Verteidigung beschließt die vorrangige Wiederherstellung der Kohleindustrte im Donez-Becken.

Das deutsche Kampfflugzeug "Do 335", eines der schnellsten durch Kolbenmotoren angetriebenen Flugzeuge des Krieges, absolviert seinen Erstflug.

27. Oktober 1943, Mittwoch

Die US-amerikanischen Truppen in Süditalien nehmen ihren Angriff am Volturno wieder auf.

Die seit der italienischen Kapitulation am 8. September eingestellten deutschen Kohlelieferungen nach Italien werden wieder aufgenommen.

Der Film "Die beiden Schwestern" von Erich Waschneck mit Gisela Uhlen, Hanna von Ditmer, O. W. Fischer, Erich Ponto u. a. wird in Berlin uraufgeführt.

28. Oktober 1943, Donnerstag

Generalfeldmarschall Hans Günther von Kluge, der Oberbefehlshaber der deutschen Heeresgruppe Mitte, erleidet einen schweren Autounfall; zu seinem Nachfolger wird am folgenden Tag Generalfeldmarschall Ernst Busch ernannt.

Die bereits eingeleitete Räumung der Krim wird von Adolf Hitler gestoppt; die 17. deutsche Armee wird zur Verteidigung der Halbinsel bestimmt.

Ein US-amerikanischer Versuch, durch einen Handstreich mit Fallschirmtruppen auf der Salomoninsel Choiseul das "Inselspringen" zu beschleunigen, scheitert; die US-Armee kehrt daraufhin zum bisher praktizierten systematischen, langsamen Vortasten zurück.

Das Amt für Arbeitseinsatz der Deutschen Arbeitsfront äußert sich zu den hygienischen Verhältnissen in Zwangsarbeiterlagern.

29. Oktober 1943, Freitag

Die Rote Armee tritt im Mittelabschnitt der Ostfront westlich von Smolensk zu einem neuen Angriff gegen die dortigen deutschen Truppen an.

Adolf Hitler erlässt einen Befehl für einen deutschen "Gegenangriff am Südabschnitt der Ostfront", durch den "etwa ab 10. November" die über den Dnjepr vorgestoßenen Verbände der Roten Armee zurückgedrängt werden sollen.

Die Alliierten greifen den Hafen und den Bahnhof der norditalienischen Hafenstadt Genua an.

Die Aktion zur Stillegung von Betrieben im Protektorat Böhmen und Mähren wird abgeschlossen.

Der deutsche Rundfunk feiert sein 20jähriges Bestehen.

Der im US-Exil lebende deutsche Theaterregisseur Erwin Piscator zeigt in New York seine Inszenierung der "Saint Joan" (Die heilige Johanna) von George Bernard Shaw.

In Graz wird den Film "Schwarz auf Weiß" mit Hans Moser uraufgeführt.

30. Oktober 1943, Sonnabend

Das Deutsche Reich erkennt die provisorische indische Regierung unter Subhas Chandna Bose an.

Den deutsche Botschafter beim Heiligen Stuhl, Ernst Freiherr von Weizsäcker, teilt der Kurie im Auftrag der Reichsregierung mit, dass das Deutsche Reich die Souveränitätsrechte und die Integrität des Vatikan-Staates auch in Zukunft respektieren werde.

Japan schließt einen Vertrag mit der in Nanking sitzenden chinesischen Regierung, in dem es auf alle Sonderrechte in China aufgrund des sog. Boxerprotokolls verzichtet.

Slowakische Truppenverbände schließen sich der Roten Armee an.

In den uruguayischen Hauptstadt Montevideo wird das Österreichische Zentralkomitee für Lateinamerika gegründet.

Adolf Hitler wendet sich mit einem Aufruf zum Kriegsberufswettkampf an die Jugend des Deutschen Reiches: "Unser Vorbild ist das Heldentum des deutschen Soldaten und unsere Pflicht, diesem Heldentum im Knegseinsatz der Heimat würdig zu sein."

In New York stirbt im Alter von 70 Jahren den österreichische Schauspieler und Regisseur Max Reinhardt.

31. Oktober 1943, Sonntag

Die Rote Armee durchbricht die Front der 6. deutschen Armee und nimmt die Stadt Perekop ein.

Bei den Nationalnatswahlen in der Schweiz werden die Sozialdemokraten stärkste Fraktion.

Carlo Graf Sforza und der Philosoph Benedetto Croce, beide Gegner des Faschismus, fordern den Rücktritt des italienischen Königs Viktor Emanuel III.

In Stuttgart gewinnt Vienna Wien vor 45 000 Zuschauern das Endspiel um den deutschen Fußballpokal gegen den Luftwaffen-Sportverein Hamburg 3:2 nach Verlängerung.


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1. November 1943, Montag

Nach dem sowjetischen Vorstoß bis zur Dnjepr-Mündung ist die 17. deutsche Armee auf der Krim von allen Landverbindungen abgeschnitten.

US-amerikanische Verbände landen auf der Salomoninsel Bougainville.

In Tokio beginnt eine dreitägige "Großostasien"-Konferenz, die über den von der japanischen Regierung vorgelegten Plan einer "großasiatischen Wohlstandssphäre" beraten soll.

Die Bezahlung der Arbeit von Kriegsgefangenen im Deutschen Reich wird neu geregelt.

Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz im Deutschen Reich, Fritz Sauckel, erlässt eine neue Verordnung über die Bestrafung von Vergehen im Betrieb.

In den USA treten über 500 000 Bergarbeiter in den Streik.

Die deutsche Sängerin Lale Andersen ("Lili Marleen") erhält ein zeitweises Auftrittsverbot.

In Berlin wird die zweite Sinfonie von Ernst Pepping uraufgeführt.

2. November 1943, Dienstag

US-Bomber richten einen Angriff auf Wiener Neustadt.

In der Kaiserin-Augusta-Bucht vor der Salomoninsel Bougainville kommt es zu einem Seegefecht zwischen Japanern und US-Amerikanern.

Bei den Gouverneurswahlen in den USA setzen sich überwiegend republikanische Kandidaten durch; die demokratische Partei von Präsident Franklin Delano Roosevelt stellt nur 23 Sieger.

3. November 1943, Mittwoch

US-amerikanische Flugzeuge bombardieren Wilhelmshaven.

In der Nacht zum 4. November greifen britische Bomber Düsseldorf an.

In seiner letzten strategischen Weisung ordnet Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Verstärkung der Verteidigung im Westen an.

Reichsinnenminiater Heinrich Himmler lässt fünf SS-Fabriken in Lublin schließen und mindestens 17 000 dort beschäftigte jüdische Männer und Frauen ermorden.

Das jüdische Getto in Riga (Lettland) wird liquidiert.

Benito Mussolini, Ministerpräsident der faschistischen italienischen Gegenregierung, lässt seinen Schwiegersohn und ehemaligen Außenminister Galeazzo Ciano Graf von Cortellazzo verhaften.

4. November 1943, Donnerstag

Die 5. US-Armee erobert die süditalienische Stadt Venafro.

SS-Gruppenführer Odilo Globocnik meldet Reichsinnenminister und Reichsführer SS Heinrich Himmler den Abschluss der Massenmord-"Aktion Reinhard".

In Moskau wird die Sinfonie Nr. 8 c-Moll op. 65 von Dimitri D. Schostakowitsch, dirigiert von Jewgeni Mrawinski, uraufgeführt.

In Berlin wird der Film "Großstadtmelodie" mit Hilde Krahl, Werner Hinz u. a. unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner uraufgeführt.

5. November 1943, Freitag

Die 5. US-Armee in Süditalien erreicht den Sangro.

Ein US-amerikanischer Träger-Raid greift den japanischen Marinestützpunkt Rabaul (Neubritannien) an.

In der Nacht zum 6. November greifen deutsche Bomber den Hafen der süditalienischen Stadt Neapel an.

In Stockholm verabschiedet die Internationale Gruppe demokratischer Sozialisten eine Ausarbeitung über die Wiedererrichtung der Sozialistischen Arbeiterinternationale.

In Wien wird der Film "Der weiße Traum" von Géza von Cziffra uraufgeführt.

In Berlin kommt der Film "Reise in die Vergangenheit" mit Olga Tschechowa u. a. zur Uraufführung.

6. November 1943, Sonnabend

Die Rote Armee erobert die ukrainische Hauptstadt Kiew.

Die Hamburger Werft Blohm & Voss erhält mit dem Auftrag zum Bau von 108 U-Booten des Typs XXI den größten Einzelauftrag in der deutschen Marinegeschichte.

Die Altersgrenze im Jugendstrafrecht des Deutschen Reiches wird für bestimmte Fälle auf zwölf Jahre herabgesetzt.

In Uruguay wird die allgemeine Militärdienstpflicht eingeführt.

Die szenische Kantate "Catulli Carmina" von Carl Orff wird in Leipzig uraufgeführt.

7. November 1943, Sonntag

In einer Besprechung mit Generalfeldmarschall Erich von Manstein im Hauptquartier "Wolfsschanze" beharrt Adolf Hitler auf der Durchführung des geplanten deutschen Vorstoßes aus dem Brükkenkopf von Nikopol in Richtung auf die Zugänge zur Krim.

Die letzte deutsche U-Boot-Gruppenaufstellung im Nordatlantik wird nach großen Mißerfolgen aufgelöst; in der Folgezeit werden nur noch lockere Einzelaufstellungen vorgenommen.

In München hält Generaloberst Alfred Jodl vor den Reichs- und Gauleitern der NSDAP einen Vortrag über die strategische Lage Deutschlands.

8. November 1943, Montag

Die 8. britische Armee in Süditalien erreicht den Sangro.

229 Flugreuge der US-amerikanischen Luftwaffe bombardieren Münster und Gelsenkirchen.

Am Vortag des 20. Jubiläums des Marsches auf die Münchner Feldherrnhalle hält Adolf Hitler seine letzte öffentliche Rede an die Bevölkerung, die vom Rundfunk übertragen wird.

9. November 1943, Dienstag

Der deutsche Geheimdienstchef Walter Schellenberg führt im Auftrag von Reichsinnenminister Heinrich Himmler in Stockholm Gespräche mit einem US-Beauftragten über einen möglichen Waffenstillstand zwischen beiden Ländern.

General Henri-Honoré Giraud tritt aus dem französischen nationalen Befreiungskomitee in Algier aus und übernimmt den Oberbefehl über die im Aufbau befindlichen freifranzösischen Streitkräfte. Damit wird Charles de Gaulle alleiniger Führer des Befreiungskomitees.

In Washington wird die Wiederaufbau-Organisation United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) gegründet.

In New York wird die bis zum 27. November dauernde erste Einzelausstellung des US-amerikanischen Malers Jackson Pollock eröffnet.

10. November 1943, Mittwoch

Die Rote Armee tritt aus ihrem Dnjepr-Brückenkopf bei Lojew heraus zum Angriff gegen die 2. deutsche Armee an.

Eine "alliierte Kontrollkommission" übernimmt die Aufsicht über den von britischen und US-Streitkräften besetzten Teil Italiens.

Der Film "Titanic" unter der Regie von Herbert Selpin und Werner Klingler, dessen Vorführung am 30. April im Deutschen Reich verboten worden war, wird in Paris uraufgeführt.

11. November 1943, Donnerstag

Ein US-amerikanischer Träger-Raid greift erneut den japanischen Marinestützpunkt Rabaul (Neubritannien) an.

Dem belgischen Widerstand gelingt es, 60 000 Exemplare einer Zeitung an die Öffentlichkeit zu bringen.

Die gesamte libanesische Regierung wird verhaftet, nachdem sie die Unabhängigkeit des Landes von Frankreich gefordert hatte.

Der Film "Ein Mann mit Grundsätzen?" von Géza von Bolváry- mit Hans Söhnker u. a. wird in Emden uraufgeführt.

In Wien kommt der Film "Gabriele Dambrone" von Hans Steinhoff mit Gusti Huber u. a. in die Kinos.

12. November 1943, Freitag

Die Rote Armee erobert an der "1. Ukrainischen Front" westlich von Kiew die Stadt Schitomir zurück.

Mit der Landung deutscher Truppen auf Leros beginnt die Rückeroberung der von britischen Einheiten besetzten Agäisinseln.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler unterzeichnet die sog. Lex Krupp, mit der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach zum Alleinerben des Unternehmens eingesetzt wird.

13. November 1943, Sonnabend

Großadmiral Karl Dönitz gibt bekannt, dass für den Fall eines gegnerischen Großangriffs im Gebiet des Skagerraks die deutsche Kampfgruppe "Scharnhorst" aus dem norwegischen Altafjord "von außen gegen den Landungsraum zum Einsatz gebracht" werde.

In einer Unterredung mit dem Reichsminister für die vom Deutschen Reich besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, lehnt Adolf Hitler eine autonome Ukraine ab.

Die deutschen Besatzungsbehörden verbieten dem französischen Marschall Philippe Pétain, die Wahl seines Nachfolgers an die Nationalversammlung abzugeben.

In Wiesbaden wird die Oper "Dorfmusik" von Winfried ZilIig uraufgeführt.

Der Film "Vredens Dag" (Tag der Rache) des dänischen Regisseurs Carl Theodor Dreyer wird uraufgeführt.

14. November 1943, Sonntag

Vom Balkan wird der Abschluss weiterer deutscher Aktionen gegen die dortigen Partisanenbewegungen gemeldet.

In Kiel wird das erste Versuchs-U-Boot vom Typ "Walther" in Dienst gestellt, das eine Unterwassergeschwindigkeit von 26 Knoten erreicht.

Der junge US-amerikanische Musiker Leonard Bernstein dirigiert zum ersten Mal das New York City Symphony Orchestra.

Der Leipziger Kurt Albert erzielt in seiner Heimatstadt mit 7,63 m eine Welt-jahresbestleistung im Weitsprung.

Der Belgier Karel Sys wird in Brüssel durch einen Punktsieg über den schwedischen Titelverteidiger Olle Tandberg Europameister im Schwergewichtsboxen.

15. November 1943, Montag

Die deutschen Truppen an der Ostfront erobern das erst am 12. November von der Roten Armee eingenommene Schitomir sowie die Stadt Korosten zurück.

Im Deutschen Reich dürfen künftig keine Turmuhren sowie Uhren für öffentliche Plätze oder Autos u. ä. mehr hergestellt werden.

Das Schauspiel "Iphigenie in Aulis" von Gerhart Hauptmann wird in Wien uraufgeführt.

16. November 1943, Montag

Nach merhrtägigen harten Kämpfen kapituliert die britisch-italienische Besatzung der Ägäisinsel Leros vor den angreifenden deutschen Truppen.

Die Republikanisch-Faschistische Partei Italiens unter dem Vorsitz von Alesandro Pavolini tritt in Verona zu ihrer ersten Versammlung zusammen.

Ägypten tritt der Atlantikcharta vom 14. August 1941 bei.

17. November, Buß- und Bettag

Im Hauptquartier "Wolfsschanze" empfängt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den deutschen Botschafter in Ankara, Franz von Papen, der sich optimistisch über die Aufrechterhaltung der türkischen Neutralität äußert.

In der Sowjetunion wird ein selbständiges jugoslawisches Infanteriebataillon aufgestellt.

18. November 1943, Donnerstag

Deutsche Truppen erobern die Ägäisinseln Lisso, Patmos, Furni und Ikaria.

In den Nacht zum 19. November beginnt eine Reihe von britischen Bombenangriffen auf die Reichshauptstadt Berlin, in deren Verlauf 2700 Menschen ums Leben kommen und 250 000 Einwohner obdachlos werden.

Der Führungsstab der deutschen Luftwaffe teilt mit, dass Führer und Reichskanzler Adolf Hilter den Bau von Düsenbombern für wichtiger halte als den Bau von Düsenjägern; damit treten die Belange der deutschen Luftverteidigung weiter in den Hintergrund.

In Zürich erscheint der utopische Roman "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse.

19. November 1943, Freitag

Bei einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" tritt Genenalfeldmarschall Georg von Küchler für die Zurücknahme der 16. deutschen Armee in die "Panther-Stellung" an der Ostfront ein; Adolf Hitler fordert dagegen eine "offensive Lösung".

Häftlinge des "Sonderkommandos 1005" der Einsatzgruppen der Schutzstaffel revoltieren gegen ihre Bewacher.

20. November 1943, Sonnabend

Die Rote Armee tritt zu einem erfolglosen Angriff gegen den deutschen Brückenkopf von Nikopol sowie im Dnjepr-Bogen nördlich von Kriwoi Rog an.

Die polnische Heimatarmee beginnt nach einer entsprechenden Anweisung durch die Exilregierung in London mit der Vorbereitung der Aktion "Burza", einer verstärkten Sabotage- und Partisanentätigkeit, die sich gegen die von Osten nach Polen zurückweichenden deutschen Armeen richtet.

US-amerikanische Truppen landen auf den Gilbertinseln Tarawa und Makin, die von den japanischen Truppen zunächst hartnäckig verteidigt werden.

In einer Rede von deutschen Offiziersanwärtern in der Breslauer Jahrhunderthalle erklärt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler: "Das Volk, das verliert, beendet sein Dasein. Denn etwas anderes von diesem Kampf als Sieg oder Untergang zu erwarten, ist Wahnsinn."

In Lausanne wird ein sowjetischen Agentensender ausgehoben. Daraufhin werden in der Schweiz 50 Agenten der Sowjetunion festgenommen.

Oswald Ernald Mosley, Führer der britischen Faschisten, wird aus der Haft entlassen.

Die Zulassung von Personen für die Aufnahme in Heilbäder, Kurorte u. ä. im Deutschen Reich wird stank eingeschränkt.

21. November 1943, Sonntag

Generalfeldmarschall Albert Kesselring übernimmt den Oberbefehl über die deutschen Truppen in Italien.

Die deutsche Luftwaffe setzt erstmals Fernbomber des Typs "He 177" gegen einen britischen Geleitzug 1400km westlich von Bordeaux ein.

22. November 1943, Montag

Mit der Besetzung der Ägäisinsel Samos durch deutsche Truppen ist die Rückeroberung des Dodekanes abgeschlossen.

In Kairo beginnt eine Konferenz zwischen dem britischen Premierminister Winston Churchill, US-Präsident Franklin Delano Roosevelt und dem Präsidenten von Tschungking-China, Marschall Chiang Kai-shek; das Treffen dauert bis zum 26. November.

Die Kommandanten der Konzentrationslager werden angewiesen, die Arbeitszeit der Häftlinge auch im Winter bei elf Stunden täglich zu belassen.

In Mexiko wird die vor zehn Jahren abgeschaffte Todesstrafe von der Regierung unter Präsident Manuel Ávila Camacho wieder eingeführt.

23. November 1943, Dienstag

Gebrauchte Zement- und Baustoffsäcke aus Papier werden im Deutschen Reich erfaßt; für die Säcke werden Pfandmarken herausgegeben.

In den Vereinigten Staaten erscheint eine Fünf-Gent-Briefmarke zu Ehren Österreichs; sie zeigt auf blauem Grund eine Fahne in den Farben Rot-Weiß-Rot.

24. November 1943, Mittwoch

US-amerikanische Bomber greifen die französische Stadt Toulon und die bulgarische Hauptstadt Sofia an.

In den Nacht zum 25. November bombardieren 112 Flugreuge der deutschen Luftwaffe die Hafenanlagen von La Maddalena, einen italienischen Insel zwischen Sardinien und Korsika, sowie die korsische Stadt Bastia.

Der Ministerrat der italienischen Gegenregierung unter Ministerpräsident Benito Mussolini bestimmt als Bezeichnung für den neuen faschistischen Staat den Namen Italienische Sozial-Republik.

Überlebende von Luftangriffen im Deutschen Reich können ihren Angehörigen künftig durch einen postalischen Eilnachrichtendienst ein Lebenszeichen von sich zukommen lassen.

25. November 1943, Donnerstag

Die Rote Armee überschreitet die Beresina und bildet südöstlich von Paritschi einen Brückenkopf über den Fluß.

Die Geheime Staatspolizei verhaftet Lehrer und Studenten der nach Clermont-Ferrand übergesiedelten Universität Straßburg.

In London bezeichnet der südafrikanische MInisterpräsident Marschall Jan Christiaan Smuts die USA, die UdSSR und Großbritannien als die drei Weltmächte der Zukunft; das französische Befreiungskomitee in Algier weist Smuts Einschätzung zurück, dass Frankreichs große Zeit vorbei sei.

26. November 1943, Freitag

Sowjetische Truppen nehmen die Stadt Gomel ein.

Die US-Luftwaffe fliegt einen schweren Luftangriff auf Bremen.

In der Nacht zum 27. November greifen deutsche Bomber Neapel an.

Der US-amerikanische General George Smith Patton erhält eine dienstliche Verwarnung, weil er Soldaten, die nach einem Granatenangriff unter Schock standen, hatte schlagen lassen.

27. November 1943, Sonnabend

Die 8. britische Armee in Süditalien tritt zu einem Angriff am Sangro an.

Reichsmarschall Hermann Göring trägt Adolf Hitler in einer Besprechung seine Absicht vor, einen "Vergeltungsschlag" gegen London zu führen.

Adolf Hitler ordnet angesichts eines von ihm ausgemachten Mißverhältnisses zwischen kämpfender Truppe und Etappe ein "Auskämmen" der rückwärtigen Dienststellen an; durch den Abbau kampfunwichtiger Arbeiten und eine Einschränkung des Papierkriegs könnten mindestens eine Million Mann für die Front gewonnen werden.

Bei einem schweren Erdbeben in der Türkei kommen üben 4000 Menschen ums Leben.

28. November 1943, Sonntag

In Teheran beginnt eine bis zum 1. Dezember dauernde Konferenz zwischen US-Präsident Franklin Delano Roosevelt, dem sowjetischen Staatschef Josef W. Stalin und dem britischen Premierminister Winston Churchill.

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels und Reichsjugendführer Artur Axmann eröffnen die neue Spielzeit der Jugendfilmstunden der Hitletjugend.

Die nach Prag übergesiedelte ausgebombte Duisburger Oper eröffnet ihre dortige Arbeit mit einer Aufführung von Richard Wagners "Lohengrin".

Die Mönchengladbacherin Erna Westhelle schwimmt In Leipzig mit 1:15,0 min deutschen Rekord über 100 m Rücken.

29. November 1943, Montag

Die Rote Armee greift erneut die 4. deutsche Armee an der Straße westlich von Smolensk an.

Kolumbien erklärt dem Deutschen Reich den Krieg.

In der jugoslawischen Stadt Jajce wird auf der zweiten Tagung des Antifaschistischen Rates der Volksbefreiung Jugoslawiens ein Nationalkomitee unter der Führung von Marschall Josip Tito gebildet.

30. November 1943, Dienstag

In einer Rede zur Wiederaufbauplanuug der deutschen Städte unterstreicht der Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion, Albert Speer, die Notwendigkeit, diese Aufgabe noch während des Krieges in Angriff zu nehmen.

Der deutsche Reichskommissar für Norwegen, Josef Terboven, lässt die Unisversität Oslo schließen und Professoren und Studenten verhaften.

In Berlin wird der Film "Gefährlicher Frühling" mit Olga Tschechowa u. a. uraufgeführt.


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1. Dezember 1943, Mittwoch

An der Ostfront erscheint ein Flugblatt mit einem Gedicht des deutschen Exilanten Erich Weinert.

Arthur Liebehenschel wird Nachfolger von Rudolf Höß als Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz.

Benito Mussolini, den Ministerpräsident der faschistischen italienischen Gegenregierung, ordnet an, dass alle Juden des Landes in ein Konzentrationslager eingewiesen werden sollen. Ihr Vermögen wird beschlagnahmt.

Der isländische Althing beschließt die Einführung der Staatsform der Republik zum 17. Mai 1944.

Der im US-Exil lebende deutsche Schriftsteller Bertolt Brecht schreibt an seinen ebenfalls in die USA emigrierten Kollegen Thomas Mann, um ihn von den Wichtigkeit des Widerstands im Deutschen Reich zu überzeugen.

Charlie Rivel spielt die Hauptrolle in dem Film "Akrobat schö-ö-ön", der in Berlin uraufgeführt wird.

2. Dezember 1943, Donnerstag

Auf dem Balkan beginnt die deutsche Aktion "Kugelblitz" gegen die Partisanen unter der Führung von Josip Broz Tito.

In der Nacht zum 3. Dezember greifen deutsche Bomber die italienische Hafenstadt Bari an. Dabei werden 19 Handelsschiffe mit 73 343 Bruttoregistertonnen zerstört, sieben weitere werden schwer beschädigt.

In New York wird das Musical "Carmen Jones" von Oscar Hammerstein (Buch/Songtexte) mit der Musik von Georges Bizet uraufgeführt.

3. Dezember 1943, Freitag

In der Nacht zum 4. Dezember bombardieren britische Flugzeuge Leipzig; 1182 Menschen finden den Tod.

In Kairo konferieren vier Tage lang US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der britische Premierminister Winston Churchill und der türkische Staatspräsident Ismet Inönü.

In Nürnberg wird der Film "Johann" mit Theo Lingen uraufgeführt. Regisseur ist Robert A. Stemmle.

4. Dezember 1943, Sonnabend

Die Rote Armee tritt westlich von Kritschew zu einem Angriff gegen die 9. deutsche Armee an.

Mit einem Fußballspiel zwischen der Mannschaft des Deutschen Reichs und Mandschukuos, das die Deutschen 3:0 gewinnen, werden die zweitägigen Ostasienspiele in Tokio eröffnet.

5. Dezember 1943, Sonntag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ordnet die vordringliche Fertigung des Düsenjägers "Me 262" für den Jagdbombereinsatz an.

In allen Gauen der NSDAP finden Feierstunden zum Thema "Frau und Mutter" statt; auf der Reichsfeier in Würzburg nennt Oberbefehlsleiter Erich Hilgenfeldt "zwei Formen letzter Einsatzbereitschaft; Soldatentum und Mutterschaft".

6. Dezember 1943, Montag

Die Rote Armee nimmt ihre Angriffe gegen die Truppen der Wehrmacht an der Nahtstelle zwischen der 1. Panzenarmee und der 8. Armee im großen Dnjepr-Bogen wieder auf.

Im Raum von Schitomir eröffnet die 4. deutsche Panzerarmee einen neuen Angriff gegen den sowjetischen Durchbruchskeil westlich von Kiew.

Der Film "War of the Wildcats" (Die Hölle von Oklahoma) mit John Wayne u. a. wird uraufgeführt.

7. Dezember 1943, Dienstag

Im Hauptquartier "Wolfsschanze" empfängt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den niederländischen Regierungschef Anton Adriaan Mussert zu einer längeren Aussprache.

Im Deutschen Reich wird erstmals der "Tag des deutschen Eisenbahners" begangen. 95 Eisenbahner erhalten das Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse mit Schwertern, 66 das Kriegsvendienstkreuz ohne Schwerter.

In Weimar findet eine Kriegsarbeitstagung der deutschen Presse statt.

8. Dezember 1943, Mittwoch

Deutsche und rumänische Einheiten zerschlagen den sowjetischen Landekopf auf der Krim bei Eltigen. 2000 Rotarmisten werden bei dem Angriff gefangengenommen.

Die britischen Truppen in Süditalien greifen die deutschen Stellungen an den Osthängen des Majella-Gebirges an.

Im New Yorker Morosco Theatre wird das Theaterstück "The Voice of the Turtle" (Das Lied der Taube) des US-amerikanischen Schriftstellers John William Van Druten uraufgeführt.

9. Dezember 1943, Donnerstag

Reichsinnenministen Heinrich Himmler entschließt sich zur Kontaktaufnahme mit einem US-amerikanischen Gesandten in Stockholm, um über einen möglichen Waffenstillstand zu verhandeln. Das Gespräch kommt jedoch nicht zustände.

Verbände der chinesischen Streitkräfte erobern die Stadt Tschangteh an der japanisch-chinesischen Zentralfront zurück.

10. Dezember 1943, Freitag

Generalfeldmarschall Erwin Rommel meldet von einer Inspektionsreise einen "befriedigenden Zustand" der deutschen Verteidigungsanlagen. die zur Zeit in Dänemark gebaut werden.

Bomber der US-amerikanischen Luftwaffe greifen Sofia an.

Der deutsche Weihnachtsreiseverkehr zwischen dem 15. Dezember und dem 3. Januar 1944 wird untersagt, sofern es keine kriegswichtigen Gründe gibt.

11. Dezember 1943, Sonnabend

US-amerikanische Flugzeuge fliegen einen Bombenangriff auf Emden.

Der Außenminister den Vereinigten Staaten, Cordell Hull. fordert Ungarn, Rumänien und Bulgarien zum Kriegsaustritt auf.

Eine Delegation des schweizerischen Roten Kreuzes beginnt einen zwölftägigen Besuch bei von Rumänien in die Südukraine deportierten Juden.

12. Dezember 1943, Sonntag

Das Oberkommando der deutschen Wehrmacht gibt eine Beurteilung zur erwarteten Landung der Alliierten im Westen ab.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler lehnt eine Räumung des Dnjepr-Bogens durch die deutschen Truppen ab.

Die Sowjetunion und die tschechoslowakische Exilregierung mit Staatspräsident Eduard Beneš schließen einen Vertrag über die wechselseitige Hilfe und Zusammenarbeit nach Kriegsende.

13. Dezember 1943, Montag

Die Rote Armee tritt zu einem Angriff gegen die 3. deutsche Panzer-Armee im Raum zwischen Witebsk und Newel an.

Die US-Luftwaffe fliegt ihren bisher größten Tagesangriff auf norddeutsche Städte.

Im griechischen Kalavrita werden nach einem Partisanenüberfall auf deutsche Soldaten zur Vergeltung 689 Einheimische erschossen.

Martin Bormann, der Leiter der Kanzlei der NSDAP, untersagt im Auftrag von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler Alfred Rosenberg die Gründung einer "Akademie für wehrgeistige Forschung.

14. Dezember 1943, Dienstag

Die Rote Armee erobert die Stadt Tscherkassy.

In Berlin tagen die Leiter der Reichspropagandaämter; Reichspropagandaminister Joseph Goebbels betont, dass durch die alliierten "Terrorangriffe" die Widerstandskraft der deutschen Bevölkerung nur gestärkt werden könne.

Laut Pressemeldungen breitet sich in ganz Nordamerika eine Grippeepidemie aus; in einigen Städten der USA entstehen bei der Kriegsproduktion Probleme durch das Fehlen zahlreicher erkrankter Arbeiter.

In München wird der Film "Die keusche Sünderin" mit Joe Stöckel in der Hauptrolle und als Regisseur uraufgeführt.

15. Dezember 1943, Mittwoch

Die Rote Armee tritt südlich von Schlobin mit stanken Panzer- und Infanterieverbänden zu einem Angriff an.

US-amerikanische Bomber greifen Innsbruck an, wo es 281 Tote und über 500 Verletzte gibt.

US-amerikanische Truppen landen in Arawe und am 26. Dezember bei Cape Gloucester (Neubritannien).

Die UdSSR erkennt das jugoslawische Volksbefreiungskomitee unter Maschall Josip Tito als jugoslawische Regierung an und löst die Beziehungen zur Exilregierung in Kairo. Die USA und Großbritannien erkennen Tito als "gleichberechtigten alliierten Befehlshaber" an.

Die alliierte "European Advisory Comission" (Europäische Beratende Komission) nimmt in London ihre Arbeit auf.

Bei den Bnndesratswahlen in der Schweiz erhält mit Ernst Nobs erstmals ein Sozialdemokrat einen Sitz in der Bundesregierung.

In den Schweiz wird die Aufhebung der Verdunklung am Heiligen Abend, d. h. in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1943, verfügt.

In Kansas City (USA) stirbt 39jährig der US-amerikanische Jazzmusiker Fats Waller.

16. Dezember 1943, Donnerstag

Beiderseits von Mignano in Süditalien tritt die 5. US-Armee zum Angriff an: Adolf Hitler erlaubt hier die Zurücknahme der deutschen Front auf eine Riegelstellung.

Britische Bomber greifen Berlin an und werfen 1815 t ihrer tödlichen Fracht auf die Stadt.

Eine schwere Lungenentzündung des britischen Premienministers Winston Churchill führt zu Spekulationen über seinen möglichen Nachfolger.

In Paris eröffnet der Vertreter von Subhas Chandra Bose in Europa eine Dienststelle "Freies Indien".

Antragsdelikte und Bagatellsachen sollen von der Kriminalpolizei im Deutschen Reich künftig nicht mehr bearbeitet werden.

17. Dezember 1943, Freitag

Der Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion, Albert Speer, fordert für die Produktion des Düsenjägers vom Typ "Me 262" 3000 Werkzeugmacher, die ihm zunächst für vier Monate aus dem Heer zur Verfügung gestellt werden sollen.

In London wird auf tschechoslowakische Initiative hin ein Panslawisches Komitee zur Förderung der Unabhängigkeit der slawischen Staaten gegründet.

Bei der Kollision zweier Schnellzüge bei Rocky Mount im US-Bundesstaat North Carolina bei dichtem Schneetreiben kommen über 100 Menschen ums Leben.

In Berlin wird der Farbfilm "Immensee" von Veit Harlan mit Kistina Söderbaum, Carl Raddatz, Paul Klinger, Otto Gebühr u. a. uraufgeführt.

18. Dezember 1943, Sonnabend

Generalfeldmarschall Erwin Rommel bricht zur Inspektion der deutschen Verteidigungsanlagen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden auf.

Das deutsche Unternehmen "Kugelblitz" gegen die Tito-Partisanen auf dem Balkan geht weitgehend erfolglos zu Ende; am selben Tag tritt das 5. SS-Gebirgskorps zu einem neuen Unternehmen ("Schneesturm") an.

In der sowjetischen Stadt Charkow werden drei Deutsche zum Tode verurteilt und am folgenden Tag öffentlich gehängt.

In den italienischen Städten Turin, Mailand, Venedig und Mestre kommt es zu Arbeiterstreiks.

19. Dezember 1943, Sonnabend

Die US-Luftwaffe führt einen schweren Bombenangriff auf Innsbruck durch.

Bei der Explosion eines deutschen Munitionstransporters in Oslo kommen 35 Menschen ums Leben.

Die Presse im Deutschen Reich wirbt für das Winterhilfswerk 1943/44 mit Sprüchen wie: "Der Sinn unseres Sieges ist: Den Siegeslorbeer einem gesunden, ewig lebensstarken Volke zu reichen! Im Kriegswinterhilfswerk hilfst Du mit, unser Volk lebensstark zu erhalten."

20. Dezember 1943, Montag

Die deutschen Truppen an der Ostfront räumen den Brückenkopf Cherson am Unterlauf des Dnjepr.

Die US-amerikanische Luftwaffe richtet Tagesangniffe auf Augsburg, Bremen und Innsbruck.

In der Nacht zum 21. Dezember werfen britische Flugzeuge 2070 t Bomben auf Frankfurt am Main.

Die Alliierten beginnen mit einer Reihe von Luftangriffen auf die deutschen Abschußrampen von "Vergeltungs"-Waffen in Westfrankreich.

In der abendlichen Lagebesprechung gibt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler seiner Sorge Ausdruck, "daß im Frühjahr der Angriff im Westen kommen wird".

In Bolivien kommt es zu einem erfolgreichen Putsch; Präsident Enrique Penaranda y del Castillo wird durch General Gualberto Villaroel abgelöst.

Wegen der Lederknappheit wird die Herstellung von Schuhen im Deutschen Reich neu geregelt; Schuhe aus Ersatzmaterialien wie Schilf und Stroh haben sich aber bislang nicht bewährt.

21. Dezember 1943, Dienstag

Die britischen Truppen in Süditalien nehmen ihre Angriffe im Frontabschnitt an der adriatischen Küste wieder auf.

Arthur Seyß-Inquart wird zum neuen Präsidenten der Deutschen Akademie ernannt.

In Berlin wird der Film "Wildvogel" von Johannes Meye mit Leny Marenbach, Volker von Collande. Werner Hinz u. a. uraufgeführt.

22. Dezember 1943, Mittwoch

Adolf Hitler befiehlt die Einrichtung eines NS-Führungsstabes beim Oberkommando der deutschen Wehrmacht; er soll der politischen Erziehung der Offiziere dienen.

US-Bomber greifen den Raum Rheine-Münster - Osnabrück an.

Die britische Presse berichtet erstmals ausführlich über eine deutsche "Geheimwaffe".

Der Rat der Volkskommissare in der UdSSR billigt die neue, patriotische Textfassung der sowjetischen Nationalhymne; sie löst "Die Internationale" ab.

Die deutsche Schriftstellerin Isolde Kurz erhält die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft.

23. Dezember 1943, Donnerstag

In den Nacht zum 24. Dezember greift die britische Luftwaffe mit 338 Flugzeugen Berlin an und wirft 1288 t Bomben auf die Reichshauptstadt.

Adolf Hitler beauftragt den Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion, Albert Speer, mit dem Wiederaufbau der deutschen Städte.

Reichsjustizminister Otto Georg Thierack untersagt die Durchführung von Hauptversammlungen der Aktiengesellschaften im Deutschen Reich im Jahr 1944; die Amtsdauer der Aufsichtsratsmitglieder wird bis zur nächsten Hauptversammlung verlängert.

24. Dezember 1943, Freitag

An der Straße zwischen Kiew und Schimomir tritt die Rote Armee zu einem neuen Angriff gegen die 4. deutsche Panzerarmee an.

Der US-amerikanische General Dwight D. Eisenhower wird alliierter Oberbefehlshaber für die geplante Invasion in Frankreich.

In Stockholm beginnen geheime sowjetisch-rumänische Waffenstillstandsgespräche.

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels wendet sich anlässlich der fünften Kriegsweihnacht mit einer Ansprache zum "deutschesten unter den deutschen Festen" an die Bevölkerung im Deutschen Reich.

US-Präsident Franklin Delano Roosevelt erklärt die Bereitschaft der Alliierten, dem Deutschen Reich nach Kriegsende die Möglichkeit zu geben, "sich friedlich zu einem nützlichen und achtbaren Glied der europäischen Völkerfamilie zu entwickeln"; man werde aber nicht noch einmal den Fehler von 1918 wiederholen und sich frommen Sprüchen hingeben.

25. Dezember 1943, 1.Weihnachtstag

Das deutsche Schlachtschiff "Scharnhorst" läuft zusammen mit fünf Zerstörern aus einem Fjord in Nordnorwegen zu einem Angriff auf einen alliierten Geleitzug aus.

Die US-amerikanische Luftwaffe bombardiert Bozen in Tirol.

Das Ernährungshilfswerk im Deutschen Reich fordert die Ablieferung aller Küchenabfälle und Speisereste.

26. Dezember 1943, 2. Weihnachtstag

In Süditalien dringt die 8. britische Armee in den Südteil von Ortona ein, wo sich heftige Straßenkämpfe entwickeln.

Bei einem Angriffsversuch auf einen alliierten Geleitzug im Nordmeer wird das deutsche Schlachtschiff "Scharnhorst" versenkt.

Auf dem Balkan geht die deutsche Operation "Panther" zu Ende.

27. Dezember 1943, Montag

In einer Ergänzung zu der von Adolf Hitler im Vormonat erlassenen strategischen Weisung zur Abwehr einer Invasion im Westen heißt es: "Der feindliche Aufmarsch in Südengland geht seiner Vollendung entgegen ... Ab Mitte Februar ist jederzeit mit dem Beginn der feindlichen Großlandung zu rechnen".

Den US-amerikanische Präsident Franklin Delano Roosevelt erteilt angesichts drohender Streiks Innenminister Harold Le Claire Ickes die Vollmacht zur Beschlagnahmung sämtlicher Eisenbahnen des Landes.

Im Deutschen Reich wird eine zentrale Venteilungsstelle für gebrauchte Fässer eingerichtet.

28. Dezember 1943, Dienstag

Aufgrund der Furcht von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vor einem alliierten Angriff auf Norwegen verlegt Großadmiral Karl Dönitz 24 aus der Ausbildung kommende U-Bootmannschaften in diesen Raum.

In der Biskaya liefern sich drei deutsche Zerstörer und sechs Torpedoboote eine heftige Schlacht mit zwei britischen Kreuzern; dabei gehen auf deutscher Seite ein Zerstörer und zwei Torpedoboote verloren.

29. Dezember 1943, Mittwoch

Generalfeldmarschall Erich von Manstein entschließt sich aus eigener Verantwortung zur Zurücknahme der deutschen Truppen von den Front im Dnjepr-Bogen und zu ihrer Verlegung an die bedrohte Front südwestlich von Kiew.

Die britischen Truppen in Süditalien nehmen die Stadt Ortona ein.

In der Nacht zum 30. Dezember greifen britische Bomber Berlin an; 656 Flugzeuge werfen 2315 t Bomben ab.

In Spanien wird eine Amnestie für alle Gefangenen aus dem Bürgerkrieg mit Strafen bis zu 20 Jahren erlassen.

30. Dezember 1943, Donnerstag

Die deutschen Linien in der Ukraine werden auf breiter Front von der Roten Armee durchbrochen.

Die US-Luftwaffe greift Mannheim und Ludwigshafen an.

31. Dezember 1943, Freitag

Die Rote Armee erobert endgültig die Stadt Schitomir; sie war bereits am 12. November von sowjetischen Truppen eingenommen, aber drei Tage später noch einmal von der deutschen Wehrmacht besetzt worden.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erklärt in seinem Aufruf zum Jahreswechsel: "Im übrigen wird die Stunde der Vergeltung kommen...Die nationalsozialistische Staatsführung ist daher entschlossen, diesen Kampf mit dem äußersten Fanatismus und bis zur letzten Konsequenz zu führen."

Insgesamt 43 Staaten befinden sich derzeit im Kriegszustand mit dem Deutschen Reich; davon sind in diesem Jahr fünf Staaten (Irak, Bolivien, Iran, Italien und Kolumbien) dazugekommen.

Im zurückliegenden Jahr sind im Deutschen Reich 625 915 Ehen geschlossen worden; 1 539 885 Deutsche wurden geboren, 1 144 794 starben.

43 Filme wurden im Jahr 1943 im Deutschen Reich uraufgeführt.


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